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Nicht verzweifeln sondern vertrauen

Um 22 Uhr gellte der schrille Ruf des Telefons. Die Botschaft, die ich dann erfuhr, wühlte mein Herz auf. Hugo war schwer verunglückt, mit dem Sanitätsauto und dann mit dem Hubschrauber ins Versehrtenkrankenhaus gebracht worden. Warum mußte das geschehen, wie werden das seine junge Frau und seine Eltern aufnehmen? Man klammerte sich an letzte Hoffnungen. dass vielleicht ein Wunder geschehen möchte. Es durfte nicht wahr sein, dass das hoffnungsvolle Leben so jäh abbrach und eine junge Ehe einer solchen Belastungsprobe ausgesetzt wurde. Wie hingen seine Schüler an diesem frohen und vorbildlichen Lehrer und Jungscharleiter!So geschah es damals, und so erzählte er es uns selbst:

5. August 1978: Seit 2 Tagen war ich mit meiner Jungschargruppe auf einer Zelt- und Bibelfreizeit in einem Ort im Steigerwald. Die Jungscharler und ich als ihr Leiter erlebten viel Freude in dieser Zeit bei gemeinsamem Spiel, Nachtwanderungen, spannenden Geschichten und Andachten. Ich war froh, diesen Dienst an den Jungen tun zu dürfen und fühlte mich als guter Sportler so recht in meinem Element.

Ein Kopfsprung in den Badeteich unterbrach dann schlagartig mein bisheriges Leben. Auf ungeklärte Weise brach ich mir das Genick und war sofort an Armen und Beinen völlig gelähmt. Mein Hilferuf zum Herrn Jesus wurde erhört. Ich konnte noch einmal auftauchen und schreien und auf meine scheinbar hoffnungslose Lage aufmerksam machen. Die Jungscharler zogen mich aus dem Wasser ans Ufer. Ein Vers, der mich schon längere Zeit vor dem Unfall beschäftigt hatte, fiel mir plötzlich ein: "Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen." (Römer 8, 28)

Konnte ich dieser Aussage des Apostel Paulus auch jetzt zustimmen? Oder war meine Lage ganz und gar hoffnungslos? Aus einem gesunden, mit einer Reihe körperlicher Fähigkeiten ausgestatteten Menschen war ein Schwerbehinderter geworden, der nun bei den kleinsten Verrichtungen (Essen, Naseputzen, Kratzen, Lesen) auf die Hilfe seiner Mitmenschen angewiesen war. War es nicht ein Ding der Unmöglichkeit, dass mir dieser Unfall zum Besten dienen konnte?! War mein Leben dadurch nicht sinnlos geworden und das Verzweifeln die einzig mögliche Reaktion? — Aber gerade das geschah nicht.

Vom Zeitpunkt des Unfalls an durfte ich erleben, dass Gott mich nicht allein läßt: Da war der Sanitäter im Unfallwagen, ein gläubiger Christ, der mich im Gespräch stärkte. Da waren die vielen Menschen, die mich im Krankenhaus besuchten und für mich beteten. Da war der Heilungsverlauf selbst, der ohne die vielen möglichen Komplikationen (Lungenentzündung. Thrombosen, gefährliche Druckstellen etc.) ablief. Da wurden ohne unser Wissen und Zutun durch eine Unfallversicherung die finanziellen Probleme gelöst. Da war vor allem das starke, deutliche Wissen, dass ich in meiner großen Hilflosigkeit sicher und geborgen war. Nicht nur mir. sondern auch meiner Frau wurde die Kraft geschenkt, Situationen, die wir früher für unerträglich gehalten hätten, als Fingerzeig und helfendes Eingreifen Gottes zu erleben. So sehe ich in meinem Unfall mit seinen Folgen weder eine Strafe Gottes noch das Zuschlagen eines blinden Schicksals, sondern den Teil eines großen Planes Gottes, dessen Sinn ich noch nicht ganz erfassen kann. Aber wenn ich den Sinn auch nicht kenne, so darf ich doch freudig dem vertrauen, der mich so liebt, dass er für mich ans Kreuz gegangen ist."

W. Scheyhing H. Pohl








 




August 2017   

Das Wort
Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin ein Zeuge bei Groß und Klein. Apostelgeschichte 26,22
Der festgenommene Apostel Paulus steht vor König Agrippa, der sagt zu ihm: „Es ist dir erlaubt für dich selbst zu reden.“ (Vers1). Diesen Anlass nützt Paulus aus um von seinem Leben und seinen Auftrag zu berichten. Er gibt zu, die Christen als strenggläubiger Pharisäer verfolgt zu haben und berichtet von seiner Bekehrung vor Damaskus und seiner darauffolgenden Predigttätigkeit in ganz Israel. Er sei deshalb von den Juden im Tempel ergriffen worden und sie hätten versucht ihn zu töten. Mit Gottes Hilfe konnte er überleben.
Unser eigenes Leben mag nicht so spektakulär sein wie das, des Apostel Paulus; doch auch wir haben schon manches erlebt. Krisen, Unfälle, Krankheiten oder andere Probleme sind uns nicht fremd. Aber gerade da können wir mit unseren Vater im Himmel reden. Mit allem was uns bewegt dürfen wir zu ihm kommen und im Namen Jesu Christi um Hilfe bitten. Wir können geht sicher sein, dass er uns hört. Auch wenn er nicht alle unsere Wünsche erfüllt, so führt sein Eingreifen doch immer zur besten Lösung, auch wenn uns das manchmal anders erscheinen mag.
Seit mehr als 38 Jahren bin ich querschnittsgelähmt und somit dauernd auf Hilfe angewiesen. Meine Frau und ich wissen, dass Gott die Macht hat mich zu heilen aber unsere Gebete mit diesem Anliegen wurden bis jetzt nicht erhört. Trotzdem können wir von der Hilfe Gottes berichten. Jeden Tag erfahren wir seine Nähe. Er gibt uns beiden immer wieder neue Kraft und lässt uns auch in Krisen nicht allein. Ein Beispiel: Früher haben sich auch Zivildienstleistende um mich gekümmert. Als dann die Wehrpflicht und damit auch der Zivildienst abgeschafft wurde, wussten wir nicht wie es weitergehen sollte. Da schickte uns der Herr einen sehr tüchtigen Mann, Igor. Er war bei der Arbeiterwohlfahrt angestellt. Das war für meine Frau, die sich ja am meisten um mich kümmert, eine große Entlastung. Nach neun Jahren beschloss die Leitung der Arbeiterwohlfahrt den ASHD (ambulanten sozialen Hilfsdienst ) aufzulösen. Wieder standen wir vor der Frage: Wie geht es weiter? Auch hier sehe ich wieder Gottes Hilfe, denn die Caritas konnte einspringen und mich und Igor zu den selben Bedingungen übernehmen.
Durch radikale Einschnitte im Leben wie die Lähmung eines Partners werden viele Beziehungen so belastet, dass sie brechen. Gott sei Dank (und das meine wörtlich!) wurden wir davor bewahrt. Es klingt fast unglaublich, aber unsere Liebe hat nicht gelitten, sondern sie ist sogar noch stärker geworden! Getrost blicken wir in die Zukunft, denn wir wissen unser Herr umgibt uns von allen Seiten und hält seine Hand schützend über uns.
Jetzt, in der Zeit der Sommerferien fahren viele Familien in den Urlaub um abschalten zu können, sich zu erholen und Kräfte für die Belastungen des Alltags zu sammeln. Möge sie unser Herr auf der Reise beschützen und ihnen eine unbeschwerte Ferienzeit und gute Erholung schenken! Alle anderen, die den Sommer zu Hause verbringen befehlen wir auch der Fürsorge unseres Vaters im Himmel an!
In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen gesegneten Sommer
Hugo Pohl


Das Wort

1. Petrusbrief 2,9 : Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.

Damals richtete sich dieser Brief an christliche Gemeinden im Gebiet der heutigen Türkei. Aber auch wir, hier in Röthenbach,  im Jahr 2016 sind angesprochen. Als auserwähltes Geschlecht und königliche Priesterschaft werden wir bezeichnet  Gott hat uns auserwählt zu königlichen Priesterinnen und Priestern. Kann das sein? Wir haben doch ist unsere Gemeinde schon eine Pfarrerin und einen Pfarrer. Sollen wir nun auch auf die Kanzel steigen und predigen , Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen abhalten? Nein, das ist sicher nicht gemeint! Allerdings ist es unsere Aufgabe unsere Scheu zu überwinden und im Alltag unseren Mitmenschen von den Erfahrungen zu erzählen, die wir mit unserem Herrn gemacht haben. Das muss nichts Spektakuläres sein, sondern genau das was oft als glücklicher Zufall bezeichnet wird, denn wir wissen: Zufall nennt sich Gott, wenn er anonym bleiben will!

Wir werden als heiliges Volk bezeichnet. Gott   hat uns geheiligt und wir sind sein Eigentum, das heißt, jeder einzelne von uns gehört ihm. Nichts und niemand kann und wird uns aus seiner Hand reißen! Wir dürfen auf seine Nähe täglich vertrauen, auch und gerade dann, wenn wir sie nicht spüren! Als heiliges Volk werden wir angesprochen, allerdings nicht wegen unserer herausragenden Leistungen auf dem Feld des Glaubens, sondern einzig und allein, weil er uns geheiligt hat!. Wir haben den Auftrag die Wohltaten unseres Gottes zu verkündigen. Sind wir uns eigentlich bewusst, was Gott uns täglich Gutes tut? Vieles nehmen wir als ganz selbstverständlich hin: Wir haben ein Dach über den Kopf, unsere Wohnungen sind warm und gemütlich. Menschen, die uns lieben und verstehen sind an unsere Seite gestellt. Wir dürfen schon lange in Frieden leben; das ist ein Geschenk, das wir angesichts der vielen Kriege in unserer Welt gar nicht hoch genug einschätzen können.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen Gottes reichen Segen!

Hugo Pohl


Das Wort

Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen. Psalm 130,6

Wenn Wächter sich die ganze Nacht den Schlaf versagen mussten, ist die Sehnsucht nach dem Morgen gut zu verstehen. Beinahe dehnt sich die Zeit während der Nacht ins Unendliche. Ein Mangel tritt auf, der nur durch das Ende der Nachtwache ausgeglichen werden kann. Wir Menschen sind so aufgebaut, dass unser innerstes Wesen, die Seele, auch immer unter einem Mangel leidet. Nur scheinbar kann dieser Mangel gestillt werden. Doch tatsächlich genügen weder materielle noch ideelle Werte ihn zu beseitigen. Nur unser Herr und Gott kann diese innere Leere wirklich füllen.

Die Adventzeit hat schon wieder begonnen. Eigentlich war sie einmal als ruhige, besinnliche Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest gedacht, Doch was ist daraus geworden? Meistens werden schon im September oder Oktober die ersten Weihnachtsartikel in den Geschäften angeboten. Kurz danach sehen wir Weihnachtsschmuck und aus vielen Lautsprechern klingt unablässig, manchmal auch nervtötend, Weihnachtsmusik. Anstelle von Ruhe und Besinnlichkeit erfasst Stress die Menschen. Sie hetzen durch Supermärkte und Discounter. Man will doch seinen Freunden und Angehörigen ein schönes Fest bereiten und die richtigen Geschenke bringen. Ja, es ist schwer, sich diesem Trubel zu entziehen. An Weihnachten feiern wir doch den Geburtstag unseres Herrn, der als hilfloses Baby in unsere Welt kam, um uns dann später durch seinen Tod am Kreuz zu erlösen. Das ist der Grund für unsere Freude. Ein Pfarrer hat einmal seine  Nach wenigen Minuten machte er der überraschten Gemeinde klar, dass Jesu Geburt, der Tod am Kreuz und seine Auferstehung untrennbar miteinander verbunden sind. Das Weihnachtsfest ist leider für manche Menschen zu einem mehr oder weniger erfolgreichen Familienfest geworden, das seinen tiefen Sinn verloren hat. Obwohl man sich viel Mühe gegeben hat und alle guten Willens waren, stellt sich statt Ruhe und Frieden manchmal Krach und Streit ein. Es ist einfach kein Friede in den Herzen der Menschen. Wenn wir so etwas schon im engsten Familienkreis erleben, braucht man sich nicht zu wundern, dass auf unserer ganzen Welt kein Friede herrschen kann. Schon im Alten Testament wird auf Jesu Geburt hingewiesen und er bekommt den Ehrentitel: Friedefürst!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine besinnliche Adventszeit, in der Jesus unsere Herzen mit seiner Liebe füllen möge und ein friedvolles Weihnachtsfest!

                                                                                    Hugo Pohl

Monatsspruch Oktober 2015

Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten wir das Böse nicht auch annehmen. Hiob 9.10

 

Ja, jeder von uns hat in seinem Leben viel Gutes erfahren. Wir leben hier in Europa und dürfen uns über 70 Jahren Frieden freuen, während an anderen Orten in der Welt Krieg herrscht. Unsere Bevölkerung hat Arbeit. Im August lag die Arbeitslosenquote in Bayern bei 3,6 % – der niedrigste Wert seit Jahrzehnten! Der Wohlstand in unserem Land ist so hoch, dass  sogar Europäer aus den Balkanländern gern daran teilhaben möchten und deshalb bei uns um Asyl  nachsuchen.

Deshalb haben wir immer wieder Grund unseren Vater im Himmel zu danken, ihn zu loben und zu preisen. Aber unser Monatsspruch lenkt unseren Blick auf das Böse, das wir hier erleben müssen. Ich finde es bezeichnend, dass als Ursache für das Gute in der ersten Hälfte des Wohlanspruchs Gott genannt wird (wir haben Gutes empfangen von Gott). Als Ursache für das Böse wird Gott nicht bezeichnet, uns wird nur Mut gemacht, das Böse auch anzunehmen...

Aber können wir wirklich so einfach zwischen Gut und Böse unterscheiden? Die folgende kleine Geschichte macht mich da sehr nachdenklich:

Ein chinesischer  Bauer  wohnte in einer chinesischen Provinz. Er war arm. Immerhin besaß er ein Pferd, das er für die Feldarbeit brauchte.  Eines Tages floh das Pferd aus der Koppel und verschwand in die Ferne. Seine Nachbarn sagten: „Das ist wirklich nichts Gutes.“ Der Bauer antwortete: „Woher wollt ihr das wissen?“ Einige Tage später kam das Pferd zurück und hatte elf Wildpferde im Gefolge. Der Bauer hatte nun zwölf Pferde! Seine Nachbarn sagten: „Das ist aber jetzt wirklich was Gutes!“ „Woher wollt ihr wissen, dass das so ist?“ entgegnete der Bauer. Sein Sohn begann nun damit die wilden Pferde einzureiten. Der mächtigste Hengst warf ihn ab, so dass er schwere Verletzungen und einige Knochenbrüche davontrug. Da bedauerten ihn seine Nachbarn. Er aber sagte „Wer weiß wozu das noch gut sein wird.“ Kurz danach brach ein Krieg aus. Alle jungen und gesunden Männer aus dem Dorf wurden eingezogen. Kein einziger kam lebend zurück!

In diesem Monat feiern wir wieder das Erntedankfest. Wegen der großen Trockenheit im Sommer ist mit Ernteausfällen zu rechnen. Eine schwierige Situation für unsere Landwirte! Wir sollten sie durch unser Einkaufsverhalten unterstützen. Regionale Lebensmittel für die die Transportwege kurz sind belasten auch die Umwelt viel weniger. Die CO2-Bilanz ist deutlich besser. Das kann unter anderem auch eine Maßnahme gegen die drohende Klimaerwärmung sein. In unseren Geschäften sind die Lebensmittel aus Franken immer besonders als Qualität aus Franken gekennzeichnet. Bayern will sogar im Herbst ein spezielles Label für bayerische Bioprodukte einführen! 

Jetzt endlich, am Ende seiner Amtszeit, wagt der amerikanische Präsident, Barack Obama, sich für den Klimaschutz einzusetzen. Er fordert, dass in der nächsten Konferenz zu diesem Thema in Paris nun endgültig   für alle Staaten verbindliche Ziele festgelegt werden. Wir Christen dürfen auch in dieser Angelegenheit unseren Herrn im Himmel bitten, dass er die Politiker der großen Wirtschaftsnationen richtig leitet.

„Vater im Himmel, wir danken dir für all das Gute, dass wir von dir empfangen haben. Gib uns auch die Kraft das anzunehmen, was uns jetzt noch als böse erscheint.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen gesegneten Oktober!    Hugo PohlKari

Monatsspruch Oktober 2014

Das Wort Ehre Gott mit deinen Opfern gern und reichlich, und gib deine Erstlingsgaben, ohne zu geizen.                                                        Jesus Sirach 35,10 In diesem Monat feiern wir das Erntedankfest. Die Ernte war noch vor nicht allzu langer Zeit lebenswichtig. War sie schlecht ausgefallen, so bedeutete das: Not, Hunger oder Tod. Jetzt allerdings sind wir in der Lage uns ganzjährig mit frischem Obst oder Gemüse zu versorgen. Wir nehmen dafür auch lange Transportwege in Kauf. Oft denken wir nicht daran, dass wir dadurch die Atmosphäre belasten und der gesamten Umwelt schaden. Unser Vater im Himmel schenkt uns jedes Jahr reichlich seine Gaben. Aber nicht nur die Feldfrüchte gehören dazu. Einfach alles, was wir benötigen, kommt aus seiner Hand. Nicht nur die Nahrung für unseren Körper sondern auch für die Seele (der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern einem jeden Wort Gottes. Lukas 4,4) Er ist es auch, die uns Menschen an unsere Seite stellt. Ich bin nun schon seit 40 Jahren verheiratet und danke unserem Herrn, dass er uns beide zusammengeführt hat. Doch bereits im fünften Jahr unserer Ehe habe ich mir bei einem Unfall das Genick gebrochen. Ich sitze nun im Rollstuhl und kann nicht einmal mit meinen Händen zugreifen.  Meine Frau und ich danken täglich unserem Herrn für die Kraft, die er uns schenkt und die Hilfe die wir immer wieder erfahren. Wenn wir opfern geben wir eigentlich nur etwas zurück, das wir vorher von unserem Vater im Himmel empfangen haben.  Unser Monatsspruch ruft uns auf, Gott gern und reichlich mit unseren Gaben zu ehren. Es sollte uns doch leicht fallen unserem gütigen Gott diese Ehre zuteil werden zu lassen. Wir haben die Möglichkeit ihm auch um seinen Segen für die Verwendung dieser Gaben zu bitten: Vater im Himmel, hab Dank für deine große Güte und alles, was du schenkst. Mach du uns bereit diese Gaben in deinem Sinne zu verwalten. Vertreibe du den Geiz, der manchmal an uns nagt, schenke uns Freude am Geben. Richte unser Leben auf die Not unserer Mitmenschen aus. Segne du alle unsere Gaben, damit sie auch die erreichten, die sie am nötigsten brauchen! Amen. Hugo Pohl

JUNI  2014

Das Wort

 

Die Frucht des Geistes  aber ist  Liebe, Freunde, Friede, Langmut, Freundlichkeit,  Güte, Treue,  Sanftmut  und Selbstbeherrschung. Galater 5,22-23a

 

In diesem Monat feiern wir das Pfingstfest. Manche nennen es auch: Die Geburt der christlichen Gemeinde. Der Heilige Geist, den Jesus seinen Jüngern bei der Himmelfahrt versprochen hatte, war über alle ausgegossen worden. Jetzt verstanden sie sich erst richtig. Ja, sie hörten sogar die anderen in ihrer eigenen Muttersprache reden.

In unserem Monatsspruch geht es dem Apostel Paulus um das Leben im Geist." Ich sage aber: Lebt im Geist, so werdet ihr  die Begierden des Fleisches nicht vollbringen (Vers 16)." Er schreibt weiter: "Die Werke des Fleisches sind:  Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen (Vers 19b – 21a)". Die Auswirkungen dieser beiden grundverschiedenen  Lebenseinstellungen beschreibt er durch zwei unterschiedliche Begriffe: Frucht und Werke.

Frucht ist etwas, das selbstständig wächst; sie bedarf keiner weiteren Anstrengung. Das Werk aber kostet seinem Urheber Kraft und Energie. Aber ist es nicht eher umgekehrt? Fallen die Werke des Fleisches nicht leichter? Von Geburt an sind wir eben durch und durch "fleischlich". Das sagt uns auch schon das Alte Testament: Das Dichten und Trachten des Menschen ist böse von Jugend auf (1.Mose 8, 28). Aus eigener Kraft können wir uns von dieser Last nicht befreien. Es ist unbedingt nötig umzukehren und uns von Gott einen Neubeginn schenken zu lassen. Dafür ist unser Herr, Jesus Christus, am Kreuz gestorben. Sein Opfer und seine Auferstehung sind die Ursache für das Wachstum der Frucht des Geistes. Der Glaube daran bringt sie in unser Leben. Liebe gibt uns Wärme. Freude öffnet uns die Herzen. Friede und Langmut bewahren uns vor unnötigen Kämpfen und Konflikten. Freundlichkeit und Güte lassen die geistigen Mauern zwischen Menschen bröckeln. Die Treue ist der Mörtel, der die Steine der Liebe in unserem Leben zusammenhält, damit daraus ein schützendes Haus wird. Sanftmut und Selbstbeherrschung vermeiden, dass Wertvolles zerbricht und dadurch großer Schaden entsteht.

"HERR, hab Dank, dass du in unserem Leben die Frucht des Geistes reifen lassen willst. Gib, dass wir ein guter Boden für dich sind. Lass uns bereit sein für alles, was du in deiner Güte mit uns vorhast. Amen.“

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten neuen Monat und ein gesegnetes Pfingstfest!Hugo Pohl

Februar 2014

Das Wort

 

Redet was gut ist, was erbaut und notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören. Epheser 4, 29

 

Mit der Sprache hat Gott, der Schöpfer, uns Menschen ein herrliches Geschenk gemacht. Durch unser Reden haben wir weitaus bessere Möglichkeiten der Kommunikation, als unsere tierischen Mitgeschöpfe. Auf vielfältige Art und Weise können wir uns ausdrücken, Gefühle mit anderen teilen, neue Kontakte knüpfen oder alte Beziehungen vertiefen und festigen. Lob und Anerkennung sind uns ebenso möglich wie Tadel und Ablehnung. Aber Gerüchte und Unwahres verbreiten sich ebenso leicht wie Tatsachen. Ja, oft bekommt man sogar den Eindruck, dass die Wahrheit viel verwundbarer ist, als die Lüge. Es gibt ja nur eine Wahrheit, aber unendlich vieles was nicht mit ihr übereinstimmt.

Über die großen Möglichkeiten unserer Sprache und die Gefahren, die damit verbunden sind schreibt Jakobus:  "Es ist aber die Zunge ein kleines Glied und richtet große Dinge an. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen Wald zündet's an!" Jakobus 3,5

Mit der Sprache ist es wie mit dem Feuer: Auf der einen Seite nützt es uns mit seiner Wärme und dem Licht, auf der anderen Seite ist es aber auch eine Gefahr, kann schaden, zerstören, vernichten und töten! Unser Monatsspruch rät uns eindringlich die Sprache zum Guten zu gebrauchen. Wir sollen sie dafür einsetzen, dass Gutes geschieht. Unsere Mitmenschen können wir damit aufrichten. Wenn ich die Stelle lese: Redet was notwendig ist", dann fällt mir ein, dass wir durch das Reden und die daraus folgenden Taten tatsächlich die Not in unserer Welt wenden können, wenn wir auf die Kraft, die Hilfe und den Segen unseres allmächtigen Vaters im Himmel vertrauen!

"HERR, hab Dank für das Geschenk unserer Sprache. Hilf uns, dass wir so reden, damit unsere, von ihren Lasten niedergedrückten Mitmenschen aufgerichtet werden. Lass' aber auch unseren Worten die richtigen Taten folgen. Dein Segen begleite uns jeden Tag. Umgib uns mit deinem mächtigen Schutz an jedem Tag dieses

neuen Monats und bewahre uns vor allem Bösen! Amen"                                                    Hugo Pohl


OKTOBER 2013

Das Wort

Vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen,

denn an solchen Opfer hat Gott Gefallen.

                                                                Hebräer 13,16

Wer kennt sie nicht die Vergesslichkeit? Mir geht es jedenfalls so: Ich hatte mir fest vorgenommen etwas zu tun, dann wurde ich abgelenkt und schon war das ursprüngliche Vorhaben vergessen. Meist ist das nicht so tragisch, denn es ging nur um etwas Belangloses. Bei unserem Monatspruch aus dem Hebräerbrief werden wir aber an etwas äußerst Wichtiges erinnert. Wir sollen nicht vergessen Gutes zu tun. Das ist nicht immer leicht. Der Wille zu guten Taten ist zwar da, aber oft steht uns unsere Bequemlichkeit im Wege. Da sollte man zum Beispiel eigentlich einen Krankenbesuch machen, aber es fällt doch viel leichter sich an den Laptop zu setzen und im Internet zu surfen oder ein gutes Buch zu lesen.

Wir werden daraufhingewiesen, dass wir mit anderen teilen sollen. Ja, auf unserer Erde gibt es eigentlich genug für alle, aber die Güter sind nicht gleich verteilt. Im Vergleich zu anderen Ländern geht es uns in Deutschland sehr gut. Natürlich gibt es die staatliche Entwicklungshilfe. Sie ist aber nur ein winziger Bruchteil unseres Sozialproduktes und bewirkt weniger als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein! Und selbst davon landet vieles bei den Falschen; eine Menge Geld wird nicht zum Kauf von Lebensmitteln sondern von Waffen verwendet.

Auch hier bei uns treffen wir auf gewaltige Unterschiede in der Verteilung des Vermögens und der Güter. Dumping-Löhne führen dazu, dass vielen Arbeitern ihr Einkommen nicht einmal für das Nötigste reicht. Es wäre schon längst notwendig einen verbindlichen Mindestlohn einzuführen. Da das aber immer noch nicht gelungen ist, sind wir umso mehr persönlich angesprochen. Spenden an zuverlässige Organisationen sind gut und richtig. Besser ist es aber, Gott unsern Herrn zu bitten, uns in unserer unmittelbaren Umgebung zu zeigen, wo unsere Hilfe gebraucht wird.

Das kann sich auf die unterschiedlichsten Bereiche unseres Lebens beziehen: In der Familie, in der Nachbarschaft, in der Schule, im Beruf oder auch in unserer Freizeit.

Wir sollten aber auch nie vergessen, dass nur das Leben hier auf unserer Erde für uns Bedeutung hat. Denn unsere Jahreslosung weist uns auf das wesentliche Ziel hin: Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. (Hebräer 13,14). Die Hoffnung auf die ewige Heimat bei Gott im Himmel gibt Kraft mit den Problemen, Mühen und Schwierigkeiten des Alltags fertig zu werden!

 

Vater im Himmel zeige du uns wo wir Gutes tun und unseren Mitmenschen helfen können! Amen.

 

                                                                    Hugo Pohl    

 

 



MÄRZ 2013

Das Wort

 

Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden, denn IHM leben sie alle. Lukas 20,38

 

An vielen Stellen in der Bibel wird vom Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs gesprochen. Diese drei Stammväter des Volkes Israel leben schon lange nicht mehr. So könnte man auch auf die Idee kommen, dass Gott ein Gott der Toten sei und mit uns Lebenden gar nichts mehr zu tun hat. Dem widerspricht unsere Losung eindeutig: ER ist ein Gott der Lebenden! Sie sagt aber noch mehr: denn IHM  leben sie alle. Hier geraten wir an die Grenzen des Vorstellbaren.

Am Ende dieses Monats ist Ostersonntag. Wir feiern die Auferstehung unseres Herrn, Jesus Christus. Ich habe meine Gedanken dazu in Gedichtform aufgeschrieben:

 

Das größte Wunder ist geschehen.

Dein Tod hat uns den Sieg gebracht.

Wir staunen, können's nicht verstehen,

Das Geheimnis deiner Osternacht.

Durch Leid und Tod führst du zum Licht,

Tust uns sogar den Himmel auf,

Nimmst uns die Angst vorm Weltgericht

Und änderst selbst der Welten Lauf.

Schenk' uns deinen Ostersegen,

Du Sieger über Schuld und Tod,

Begleite uns auf allen Wegen

Und tröste uns in jeder Not!

 

Als Jesus seinen Jüngern sagte, dass er sterben und sie verlassen müsse, fragte Petrus: Herr, wo gehst du hin? Jesus antwortete: In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: ich geh hin, euch die Stätte zu bereiten? Auf diese Zusage dürfen auch wir uns felsenfest verlassen. Wenn das Leben hierauf der Erde für uns zu Ende ist, landen wir in der Hand unseres Gottes, der jeden einzelnen von uns so sehr liebt, dass er für unsere Sünde seinen Sohn am Kreuz geopfert hat! 

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen guten neuen Monat und ein gesegnetes Osterfest!

                                                         Hugo Pohl

 

 

 

 

 

 

 



„Wir sind der Tempel des lebendigen Gottes.“ 2. Kor. 6.16

 

Der Tempel hatte eine große Bedeutung in Israel. Dort hatte Gott seinen Wohnsitz. Der Tempel war so heilig, dass nur der Hohe Priester das Allerheiligste betreten durfte. Er allein konnte dort mit Gott sprechen. Jetzt hat jeder  von uns die Möglichkeit, das zu tun. Wir können IHM unsere Sorgen und Nöte, ebenso wie unsere Freude und unseren Jubel mitteilen.

Ich war im Krankenhaus in Nürnberg, im Südklinikum. Zuerst meinte man, dass ich einen Schlaganfall erlitten hätte. In dieser Situation fühlte ich mich verständlicherweise sehr einsam. Auch wenn es nur zwei Tage waren, erschienen mit die Nächte endlos, denn mein Zeitgefühl war völlig verloren gegangen.  Auch wenn da kein Mensch bei mir war, so spürte ich doch die Nähe unseres Herrn, wie damals der Hohe Priester im Allerheiligsten. Eine große Geborgenheit umgab mich. Ich war nicht mehr allein. Wenn dann endlich die Sonne aufging und ihre Strahlen in mein Zimmer fielen, dann umgab mich ein Gefühl des Glückes.

 

Wir haben in Jesus Christus einen Hohen Priester, der uns sogar durch seinen Tod und seine Auferstehung den Weg zum Vater frei gemacht hat. Mit all unseren Sorgen und Nöten, aber auch Freuden können wir direkt zu Ihm kommen. Das kann  uns mit Glück und Geborgenheit erfüllen. Ich war im Krankenhaus in Nürnberg, im Südklinikum. Zuerst meinte man, dass ich einen Schlaganfall erlitten hätte. In dieser Situation fühlte ich mich verständlicherweise sehr einsam. Auch wenn es nur zwei Tage waren, erschienen mit die Nächte endlos. Auch wenn da kein Mensch bei mir war, so spürte ich doch die Nähe unseres Herrn, wie damals der Hohe Priester im Allerheiligsten. Wir wissen, sein Nahesein ist bedingungslos, nicht von irgendeiner Leistung abhängig.                                                  Hugo Pohl 


Das Wort

 

Mit welchem  Maß ihr messt, wird man euch wieder messen. Markus 4,24

 

Auf das rechte Maß kommt es an. Versuchen wir nicht alle unsere Welt und die Mitmenschen möglichst richtig zu beurteilen und zu messen. Wir denken, dafür gibt es doch objektive Maßstäbe, die immer zu guten Ergebnissen führen müssen. Die Psychologen sind sogar in der Lage mit standardisierten Tests menschliche Leistungen wie zum Beispiel soziale Kompetenzen oder Intelligenz zu messen.

Als Jesus seinen Jüngern diesen Rat gab: Mit welchem Maß ihr messt, wird man euch wieder messen,

da dachte er wahrscheinlich nicht an diese Maße und psychologischen Testmethoden. Er kennt seine Jünger und uns Menschen. Wie wir unsere Nächsten beurteilen, weiß er ganz genau. Ganz leicht verschiebt sich da das Maß. Die Fehler der Mitmenschen, ja sogar der Geschwister im Glauben erscheinen uns oft viel größer als unsere eigenen. Sehr plastisch beschreibt unser Herr diesen Tatbestand im Matthäus Evangelium im siebten Kapitel: "Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen?, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge. Du Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst." (Vers 3 bis 5)

Rücken diese plastischen Hinweise unseren Maßstab wieder gerade, oder sind wir immer noch der Meinung, dass unsere Fehler viel leichter zu entschuldigen sind? Es ist schon eigenartig: Niemand meint unsere Schwächen und Fehler besser zu kennen als wir selbst, aber trotzdem schätzen wir unseren Mitmenschen viel schlechter ein, obwohl wir über sie doch viel weniger wissen. Für uns selbst finden wir immer ganz leicht Ausreden und Entschuldigungen.

Grundsätze und Prinzipien haben natürlich ihren Platz im Leben, aber für den richtigen Umgang miteinander genügt fast immer ein bisschen Barmherzigkeit! Der Urheber dieses Hinweises ist mir nicht bekannt, ich meine aber, der hat verstanden was Jesus meint.

Unser Herr hat uns gelehrt, dass seine Liebe das Wichtigste im Leben ist. Er schenkt sie uns reichlich und überschwänglich. Eigentlich ist es gar nicht möglich, sie nur bei sich zu behalten - wir müssen sie einfach weitergeben! Regiert sie unser Leben, dann stimmen auch die Maße.

 

HErr begleite uns täglich mit deiner Liebe. Lass uns in Liebe einander begegnen und zeige uns das recht Maß, das für uns und unsere Mitmenschen gilt! Amen

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen gesegneten neuen Monat!

                                                       Ihr Hugo Pohl


Das Wort

 

Jesus Christus spricht: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!

Markus 16,15

Der auferstandene Herr, Jesus Christus, hat einen Auftrag an seine Jünger: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Schon einmal hatte er seine Jünger in Zweier-Gruppen ausgesandt, das war noch vor seinem Tod am Kreuz und der Auferstehung. Der Auftrag der Jünger war damals: Buße predigen, unreine Geister austreiben und Kranke heilen (Markus 6, 7 -13). Doch nun ist die Situation eine ganz andere: Jesus ist für die Sünden der ganzen Welt gestorben, so hat er den Weg zum Vater frei gemacht und Gott hat ihn auferweckt! Die ganze Schöpfung ist nicht mehr unrettbar von Gott getrennt, sondern erlöst. Dies ist die frohe Botschaft, das Evangelium. Jesu Auftrag ist in zweierlei Weise umfassend:

 

1. Er bezieht sich auf die ganze Welt, es gibt also keine räumlichen Grenzen.

 

2. Die Zielgruppe sind alle Geschöpfe, es gibt auch keine Einschränkungen in Bezug auf die Missonierten.

 

Als die Jünger damals diesen Auftrag bekamen, hatten sie nicht die geringste Vorstellung von seinem Umfang. Die damals bekannte Welt endete schon, mehr oder weniger weit, hinter den Grenzen des römischen Imperiums. Die neue Welt, Nord- und Südamerika, Afrika, Indonesien, Australien und die Polarregegion waren unbekannt. Eine gewaltige Aufgabe hat Jesus seinen Nachfolgern anvertraut!

 

Im Laufe der Jahrhunderte haben Missionare nahezu jede Stelle unseres Planeten erreicht. Selbst dort, wo noch kein Verkündiger des Evangeliums war, kann die frohe Botschaft von der Erlösung am Radio oder Fernsehgerät empfangen werden.

 

Aber wie hat sich die Situation hier in unserem Land in den letzten Jahrhunderten verändert: Die Zahl der Christen ist deutlich zurückgegangen. Atheisten und die Anhänger anderer Religionen wohnen mitten unter uns. Auch bei diesen Zielgruppen handelt es sich um Geschöpfe, die Jesus mit der frohen Botschaft bekannt machen will. Was hindert uns, seine Nachfolger, daran seinen Auftrag auszuführen?

Meinen wir, es sei schon zu viel Zeit vergangen und dieser Auftrag betrifft uns gar nicht mehr? Oder halten wir uns an den Ausspruch: Jeder solle nach seiner Facon selig werden (Alter Fritz)? Fehlen uns Mut und Begeisterung?

Wie dem auch sei, wir sollten uns nicht mit dieser Situation abfinden und resignieren, sondern die Verbindung mit Jesus persönlich suchen:

Herr, du kennst unsere Unfähigkeit und unseren Kleinglauben. Schenke uns in der Kraft deiner Auferstehung und täglichen Nähe, die Freude der guten Nachricht und unserer Errettung zu erleben. Gib uns den Mut und die Fähigkeit deinen Auftrag auszuführen und Menschen durch unsere Erfahrungen mit deiner frohen Botschaft bekannt zu machen; Amen.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gesegnetes Osterfest, und dass wir das Wunder der Auferstehung unseres Herrn wieder neu erleben und in seiner Kraft das Evangelium in unserem Alltag verkünden.

Ihr Hugo Pohl


Das Wort

 

Weise mir, Herr, deinen Weg, ich will ihn gehen in Treue zu dir. Ps. 86, 11

 

Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. 2. Kor. 12, 9 

 

Zwei Bibelstellen stehen am Anfang dieses neuen Jahres: Der Monatspruch für Januar und die Jahreslosung für das Jahr 2012. Der Psalmbeter wendet sich an Gott, fragt nach dem Weg, den der Herr für ihn vorgesehen hat und bekräftigt, dass er diesen Weg in Treue gehen will.

Ist das nicht auch die Frage, die wir am Beginn des Jahres 2012 an Gott stellen möchten? Möchten wir gerne wissen, was Gott für uns geplant hat? Oder sind unsere Pläne schon fix und fertig? Wir müssen uns doch vorbereiten und können nicht planlos einfach so dahin leben. Trotzdem sollten wir offen sein für neue Möglichkeiten, die der Herr anbietet, auch wenn sie manchmal gar nicht mit unseren Vorstellungen übereinstimmen. Das kann durchaus etwas sein, das wir negativ bewerten, wie zum Beispiel eine Krankheit. Aber vielleicht will uns Gott damit etwas zeigen und uns eine Chance geben aus der Alltagsroutine auszusteigen, uns von den Scheuklappen des täglichen Einerleis befreien. Trotz aller Planungen wissen wir: Unser Schicksal und unsere Zukunft liegen nicht in unserer Hand. Unser Einfluss darauf ist doch eigentlich gering. Wenn uns das bewusst wird, könnten wir leicht ängstlich werden und verzagen, denn wir sind doch viel zu schwach. Genau in diese Situation passt Jesu Wort in unserer Jahreslosung: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig! Ganz egal was in diesem neuen Jahr auf uns zukommt, unser auferstandener Herr bietet uns seine Kraft an; ganz besonders den Verzagten und Schwachen! Täglich dürfen wir mit seiner Nähe und Hilfe rechnen.

Ein neues Jahr ist uns geschenkt.

Was mag es uns wohl bringen?

Was hast du, Herr, hineingesenkt

An schweren und an schönen Dingen?

Du willst ja täglich bei uns sein,

Drum wollen wir es wagen.

Diese Hoffnung bleibt bestehen,

Auch an den trübsten Tagen.

Getrost gehen wir hier durch die Zeit

Von deinem Schutz umgeben,

Bis wir dort in der Ewigkeit

Bei dir und mit dir leben!

Amen

In diesem Sinne wünsche ich uns allen Gottes Segen

im neuen Jahr. Er lasse uns seine Wege erkennen und seine Kraft täglich neu erfahren!

Ihr Hugo Pohl

 

 

 


Das Wort

 

Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott? Hiob 4,17

 

Gerechtigkeit ist ein hohes Gut. Wenn es im menschlichen Miteinander daran hapert, dann sind Probleme, Auseinandersetzungen, ja sogar Revolutionen vorprogrammiert. Hier geht es aber um das Gerechtsein vor Gott. "Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott?“ Elifas von Teman, einer der drei Freunde Hiobs, hat diese Frage gestellt. Zu dritt kümmern sie sich um Hiob, als diesen die sprichwörtlich gewordenen Hiobsbotschaften in eine schwere Krise führten: Alle seine Kinder waren bei einem Unglück ums Leben gekommen und auch sein materieller Reichtum ist in kürzester Zeit zerstört worden. Elifas weist Hiob auf seine guten Taten hin:

"Siehe, du hast viele unterwiesen und matte Hände gestärkt;

deine Rede hat die Strauchelnden aufgerichtet, und die bebenden Knie hast du gekräftigt." (Vers 3 und 4) und hält ihm nun einen Spiegel vor: "Nun es aber an dich kommt, wirst du weich, und nun es dich trifft, erschrickst du!" (Vers 5)  Hiob hatte tatsächlich auf der Sonnenseite des Daseins gelebt. Gesundheit, Reichtum, Glück und Frieden waren ihm beschieden. Vielleicht meinte er sogar ein Anrecht darauf zu haben, denn er war ja schließlich ein frommer und gottesfürchtiger Mensch, mit sich selbst und seinen Leistungen sehr zufrieden. Jetzt aber ist es soweit gekommen, dass er sogar den Tag seiner Geburt verflucht (Kapitel 3,2 - 11). Am Leben Hiobs wird deutlich: Wir Menschen sind nicht in der Lage, an Gott Forderungen zu stellen; ein Anrecht auf Gottes gute Gaben gibt es nicht und es hat auch keinen Sinn sich über vermeintliche Benachteiligungen zu beschweren. Nicht immer sind wir auf Gottes Wegen im Sonnenschein unterwegs. Stürme und Unwetter müssen ausgehalten und Wanderungen durch finstere Täler überstanden werden. Das können finanzielle Probleme, gesundheitliche Nöte, Spannungen in der Partnerschaft, die Trennung von lieben Menschen, Krankheiten oder auch Todesfälle sein. Hat nicht jeder von uns schon solche Schattenseiten erlebt? Wie oft wird da die Frage laut: "Herr, warum gerade ich?" Sie führt aber nur in eine Sackgasse. Unser Herr, Jesus Christus, durch dessen Opfer wir vor Gott gerechtfertigt sind, hat uns die Lösung dieses Problems gezeigt. Im Garten Gethsemane, als ihm Leid und Tod deutlich vor Augen stehen und auch im Vaterunser betet er: "Vater, dein Wille geschehe!“ Die Zustimmung zum Willen Gottes ist bestimmt nicht immer leicht, aber sie öffnet neue Wege in aussichtslosen Situationen. Auch wenn das Leben oft schwer wird, dürfen wir uns auf die Nähe, die Hilfe und den Beistand unseres Herrn verlassen, selbst wenn wir sie in diesem Moment nicht spüren können; er ist da: "Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.", so lesen wir es im 139. Psalm im 5. Vers. Auf Leistungen und gute Werke brauchen wir uns gar nichts einbilden, sie können uns vor dem heiligen Gott nicht gerecht machen. Es ist seine Gnade und Liebe, die uns durch den Opfertod Jesu Christi zur Gerechtigkeit führt, wir brauchen dieses Geschenk nur im Glauben anzunehmen!

 

Herr, du bist es, der uns die Gerechtigkeit vor dir schenkt. Danke, dass du uns annimmst. Gib uns auch die Kraft auf unsere Mitmenschen zu zugehen und sie ebenso anzunehmen! Amen.

Ihr Hugo Pohl

      

 JUNI 2011


Das Wort

 

Einer teilt reichlich aus und hat immer mehr; ein andrer kargt, wo er nicht soll und wird doch ärmer.                                  

Sprüche 11,24

Hier geht es um das Austeilen; eigentlich tun wir das doch sehr gerne, vor allem, wenn wir vorher etwas einstecken mussten, von anderen angegriffen wurden. Das ist jedoch hier nicht gemeint, sondern Nächstenliebe und Wohltätigkeit. Auf einen scheinbaren Widerspruch wird hier hingewiesen: Nicht der Großzügige, der mehr an den Nächsten denkt, als an sich selbst, wird ärmer, sondern der andere. Das ist der Knauserer, der nur karge Gaben austeilt und Angst hat, er könnte dabei zu kurz kommen. Doch trotz allen Sparens beim bedürftigen Mitmenschen stellt sich kein Reichtum ein, sondern das Vermögen nimmt ab. In erster Linie denken wir hier wohl an Geld und materielle Dinge; das allein muss aber hier gar nicht gemeint sein. Es gibt doch noch vieles, was wir an Bedürftige austeilen können. Als erstes fällt mir da unsere Zeit ein. Aber genau da liegt ja das Problem: Wir meinen immer, dass wir keine Zeit hätten. Unsere Terminkalender sind voll und wir können kaum noch über freie Zeit verfügen. Aber stimmt das wirklich? Stopfen wir unsere Freizeit nicht mit Nichtigkeiten voll? Müssen wir wirklich so viele Stunden vor dem Bildschirm sitzen? Wirklich erfüllte Zeit gewinnen wir da doch nur selten. Sicher ist es besser einen Teil der Zeit an unsere einsamen Mitmenschen zu verschenken. Da geschieht dann das Wunder: Wir sind bereichert worden!

 

Das Austeilen bezieht sich natürlich nicht nur auf die Zeit, sondern auch auf so genannte Kleinigkeiten: Ein Lächeln, ein gutes Wort, ein freundliches Gesicht, eine nette Geste und eine helfende Hand! All' das macht uns nicht ärmer, sondern reicher und füllt unser Leben. Wer so austeilt, für den gilt: "Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb." 2. Korinther 9,7

Es geschieht hier eine neue Orientierung. Nicht wir sind tatsächlich die Ursache für unsere Gaben, sondern Gott ist es doch, der uns alles gibt: Unser Geld, unsere Möglichkeiten, Fähigkeiten und Talente. Er vertraut uns das alles nur an, um damit in seinem Sinne zu wuchern. Im Lukas Evangelium im 19. Kapitel (11 - 27) erzählt uns Jesus das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden. Nur die Knechte, die ihre Gaben einsetzen und vermehren finden Anerkennung.

Herr, leitete uns durch deinen Heiligen Geist, damit wir alles, was du uns gegeben hast in deinem Sinne einsetzen! Amen.

Uns allen wünsche ich ein gesegnetes Pfingstfest!

Ihr Hugo Pohl

 

FEBRUAR 2011

 Das Wort

 

Auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Römer 8,21

 

Eine große Verheißung spricht hier der Apostel Paulus aus: Die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit.

So etwas stellt ja die ganze Welt auf den Kopf! Leben ohne Vergänglichkeit und Tod, das ist im Hier und Jetzt kaum vorstellbar: Das Sterben ist für alles, was lebt so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Biologen sagen uns: Das ist gut und richtig so, denn nur dann gibt es Platz für neue Generation und die Möglichkeit zur Entwicklung. Die Bibel sieht das anders. Tod und Leid werden nicht ewig bestehen:

"Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid und Geschrei und Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen"(Offenbarung 21,4). Das Erste, das hier angesprochen wird, ist die Welt, in der wir leben. Täglich erfahren wir, dass hier vieles im Argen liegt. Damit meine ich nicht nur unsere menschlichen Aktivitäten, die von Neid, Habgier, Wut und Hass bestimmt werden, sondern auch die Natur, Gottes Schöpfung. Wir können beobachten, wie es auch bei unseren Mitgeschöpfen zu Tod, Leid und Schmerzen kommt; ein friedliches Miteinander ist auch hier die große Ausnahme.

Deshalb wird sich die Erlösung nicht nur auf Menschen beziehen sondern, die gesamte Schöpfung umfassen. "Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet."(Römer 21, 22)

Hat es denn überhaupt noch Sinn, sich für diese Welt einzusetzen, die schon vom Untergang gezeichnet ist, oder ist es doch besser auf das Reich Gottes und die Erlösung der ganzen Schöpfung zu warten? Die Bibel sagt uns zum Reich Gottes etwas ganz Wichtiges: "Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!,  oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch. " (Lukas 17,21 Einheitsübersetzung) Unser Auftrag bezieht sich auf das Hier und Jetzt!" Heute, so ihr seine Stimme höret, verstockt euer Herz nicht... " (Hebräer 3,15). Auf Ihn hören, Seine Weisungen beherzigen und Seinen Auftrag ausführen, das ist unsere Aufgabe.

Sie bezieht sich nicht nur auf unsere Mitmenschen; Jesus sagt: "Was ihr getan habt, einem von diesen,

meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan."(Matthäus 25,40) sondern auch auf den ganzen Rest der Schöpfung. Dazu gehört nicht nur Achtsamkeit im Umgang mit unseren Mitgeschöpfen, sondern auch Nachhaltigkeit in Bezug auf die uns zur Verfügung stehen Güter der Natur. Ein großes Umdenken ist hier erforderlich, damit nicht unersetzbare Geschenke des Schöpfers verloren gehen!

 In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen gesegneten neuen Monat!                                             Ihr Hugo Pohl


MONATSSPRUCH OKTOBER 2010

Das Wort

 

Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen.

Offenbarung 3,8

Unser Monatspruch gehört zu den sieben Sendschreiben an christliche Gemeinden auf dem Gebiet der heutigen Türkei. An die Gemeinde in Philadelphia richtet Johannes dieses Wort. Nach der Einheitsübersetzung lautet der ganze Abschnitt:

' Ich kenne deine Werke, und ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand mehr schließen kann. Du hast nur geringe Kraft, und dennoch hast du an meinem Wort festgehalten und meinen Namen nicht verleugnet.'

Ist hier von einer Mustergemeinde die Rede? Wohl kaum, denn sie hat nur geringe Kraft. Aber ist das nicht die Voraussetzung für Gottes Eingreifen? Der Starke, der glaubt, selbst mit allem fertig zu werden, wird Gottes Hilfe kaum erfahren. Philadelphia war schwach und trotzdem hielt die Gemeinde an Gottes Wort fest. Ohne den Segen und Beistand des HERRN wäre sie sicher gescheitert.

Eine Tür hat Gott vor diesen Menschen geöffnet. Seiner Macht kann sich niemand widersetzen: Diese Tür bleibt immer offen! Das Bild von der geöffneten Tür steht für die Wirkung der Gemeinde nach außen. Sie wird wachsen und mit ihrer Verkündigung auf offene Herzen stoßen.

Viele Jahrhunderte sind inzwischen vergangen. Können wir unsere Gemeinde, hier in Röthenbach, mit Philadelphia vergleichen? Sicher, unser Leben, hier und heute, sieht ganz anders aus, als das der Menschen in Kleinasien im ersten Jahrhundert nach Christus. Aber Gott kennt auch unsere Werke, z.B. die vielen Aktivitäten in unseren Gruppen und Kreisen. Er sieht auch hinter die Fassaden und weiß, was sich in unseren Herzen abspielt. Halten wir uns für stark und meinen selbst mit allem gut zurechtzukommen? Oder haben wir erkannt, dass wir ohne unsern HERRN machtlos sind. Jesus selbst hat ja zu seinen Jüngern gesagt: Ohne mich könnt ihr nichts tun! (Johannes 15,5) Es ist kein Geheimnis, dass die Zahl der Gemeindemitglieder hier in Röthenbach, wie auch an vielen anderen Orten, abnimmt. Treten die Menschen nur deswegen aus der Kirche aus, um die Kirchensteuer einzusparen? Ich will das nicht glauben. Viele Gründe werden für diese Austritte gesucht und Initiativen und Programme ins Leben gerufen, die den Trend umkehren sollen. Bis jetzt kann man leider noch keine Wende erkennen.

Fehlt uns vielleicht das Vertrauen auf Gott und seine Zusage? Nehmen wir die Tür, die er für uns geöffnet hat, nicht wahr und versuchen stattdessen in einer ganz falschen Richtung mit dem Kopf durch die Wand zu rennen?

 

HERR, hilf uns zu erkennen, wo du uns Türen auftust. Schenk uns das Vertrauen auf deine Kraft

 und Mut, Fantasie und Entschlossenheit deinen Auftrag auszuführen! Lass uns an deinem Wort festhalten und deinen Namen tapfer bekennen. Segne du unsere Gemeinde hier in Röthenbach. Amen

Ihr Hugo Pohl


MONATSSPRUCH JUNI

Das Wort

 

Gott spricht: Suchet mich, so werdet ihr leben.                                                                                                                                                                                                                                                                                                  





Amos 5,4

 

Der Prophet Amos ist einer der frühesten Propheten, er lebte vor 2800 Jahren. Damals war das Land der Israeliten geteilt in Juda und Israel. Er stammte aus Juda, dem südlichen Königreich, wo er Maulbeeren und Schafe gezüchtet hatte. Sein prophetisches Wirken begann er aber im Nordreich, Israel, das zu dieser Zeit von König Jerobeam II. regiert wurde.

Im Auftrag Gottes prangert er unter anderem die soziale Ungerechtigkeit im Lande an: "Darum, weil ihr die Armen unterdrückt..." (Vers 5,11). Der König und die Oberschicht halten Gottesdienste und Opfer streng ein. Doch Gott lässt sich nicht bestechen: "Ich bin euren Feiertagen gram..." (Vers 5,21) "Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören." (Vers 5, 23) . Es geht um ihm etwas ganz Anderes, viel Wichtigeres: "Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach" (Vers 5,24).

Obwohl eine große Zeitspanne zwischen uns und dem Propheten Amos liegt, sind seine Worte nach wie vor aktuell. In den letzten Jahrzehnten findet in unserem Land eine Umverteilung von unten nach oben statt. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Die Politiker taumeln von einer Krise in die nächste und begründen damit ihr ungerechtes Handeln.

In unserem Monatspruch ruft uns Gottes Stimme zu: "Suchet mich, so werdet ihr leben."

Das stellt unser menschliches Handeln auf den Kopf: Der natürliche Mensch kümmert sich erst um sein Leben und darum, dass es ihm persönlich, an allererster Stelle, gut geht. Das führt zu einer vom Kampf bestimmten Gesellschaft. Da gibt es Gewinner, aber sehr viel mehr Verlierer. Die Schwachen, Behinderten und Benachteiligten haben von vornherein keine Chance.

Wir werden hier aber aufgerufen, Gott zu suchen. Was bedeutet das? Haben wir unvollkommenen, fehlerhaften Menschen überhaupt eine Möglichkeit den vollkommenen und fehlerlosen Gott zu finden? Eigentlich müsste diese Suche aussichtslos erscheinen, wenn uns nicht Gott selbst dazu aufruft und sich finden lassen will. Durch seinen Sohn hat er uns den Weg gezeigt. Jesus Christus selbst sagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich“. (Johannes 14,6). Durch seinen Tod am Kreuz erlöst er uns von allem was uns von Gott trennt. Bei ihm ist das wahre Leben. Durch seinen Heiligen Geist schenkt er uns Kraft, Fantasie und Zuversicht.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen gesegneten  neuen Monat!

Ihr Hugo Pohl

 

Das Wort

 

Gott spricht: Suchet mich, so werdet ihr leben.                                                                                                                                                                                                              Amos 5,4

 

Der Prophet Amos ist einer der frühesten Propheten, er lebte vor 2800 Jahren. Damals war das Land der Israeliten geteilt in Juda und Israel. Er stammte aus Juda, dem südlichen Königreich, wo er Maulbeeren und Schafe gezüchtet hatte. Sein prophetisches Wirken begann er aber im Nordreich, Israel, das zu dieser Zeit von König Jerobeam II. regiert wurde.

Im Auftrag Gottes prangert er unter anderem die soziale Ungerechtigkeit im Lande an: "Darum, weil ihr die Armen unterdrückt..." (Vers 5,11). Der König und die Oberschicht halten Gottesdienste und Opfer streng ein. Doch Gott lässt sich nicht bestechen: "Ich bin euren Feiertagen gram..." (Vers 5,21) "Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören." (Vers 5, 23) . Es geht um ihm etwas ganz Anderes, viel Wichtigeres: "Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach" (Vers 5,24).

Obwohl eine große Zeitspanne zwischen uns und dem Propheten Amos liegt, sind seine Worte nach wie vor aktuell. In den letzten Jahrzehnten findet in unserem Land eine Umverteilung von unten nach oben statt. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Die Politiker taumeln von einer Krise in die nächste und begründen damit ihr ungerechtes Handeln.

In unserem Monatspruch ruft uns Gottes Stimme zu: "Suchet mich, so werdet ihr leben."

Das stellt unser menschliches Handeln auf den Kopf: Der natürliche Mensch kümmert sich erst um sein Leben und darum, dass es ihm persönlich, an allererster Stelle, gut geht. Das führt zu einer vom Kampf bestimmten Gesellschaft. Da gibt es Gewinner, aber sehr viel mehr Verlierer. Die Schwachen, Behinderten und Benachteiligten haben von vornherein keine Chance.

Wir werden hier aber aufgerufen, Gott zu suchen. Was bedeutet das? Haben wir unvollkommenen, fehlerhaften Menschen überhaupt eine Möglichkeit den vollkommenen und fehlerlosen Gott zu finden? Eigentlich müsste diese Suche aussichtslos erscheinen, wenn uns nicht Gott selbst dazu aufruft und sich finden lassen will. Durch seinen Sohn hat er uns den Weg gezeigt. Jesus Christus selbst sagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich“. (Johannes 14,6). Durch seinen Tod am Kreuz erlöst er uns von allem was uns von Gott trennt. Bei ihm ist das wahre Leben. Durch seinen Heiligen Geist schenkt er uns Kraft, Fantasie und Zuversicht.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen gesegneten  neuen Monat!

Ihr Hugo Pohl

 


Monatsspruch JUNI

Das Wort

 

Gott spricht: Suchet mich, so werdet ihr leben.                                                                                                                                                                                                              Amos 5,4

 

Der Prophet Amos ist einer der frühesten Propheten, er lebte vor 2800 Jahren. Damals war das Land der Israeliten geteilt in Juda und Israel. Er stammte aus Juda, dem südlichen Königreich, wo er Maulbeeren und Schafe gezüchtet hatte. Sein prophetisches Wirken begann er aber im Nordreich, Israel, das zu dieser Zeit von König Jerobeam II. regiert wurde.

Im Auftrag Gottes prangert er unter anderem die soziale Ungerechtigkeit im Lande an: "Darum, weil ihr die Armen unterdrückt..." (Vers 5,11). Der König und die Oberschicht halten Gottesdienste und Opfer streng ein. Doch Gott lässt sich nicht bestechen: "Ich bin euren Feiertagen gram..." (Vers 5,21) "Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören." (Vers 5, 23) . Es geht um ihm etwas ganz Anderes, viel Wichtigeres: "Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach" (Vers 5,24).

Obwohl eine große Zeitspanne zwischen uns und dem Propheten Amos liegt, sind seine Worte nach wie vor aktuell. In den letzten Jahrzehnten findet in unserem Land eine Umverteilung von unten nach oben statt. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Die Politiker taumeln von einer Krise in die nächste und begründen damit ihr ungerechtes Handeln.

In unserem Monatspruch ruft uns Gottes Stimme zu: "Suchet mich, so werdet ihr leben."

Das stellt unser menschliches Handeln auf den Kopf: Der natürliche Mensch kümmert sich erst um sein Leben und darum, dass es ihm persönlich, an allererster Stelle, gut geht. Das führt zu einer vom Kampf bestimmten Gesellschaft. Da gibt es Gewinner, aber sehr viel mehr Verlierer. Die Schwachen, Behinderten und Benachteiligten haben von vornherein keine Chance.

Wir werden hier aber aufgerufen, Gott zu suchen. Was bedeutet das? Haben wir unvollkommenen, fehlerhaften Menschen überhaupt eine Möglichkeit den vollkommenen und fehlerlosen Gott zu finden? Eigentlich müsste diese Suche aussichtslos erscheinen, wenn uns nicht Gott selbst dazu aufruft und sich finden lassen will. Durch seinen Sohn hat er uns den Weg gezeigt. Jesus Christus selbst sagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich“. (Johannes 14,6). Durch seinen Tod am Kreuz erlöst er uns von allem was uns von Gott trennt. Bei ihm ist das wahre Leben. Durch seinen Heiligen Geist schenkt er uns Kraft, Fantasie und Zuversicht.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen gesegneten  neuen Monat!

Ihr Hugo Pohl

 

MONATSSPRUCH:  FEBRUAR 2010

Das Wort

 

Die Armen werden niemals ganz aus deinem Land verschwinden. Darum mache ich dir zur Pflicht: Du sollst deinem Not leidenden und armen Bruder, der in deinem Land lebt, deine Hand öffnen.

5. Mose 15, 11

 

Im 5.Mose-Buch, dem Deuteronomium, findet sich eine große Zahl von Anordnungen und Gesetzen für das Volk Israel.

Sehr realistisch, ja beinahe etwas pessimistisch, beginnt unser Monatspruch: " Die Armen werden niemals ganz aus deinem Land verschwinden." Leider können wir das bis heute beobachten. Wir müssen sogar feststellen, dass in den letzten Jahren die Zahl der Armen bei uns zugenommen hat. Das ist aber keinesfalls ein Naturgesetz, denn wir lesen auch im 5. Mose 15: Es sollte überhaupt kein Armer unter euch sein (V. 5 a); dieses Ziel sollten wir uns vor Augen halten. Selbst in so einem reichen Land, wie dem unseren, ist das bisher nicht erreicht worden. Der Staat schafft es offenbar nicht, die Armut zu verbannen. Auch ein Armutbeseitigungsgesetz wird das wohl kaum ändern können. Deshalb können wir unsere Verantwortung nicht an die Institutionen abgeben. Nach dem Motto: Für die Armen sorgt doch der Staat! Wer in der Fußgängerzone bettelt, soll doch zum Sozialamt seiner Stadt gehen und wenn das noch nicht reicht, so gibt es doch die Tafeln, wo sich die Armen mit Lebensmitteln für den täglichen Bedarf eindecken können.

Das größte und wichtigste Gebot für uns Christen ist das Liebesgebot unseres Herrn:

"Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst."

Diese Liebe bezieht sich natürlich auch auf die Not leidenden und armen Brüder, von denen in unserem Monatspruch die Rede ist. Nicht immer ist es leicht, die Not des Bruders zu erkennen. Viele Menschen ziehen sich immer mehr zurück, wenn sie in Not geraten. Es muss dabei nicht unbedingt um das Materielle gehen. Auch im wirtschaftlichen Wohlstand kann die Not existieren. Ein Überfluss an Geld wird nie einen Mangel an Anerkennung, Zuwendung und Liebe ausgleichen können. Manchmal ist es wichtiger Zeit zu verschenken, als sich durch Geld frei zu kaufen. Das Allerwichtigste aber besteht darin, im Mitmenschen den Bruder zu erkennen, ohne sich durch Hindernisse wie Hautfarbe, Nationalität, Religion oder andere Abgrenzungen blenden zu lassen.

 

"Herr schenke du uns offene Augen für unsere Not leidenden Brüder und Schwestern. Statte uns mit Ausdauer, Fantasie, Kraft und Liebe aus, damit wir immer genug Zeit und offene Hände für sie haben.

Amen"

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen gesegneten neuen Monat.

Hugo Pohl

 

 


Das Wort

 

Gott spricht: Ich schenke ihnen ein anderes Herz und schenke ihnen einen neuen Geist.

Ich nehme das Herz von Stein aus ihrer Brust und gebe ihnen ein Herz von Fleisch.        Hesekiel 11,19

 

Geschenke sind doch etwas Wunderbares! Es wird für sie von Gott  keine Gegenleistung gefordert, er  will neue Herzen und einen neuen Geist schenken, das bedeutet, das Wesentliche, die Persönlichkeit der Menschen soll verändert werden. Der Prophet Hesekiel bringt diese Botschaft den Juden in der babylonischen Gefangenschaft. Im 11. Kapitel verurteilt er die Führungsschicht seines Volkes. Sie sind die Verantwortlichen für die Zerstörung des Tempels und ihre Vertreibung. Gott bricht aber seine Verbindung mit diesen Menschen nicht ab, er will sie verändern, ja sogar beschenken.

Vor wenigen Tagen hat Deutschland gewählt. Eine große Verantwortung liegt auf den Mitgliedern der neuen Regierung. Auch hier besteht die Gefahr, dass Menschen mit Herzen aus Stein, nicht nur Randgruppen und Unterprivilegierte übersehen und Hilfeschreie kaum wahrnehmen. Die soziale Gerechtigkeit darf nicht aus den Augen verloren werden. Das Angebot unseres Gottes gilt den Führern unseres Volkes ebenso wie jedem einzelnen.

HERR, wir danken dir, dass du uns zum Besseren verändern willst. Gib, dass wir dieses Geschenk annehmen und dich an uns arbeiten lassen. Schenke uns mitfühlende Herzen für die Not unserer Nächsten und gute Ideen um ihnen zu helfen. Amen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel Freude über dieses Geschenk unseres Gottes.

Ihr Hugo Pohl

 

 


Das Wort

 

Wir können's ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben. Apostelgeschichte 4,20

 

Petrus und Johannes treffen einen von Geburt an Gelähmten, der vor dem Tor des Tempels in Jerusalem bettelt. Im Namen Jesu heilen sie ihn (Apg.3). Sie verkünden die Botschaft von Jesu Auferstehung, auch der Geheilte ist dabei. Von den Priestern , den Sadduzäern und den Tempelwächtern werden sie am Predigen gehindert und eingesperrt. Am nächsten Morgen bekennt Petrus beim Verhör, dass sie durch die Kraft Jesu den Kranken geheilt haben (Apg. 4,10). Das Wunder kann nicht geleugnet werden, aber die geistlichen Führer Israels verbieten Johannes und Petrus von Jesus zu reden. Darauf antworten die beiden: Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott. Wir können's ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben!

Mut und Begeisterung sprechen aus den Worten der Apostel. Klar liegt ihr Weg vor ihnen, da ist kein Raum für faule Kompromisse. Aber das war ja nicht immer so; noch am Ostersonntag verstecken sich die Jünger hinter verschlossenen Türen aus Angst vor den Juden (Johannes 20,19). Erst das Erscheinen des auferstandenen Herrn führt zu einem Stimmungsumschwung: Die Angst ist der Freude gewichen!

Geht es uns nicht ähnlich? Haben wir auch nicht manchmal Angst von unserem Glauben zu reden? Natürlich müssen wir hier in Deutschland nicht um Leib und Leben fürchten, aber mit Spott muss man schon manchmal rechnen. Viele Menschen halten ja den Glauben gar nicht mehr für zeitgemäß, sie meinen, da ginge es um uralte, verstaubte und überholte Ansichten.

Wie sollten sie es auch besser wissen? Wir sind es ihnen schuldig von unseren Erfahrungen zu berichten. Wie uns unser Glaube durch die finsteren Täler unseres Lebens trägt und auch in scheinbar ausweglosen Situationen Hoffnung gibt. Ich kann mir ein Leben ohne den Glauben an meinen auferstandenen Herrn, Jesus Christus, gar nicht vorstellen. Als ich mit 29 Jahren nach einem Badeunfall, vom Hals ab gelähmt, vor den Trümmern meiner Lebensplanung stand, war ER
es, der mir Kraft und Zuversicht gab! Durch seine Hilfe bekomme ich täglich die Kraft und Unterstützung, die nötig ist. Es gibt sie allerdings nicht im Voraus, sondern ich erbitte sie täglich neu. Nun kann ich schon auf mehr als 30 Jahre meiner Lähmung zurückblicken. Noch nie bin ich enttäuscht worden, auch wenn manche Bitten nicht sofort oder genauso, wie ich mir das vorgestellt habe, erfüllt wurden. Ja, auch ich kann es nicht lassen, immer wieder von dem zu erzählen, was ich gesehen und erlebt habe!

 

So wünsche ich nun uns allen Erlebnisse mit unserem auferstandenen Herrn und den Mut von unseren Glaubenserfahrungen zu berichten.      Ihr Hugo Pohl




Ich habe den Herrn allezeit vor Augen. Steht er mir zur Rechten, so werde ich fest bleiben.Psalm 16,8

 
Wieder liegt ein neues Jahr vor uns; 365 Tage. Was werden wir wohl erleben?
 Ja, natürlich haben wir auch schon Pläne für diese Zeit gemacht, aber können wir sie auch so verwirklichen, wie wir es uns vorstellen? Überraschungen warten auf uns - angenehme und unangenehme. Ungeahnte Möglichkeiten könnten sich auftun, aber  Schwierigkeiten und auch Fehlschläge könnten uns begegnen. Das neue Jahr ist für uns Christen ein Geschenk unseres Gottes. Es beides gleichzeitig: Gabe und Aufgabe.

All denen, die Angst haben im neuen Jahr durch die Stürme der Schwierigkeiten und Probleme hilflos wie ein Blatt im Wind davon geweht zu werden, gibt unser Monatsspruch Trost:

 

Ich habe den Herrn allezeit vor Augen. Steht er mir zur Rechten, so werde ich fest bleiben.

 

Im Blick auf unseren Gott, der versprochen hat uns durch jeden Tag dieses neuen Jahres zu begleiten, können wir auch Schweres wagen. Vertrauen und Zuversicht in seine Führung und väterliche Liebe will er uns täglich neu schenken. Jesus Christus ist am Kreuz für uns gestorben; deshalb steht am Ende aller Tage, die wir hier auf der Erde erleben,  die Hoffnung auf das Leben in seinem himmlischen Reich.

Ich lade Sie ein, mit mir dieses Neujahrsgebet zu sprechen:

 

Ein neues Jahr ist uns geschenkt.

Was mag es uns wohl bringen?

Was hast du HErr hinein gesenkt

An schweren und an schönen  Dingen?

Du willst ja täglich mit uns gehen,

Darum wollen wir es wagen.

Diese Hoffnung bleibt bestehen

Auch an den trübsten Tagen.

Getrost gehen wir hier durch die Zeit

Von deinem Schutz umgeben,

Bis wir dort in der Ewigkeit

Bei dir und mit dir leben! Amen

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen Gottes Beistand, Schutz und Segen im neuen Jahr!

 

Ihr Hugo Pohl


Gott spricht:

Ich habe dich je und je geliebt. Darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.           Jeremia 31,3

 

Liebeserklärungen sind etwas Wunderbares. Jeder von uns, der schon eine bekommen hat, weiß, welche Gefühle da ausgelöst werden. Wenn sie von der richtigen Person kommen, dann fühlt man sich wie im siebten Himmel! So gewaltig wirkt schon die Liebe zwischen den Menschen.

 

 Durch den Propheten Jeremia richtet Gott sich an sein Volk. Er gibt sein markantestes Wesensmerkmal preis: die Liebe. So lesen wir im 4. Kapitel des ersten Johannesbriefes: Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht, denn Gott ist die Liebe (Vers 8). Diese Zusage dürfen wir ganz persönlich nehmen, sie gilt für jeden einzelnen von uns: Gott liebt mich! Der Schöpfer und Herr des Universums liebt mich, diesen kleinen, schwachen Menschen. Der Allmächtige ist mein Geliebter.

Zuversicht und Geborgenheit stellen sich ein, wenn wir wissen, dass zwischen Gott und uns eine Liebesbeziehung besteht. Aber die Aussage geht ja noch weiter. Gott sagt: „Darum habe ich dich zu mir gezogen, aus lauter Güte.“ Bei diesen Worten sehe ich eine Mutter vor mir, die ihr Kind an ihr Herz drückt. Ganz nah will sie es bei sich haben. Gott geht es wohl ähnlich, er will uns in seiner Nähe haben. Nur da ist Licht und Wärme. Aber leben wir hier auf dieser Welt nicht weit weg von Gott, in Dunkelheit und Kälte? Leid, Kriege, Hass und Neid lassen diesen Eindruck aufkommen. Wenn wir Schweres erleben, dann denken wir kaum an die Liebe Gottes. Aber geht es den Kindern nicht auch so? Liebende Eltern, die etwas tun, was dem Nachwuchs nicht gefällt, hören auf einmal die Worte: „Ihr seid gemein!“ Die Kinder reagieren so, weil sie die Welt noch nicht kennen und nicht begreifen, dass auch hinter diesen unangenehmen Verhalten die Liebe der Eltern steht. Geht es uns nicht ähnlich?

Gott mutet auch uns oft Schweres zu. Seit fast 30 Jahren sitze ich nun im Rollstuhl, kann meine Hände nicht gebrauchen und bin rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen. Durch die Pflege stößt auch meine liebe Frau an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Trotzdem wissen wir beide, dass Gott uns liebt. Wir verstehen nicht, warum er uns diese schweren Wege führt, aber wir vertrauen unserem Vater im Himmel. Oft schon durften wir seine Nähe erleben. Durch seinen Sohn, Jesus Christus, ist er ja in unsere Welt gekommen und hat uns durch sein Leiden und Sterben erlöst. Seine Liebe hat das größte Opfer für uns gebracht. So wurde der Weg in die Nähe Gottes frei.

 

Herr, hab Dank, dass wir in deiner Liebe geborgen sind. Deine Güte begleite uns jeden Tag. Schenke uns Hoffnung, Vertrauen und Zuversicht und lehre uns deine Liebe weiter zu geben. Amen

 

Hugo Pohl


Das Wort

Ich will nicht nur im Geist beten, sondern auch mit dem Verstand. 1. Korinther 14,15

Der Apostel Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth: „Ich will nicht nur im Geist beten,“ damit ist das sogenannte Sprachengebet oder auch Zungenreden bzw. Glossolalie gemeint. Der Beter spricht Worte aus, die wie eine fremde Sprache klingen. Im Neuen Testament wird von dieser Art des Gebetes berichtet, bei der Bekehrung des Kornelius (Apg 10,44 - 48) und bei den Ephesusjüngern (Apg 19,1 - 6). Es handelt sich dabei um eine Gabe des Heiligen Geistes, durch ihn werden auch Menschen befähigt diese Worte zu verstehen und zu übersetzen. Ende des 17. Jahrhunderts fand die Zungenrede erneut Eingang in die religiöse Praxis. Im heutigen Christentum wird sie besonders in der Pfingstbewegung und der charismatischen Erneuerung praktiziert.
Für uns Christen hier in Röthenbach ist sie wohl eher unbekannt. Geht deshalb die Aussage unseres Monatsspruchs dieses Mal ganz an uns vorbei, sind wir gar nicht gemeint?
Das Gebet im allgemeinen ist für den Christen unerlässlich, er braucht es wie die Luft zum Atmen! Auch wenn wir das Sprachengebet nicht haben, können wir mit unserem Vater im Himmel immer und überall reden. Es gibt aber auch Situationen, in denen uns die Worte fehlen. Der Apostel Paulus schreibt in Römer 8,26: „ Desgleichen hilft auch der Geist unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.“ Wir kleinen, schwachen und begrenzten Menschen brauchen keinerlei Berührungsängste vor dem großen, allmächtigen und heiligen Gott zu haben. Der Heilige Geist, oder der Tröster, wie er auch von Jesus genannt wurde, steht uns im Gebet bei. Beim Reden mit Gott gibt es keine Missverständnisse! Der HERR kennt uns ja besser, als jeder andere, sogar besser, als wir uns selbst kennen.
Jesus selbst sagt zu seinen Jüngern: „ Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet.“ (Mt 6,8b)
Als Anleitung für das Beten macht er sie dann mit dem Vaterunser vertraut. Leider wird dieses großartige Gebet oft ganz gedankenlos gesprochen. Das ist dann alles andere, als ein Beten mit dem Verstand, von dem der Apostel Paulus spricht.
Es spielt keine Rolle, ob wir vorgefertigte Gebete verwenden, oder mit unseren eigenen Worten beten, ob wir die Worte laut aussprechen oder nicht, es kommt nur darauf an, Kontakt auf zu nehmen. Manche Beter sagen: „ Heute habe ich den Eindruck, dass mein Gebet nur die Zimmerdecke erreicht hat.“ Aber weiter muss es ja gar nicht kommen, denn Jesus hat uns versprochen: „ Siehe ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“ (Mt 28 ,20)
So wünsche ich nun uns allen, dass wir täglich die Nähe unseres Herrn erleben dürfen.
Hugo Pohl


Das Wort

 

Jesus Christus spricht:

Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur,

dass ihr's empfangt, so wird's euch zuteil werden.                                                           Markus 11, 24

Mit diesem Wort verspricht Jesus etwas Gewaltiges: Gebete gehen in Erfüllung! Was war diesem Versprechen vorausgegangen? Im Markus-Evangelium im 11. Kapitel lesen wir von einem Feigenbaum, der keine Früchte trug und deshalb sagte Jesus, der Hunger hatte, er solle nie mehr Früchte tragen. Tatsächlich war der Baum am nächsten Morgen verdorrt! Petrus sprach daraufhin seinen Meister an und bekam folgende Antwort: Habt Glauben an Gott! Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berg sagen wird: Hebe dich empor und wirf dich ins Meer! Und nicht zweifeln wird in seinem Herzen, sondern glauben, dass es geschieht, dem wird es werden. Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr's empfangt, so wird's euch zuteil werden. Markus (11, 23+24).  Finden wir hier die Lösung der Frage, warum manche Gebete nicht erhört werden? Ist es wirklich nur unser Kleinglaube? Seit fast 30 Jahren bin ich querschnittsgelähmt und überzeugt, dass mich Gott heilen kann; meine Bitten um Heilung wurden aber bis jetzt nicht erhört. Ist also mein Glaube zu schwach?

Jesus hat uns im Neuen Testament gezeigt wie wir beten sollen. Schon im Vaterunser lautet die zweite Bitte: Dein Wille geschehe! (Matthäus 6,10) Und im Garten Gethsemane endete Jesu Gebet mit den Worten: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will sondern wie du willst!  (Matthäus 26, 3b). Unsere Gebete sollen also immer im Eínklang mit dem Willen Gottes stehen. Er weiß ja ganz bestimmt, was das Beste für uns ist. Unser Vater im Himmel ist nicht durch unseren engen menschlichen Horizont behindert - er hat den ganz großen Überblick! 

Die Erfüllung unser Wünsche ist oft nicht wirklich das Beste für uns. Gleichen wir nicht kleinen Kindern, die sich von ihren Eltern viel zu viele Süßigkeiten wünschen und gar nicht wissen, dass zu viel Süßes ungesund ist?

Manchmal wird uns im Nachhinein klar, warum Gott so viel Schweres in unserem Leben zugelassen hat. Viel öfter allerdings, finden wir auf diese Frage nach dem Sinn des Leides keine Antwort. Mit Bewunderung lese ich den Text Dietrich Bonhoeffers:

Und reichst du uns den schweren Kelch,

den bittern, des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,

so nehmen wir ihn dankbar, ohne Zittern,

aus deiner guten und geliebten Hand.

Welch gewaltiges Gottvertrauen steckt doch in diesen Zeilen!Herr, wir dürfen mit all unseren Problemen im Gebet zu dir kommen. Schenke du uns Hoffnung, Zuversicht und Geduld. Lehre uns deinem Willen zuzustimmen und deiner Weisheit und Liebe zu vertrauen. Geh’ mit uns in diesem neuen Monat und lass’ uns deine Nähe und Geborgenheit spüren!      Amen       

                                                                                                              Hugo Pohl                                          


Natürlich finden wir in der Bibel auch Beispiele, wo Menschen mit Gott gerungen haben ( im wörtlichen Sinne: Jakob) und Gott ließ sich erweichen und gab nach und erfüllte ihren Wunsch. Hier wird Gott allerdings sehr menschlich dargestellt, für einen allwissenden Gott (an den wir doch alle glauben) gehören doch auch diese Gebetskämpfe zu seinem ewigen Plan und die 'Meinungsänderung' Gottes ist nichts anderes als ein Beobachtungsfehler!



Wer das Gute tun kann, und es nicht tut, der sündigt.
Jakobus 4,17

November - die Tage werden deutlich kürzer. Der erste Frost hat die letzten Blüten hinweg gerafft. In der Natur beobachten wir das Sterben. Der Volkstrauertag und der Ewigkeitssonntag richten unsere Gedanken auf die letzten Dinge: Wie ist das eigentlich mit dem Tod, der Sünde, dem Gericht und der Erlösung? Im Römerbrief im sechsten Kapitel steht: Denn der Tod ist der Sünde Sold (Vers 23). Die Sünde ist also schuld am Tod. Viele Leute meinen, dass sie eigentlich gar nicht gesündigt haben: Ich habe noch keinen Menschen umgebracht und auch noch nichts Wertvolles gestohlen. Unter Sünde verstehen sie also nur schlechte Taten. Unser Monatsspruch sagt uns aber sehr deutlich, dass auch das Nichtstun Sünde sein kann; dann nämlich, wenn wir gute Taten unterlassen. Gründe dazu finden wir viele: Ich habe keine Zeit! Dazu fehlt mir der Mut! Dafür sind doch andere zuständig! Jetzt komme ich nicht dazu! Damit schieben wir unsere guten Taten auf die lange Bank, die ja bekanntlich das Lieblings-Möbelstück des Teufels ist. Das Tragische daran ist, dass wir eigentlich das Gute tun wollen. Die gute Tat ist durchdacht und geplant, es fehlt nur eine entscheidende Kleinigkeit: Die Durchführung!

Ist das nicht ein Grund, der uns verzweifeln lässt? Immer wieder lassen wir uns Gelegenheiten zu guten Taten entgehen! Nie werden wir alle Möglichkeiten dazu erkennen und nutzen. Diese Sünde des Nichtstuns werden wir wohl nie los! Zum Glück wissen wir, was wir mit allen unseren Sünden tun müssen: Wir bekennen sie unserem Herrn, Jesus Christus, denn er ist ja dafür am Kreuz gestorben! Im Glauben brauchen wir dann nur noch seine Vergebung anzunehmen und ihn um Mut und Kraft und offene Augen für die richtige Gelegenheit zu bitten. Der Text im Römerbrief Kapitel sechs, Vers 23 heißt übrigens vollständig: "Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn." Jesus hat den Tod überwunden und durch ihn haben wir Hoffnung auf das ewige Leben. Wie das aussehen wird, können wir uns hier und jetzt noch nicht einmal ausmalen, aber wir dürfen wissen, dass der Tod nicht das Ende sondern nur das Tor zur Ewigkeit ist:

Der Tod, das Tor zur Ewigkeit -
Du bist hindurch gegangen,
Uns bindet immer noch die Zeit
An Tand,an Hoffen und an Bangen.
Wenn einmal unsere Stunde schlägt,
So soll es uns nicht grauen,
Du bist es, der uns heimwärts trägt,
Dann dürfen wir dich schauen.
Getrost gehen wir hier durch die Zeit,
Von deinem Schutz umgeben,
Bis wir dort in der Ewigkeit
Bei dir und mit dir leben!
Amen

Hugo


 
Groß sind die Werke des HERRN, kostbar allen, die sich an ihnen freuen. Psalm 111,2

Wenn wir mit offenen Augen durch unserer Leben gehen, dann können wir nur staunen!

Wir sehen die Schönheiten der Natur. Jedes lebende Wesen ist ein Wunder. Das Hochgebirge, die Weite des Meeres und der grenzenlose Sternenhimmel vermitteln eine Ahnung von der gewaltigen Schöpfung unseres Gottes.

Leider sehen das nicht alle Menschen so. Manch einer erklärt sich die Natur auch völlig ohne Gott. Stimmt es, dass sich der Glaube an einen Schöpfer und die Erkenntnisse der Naturwissenschaft widersprechen?

Ja, es gibt unter den Naturwissenschaftler auch Atheisten,aber auch viele, die an Gott glauben. Der Physiker und Nobelpreisträger Werner Heisenberg (1901-76) beschäftigte sich mit dem Mikrokosmos, der Quantenphysik. Er hat gesagt: Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaften macht atheistisch,
aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott. Wer also meint, es gäbe einen Widerspruch zwischen dem Glauben an Gott und der Naturwissenschaft, der war vielleicht nur zu oberflächlich. Allerdings wäre es auch vermessen, zu behaupten, dass die Beschäftigung mit der Natur und der Naturwissenschaft zwangsläufig zu Gott führen müsse. Der Mensch kann sich noch so anstrengen, er wird Gott nie erreichen und schon gar nicht seine Größe und Majestät erkennen können. Die Verbindung von Gott zu den Menschen ist eine Einbahnstraße: Gott muss sich uns zuwenden. So war das bei Mose, als er dem HERRN im brennenden Dornbusch begegnete. Ja, Gott ist sogar Mensch geworden. In Jesus Christus wird er unser Bruder und erlöst uns durch seinen Tod am Kreuz!

Dieses Werk Gottes ist mindestens ebenso bedeutend wie die Erschaffung der Welt!

Die Bibel sagt uns, dass Gott zwar am siebten Tag der Schöpfung ruhte. Das heißt aber nicht, dass er seitdem schläft und sich nicht mehr um sein Werk kümmert. Im Gegenteil, er ist immer da. "Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. ", so steht es im 5. Vers des 139. Psalms. Gottes Werk ist mit dem sechsten Tag der Schöpfung nicht beendet. Wir können also mit seiner Gegenwart täglich rechnen. Im Gebet haben wir eine Verbindung zu ihm. Wir kennen sogar seine 'Telefonnummer', sie lautet 5015; denn im Psalm 50, 15 lesen wir: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen! Diese Nummer ist nie besetzt und wir werden auch bestimmt nicht an einen Computer oder Anrufbeantworter weitergeleitet. Unsere Bitten, Wünsche, Hilferufe und auch unser Lob und Dank kommen sofort an. Wir dürfen sicher sein, Gott hört uns und er hilft auch, allerdings nicht immer sofort und so wie wir es uns gerade vorstellen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel Freude an den herrlichen Werken unseres wunderbaren HERRN und seinen Segen, der uns täglich schützt und begleitet.

Ihr Hugo Pohl 
  
   



Das Wort

Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn. Römer 14, 8

Im 14. Kapitel des Römerbriefes geht es dem Apostel Paulus um die Starken und die Schwachen im Glauben. Er rät zu einem friedvollen Umgang in Glaubensfragen: "Den Schwachen im Glauben nehmt an und streitet nicht über Meinungen . "(Vers 1)

Damals ging es um die Frage: Dürfen Christen das Fleisch von Tieren essen, die heidnischen Göttern geopfert worden waren? Das ist doch eine wichtige Grundsatzfrage. Heute würden wir wohl sagen, das muss ein für allemal geklärt werden und würden Theologen und Kirchenführer darauf ansetzen. Ganz anders geht Paulus mit diesem Problem um. Anstatt selbst eine Entscheidung zu treffen, rät er zu Rücksicht, auf die Schwachen im Glauben: "Der eine glaubt, er dürfe alles essen; wer aber schwach ist, der isst kein Fleisch. Wer isst, der verachte den nicht, der nicht isst; und wer nicht isst, der richte den nicht, der isst; denn Gott hat ihn angenommen. " (Vers 2+ 3)

Seltsamerweise bezeichnet der Apostel gerade die Christen als schwach im Glauben, die der festen Überzeugung sind: Opferfleisch essen ist Sünde!

Aber vielleicht ist da auch noch die Angst vor den alten Göttern: Sie könnten mir vielleicht schaden. Nur das Vertrauen auf den auferstandenen Herrn Jesus Christus macht frei davon. Heute sieht unser Kleinglaube ganz anders aus. Wir haben vielleicht Angst vor der Zukunft, vor körperlichen, wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Problemen. Aber im Kern ist es doch das Selbe: Wir vertrauen zu wenig auf Jesus. Nun weist Paulus auf das Wesentliche hin: " Denn keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder sterben, wir gehören dem Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, daß er über Tote und Lebende Herr sei." (Vers 7-9). Das Osterwunder ist der Dreh- und Angelpunkt in unserem Glauben. Es gibt uns die Gewissheit: Er hat dem Tod die Macht genommen und uns verheißen täglich bei uns zu sein!

Ostergedanken

Das größte Wunder ist geschehen!

Dein Tod hat uns den Sieg gebracht.

Wir staunen, können's nicht verstehen

Das Geheimnis deiner Osternacht.

Durch Leid und Tod führst du zum Licht,

Tust uns sogar den Himmel auf,

Nimmst uns die Angst vorm Weltgericht

Und änderst selbst der Welten Lauf.

Schenk' uns deinen Ostersegen,

Du Sieger über Schuld und Tod,

Begleite uns auf allen Wegen

Und tröste uns in jeder Not! Hugo PohlIn diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gesegnete Osterzeit!

Ihr Hugo Pohl

Das Wort

Ihr werdet Wasser schöpfen, voll Freude, aus den Quellen des Heils. Jesaja 12,3

Unser Monatsspruch wurde vom Propheten Jesaja mehr als 700 Jahre vor Christi Geburt verfasst. Eine wunderbare Zusage lesen wir in diesen Zeilen: Ihr werdet Wasser schöpfen, voll Freude!

Wasser, das aus dem Wasserhahn kommt, kannte natürlich Jesaja noch nicht. Er lebte in dem trockenen Staat Juda. Wasser war knapp und wertvoll. Das wenige Regenwasser wurde in Zisternen aufgefangen und oft über Wochen gespeichert. Darunter litt die Qualität natürlich gewaltig. Quellwasser war damals mit nichts anderem zu vergleichen; und auch heute gilt: Glücklich - der in, der an der Quelle sitzt! Dass Jesaja hier nicht vom Trinkwasser redet, wird klar, wenn wir uns den letzten Teil dieses Wortes ansehen: aus den Quellen des Heils, so heißt es da, nichts Abgestandenes, wie Zisternenwasser, sondern frisch und erfrischend! Damit meint der Prophet den unerschöpflichen Reichtum unseres Gottes und seine Gnade, die alle Morgen neu ist. Er hält damit etwas für uns bereit, was wir dringend benötigten. Etwas, was für uns mindestens ebenso wichtig ist, wie das Wasser für einen Verdurstenden in der Wüste. Ohne den Reichtum aus den Quellen des Heils müssen wir ebenso verschmachten, wie dieser. Doch die Gefahr besteht nicht: Gottes Quellen des Heils sprudeln für uns unbegrenzt zu jeder Zeit! Voll Freude, dürfen wir schöpfen so lange wir Mangel leiden. Auch Jesus selbst hat im Gespräch mit der Frau aus Samaria an Jakobs Brunnen das Wasser mit etwas Geistlichem verglichen: "Wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm ein Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt." (Johannes 4,14) Ja, die Liebe Jesu Christi kann uns Menschen zu einer Quelle der Nächstenliebe werden.

Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit, wenn wir an die Geburt unseres Heilands denken, werden unsere Herzen besonders angerührt:

Weihnachtsglocken sanft erklingen, Licht durchdringt die Dunkelheit,

Engel frohe Botschaft bringen, welch eine gnadenreiche Zeit!

Du Menschenkind halt einmal inne, schöpfe Luft im Alltagstrott,

Werde ruhig und beginne

Zu hören auf ein leises Wort:

Gibt die Weihnachtsfreude weiter,

An die, die noch im Dunkeln stehen,

Sei den Schwachen ein Begleiter,

Dann wirst du Gottes Wunder sehen!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!

Hugo Pohl

Ich stelle das Wort für Juli heute (26. 6.) schon  ins Netz, denn ab morgen bin ich für vier Wochen in der Klinik Hohe Warte in Bayreuth zur Erhaltungsbehandlung; denkt bitte in euren Fürbitten an mich.

Das Wort

Jesus Christus spricht:

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. Joh.6, 37

Wer hat das nicht schon erlebt? Wir stehen vor einer Tür, haben

auf die Klingel gedrückt, die Tür wird geöffnet, aber wir werden

nicht eingelassen, sondern fortgeschickt. Das ist ein echtes

Frustrationserlebnis. Unser Plan ist durchkreuzt worden. Was

wir uns vorgenommen haben, ist nicht zu verwirklichen.

Abgewiesen zu werden tut weh. Es passiert dann am häufigsten,

wenn wir nicht eingeladen sind.

Von unserem Herrn Jesus Christus haben wir aber eine

Einladung, und wir haben sie sogar schriftlich: Sie steht im

Matthäusevangelium Kapitel 11, Vers 28

Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid;

ich will euch erquicken.

Ist das nicht eine herrliche Zusage? Jesus macht da keine

Unterschiede, alle, die leiden, sind gemeint. Wer von uns stöhnt

nicht manchmal unter dem Lasten des Alltags? Manch einer

denkt, er sei schon an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit -

und da taucht schon wieder eine neue, ganz wichtige,

unaufschiebbare Aufgabe auf. Droht jetzt ein

Nervenzusammenbruch? Aber es ist nicht nur die Arbeit, die

uns manchmal überlastet. Es kann auch die Ungewissheit über

unser weiteres Leben sein. Das Ergebnis einer Diagnose muss

abgewartet werden, viel hängt von seinem Ausgang ab: Ist das

Gewebe gutartig oder bösartig? Aber selbst Jugendliche, die

noch keine gesundheitlichen Probleme haben, wissen oft nicht

wie es beruflich mit ihnen weitergehen soll. Trotz aller

Bemühungen lässt sich keine Lehrstelle finden! Und mancher

alte Mensch erlebt, wie es mit ihm unumkehrbar bergab geht.

Für alle diese Menschen gilt die Einladung unseres HErrn

Jesus Christus! Wir brauchen sie nur anzunehmen, das heißt

alles das, was uns Mühe macht und uns belastet, können wir im

Gebet aussprechen. Oft erleichtert schon das Reden mit Gott.

Aber das Angebot geht noch weiter, die Bibel sagt uns, was wir

mit unseren Sorgen machen sollen:

1. Petrus 5,7 All' eure Sorge werft auf ihn,

denn er sorgt für euch.

Es ist allerdings nicht leicht, die eigenen Sorgen ganz

loszulassen. Oft fehlt die nötige Zuversicht und das Vertrauen.

Aber auch da dürfen wir unseren HErrn bitten, uns diese Gaben

zu schenken.

In diesem Sinne wünsche ich uns Gottes Segen für den Monat

Juli, unser Herr segne und behüte uns, er schenke uns den Mut

seinen Verheißungen zu vertrauen und die Hoffnung und die

Zuversicht, dass seine Hilfe auch für uns bereitsteht.

Hugo Pohl


Das Wort

Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen. Galater 5,1

Wer waren eigentlich die Galater? Es handelt sich bei ihnen um Kelten, die 300 Jahre vor Christus in der heutigen Zentraltürkei ein Königreich errichteten, das 25 Jahre vor Christi Geburt in das römische Weltreich

eingegliedert wurde, was sicher nicht ohne Unterdrückung ablief. Diesen Menschen schreibt Paulus eine mutmachende Botschaft: Ihr seid frei! Es geht ihm natürlich nicht um die Freiheit von der Herrschaft der Römer, sondern um etwas ganz anderes.

Die jungen Christen wurden immer wieder von Menschen verunsichert, die sagten: Ihr müsst euch natürlich beschneiden lassen und das ganze jüdische Gesetz halten. Dieser Ansicht tritt Paulus entschieden entgegen: Nur der Glaube an die Erlösung durch Jesus Christus führt zur Errettung! Falsch verstandene Freiheit kann allerdings eine große Gefahr sein. Ganz deutlich lesen wir das im 13. Vers:

Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen! Allein sehet zu, daß ihr durch die Freiheit dem Fleisch nicht Raum gebet; sondern durch die Liebe diene einer dem andern.

Wenn ich diese Worte des Apostel Paulus lese, dann werden mir die beiden Aspekte der Freiheit ganz deutlich. Da ist auf der einen Seite die Freude darüber, dass ich nicht mehr ängstlich alle Verordnungen und Bestimmungen befolgen muss, was selbst auch einige gesetzliche Christen meinen oder wie es heute noch im Judentum geschieht. Für meine Rettung brauche ich nichts mehr zu tun - denn Jesus hat schon alles getan! Auf der anderen Seite ist da die Angst, dass genau dieses Wissen zu Trägheit und Gleichgültigkeit führen könnte. Das ist genau das, was der Apostel mit 'dem Fleisch Raum geben' meint. Deshalb sollte die Freude über die Freiheit, die uns Christus schenkt, dazu führen, dass wir uns von der Liebe unseres HErrn überwältigen lassen. Diese Liebe will unser Handeln bestimmen. Sie richtet unsere Augen und Ohren auf unsere Mitmenschen, damit wir ihre Situation erkennen und erfahren, wo sie Hilfe brauchen.

Deshalb lade ich Sie ein, mit mir zu beten: Vater im Himmel zeige mir heute den Menschen, der meine Hilfe braucht. HErr schenke mir Ideen, wie ich meine Kraft dazu am besten einsetzen kann. Lass' mich deine Liebe an alle weitergeben und lehre mich die Freiheit, die du mir schenkst, recht zu nutzen! Amen.

 

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen gesegneten Monat Juni.

Hugo Pohl 

 

Das Wort

Die den Herrn lieb haben, sollen sein wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht! Richter 5,31

Unser Monatsspruch stammt aus dem Lobgesang der Prophetin und Richterin Debora. Zwanzig Jahre lang war das Volk Israel von Jabin, dem König der Kanaaniter unterdrückt worden. In Gottes Auftrag wendet sich Debora an Barak und fordert ihn auf mit Zehntausend Männern aus den Stämmen Sebulon und Naphtali für Israels Freiheit zu kämpfen. Barak ist dazu bereit, aber nur wenn Debora ihn begleitet. Lieber verzichtet er auf den ganzen Ruhm und vertraut auf die Nähe der Prophetin des HErrn. Das übermächtige Heer der Kanaaniter wird vernichtet (Richter 4) . Gemeinsam stimmen nun Debora und Barak einen Lobgesang an; sie halten sich nicht für die Größten sondern geben Gott die Ehre!

Es ist schon etwas ganz Besonderes, diese Liebesbeziehung zwischen Gott und uns Menschen. In der ganzen Schöpfung offenbart sich die Liebe Gottes: Hinter jeder Pflanze und jedem Tier steht ein liebender Gedanke des Schöpfers. Er ist es auch, der jeden Einzelnen von uns ins Leben rief und uns schützend von allen Seiten umgibt; in Not und Leid ist er besonders nahe. Durch das Opfer seines Sohnes, Jesus Christus, hat er die Trennung zwischen uns sündigen Menschen und seiner Heiligkeit ein für allemal überwunden! Dadurch ist der Weg in das ewige Vaterhaus im Himmel für uns frei. Aber auch hier und jetzt hat diese Liebe ihre Auswirkungen: Wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht, sollen die sein, die Gott lieb haben. So sagen es Debora und Barak. Dieses herrliche Bild vom Sonnenaufgang verheißt Hoffnung und Zuversicht. Das Dunkel der Nacht ist endlich vergangen, ein neuer Tag beginnt und mit ihm das Vertrauen auf den Beistand unseres HErrn! Dieses Wissen gibt Kraft auch das Schwerste und Aussichtsloseste zu wagen. Wie die Sonne nicht nur für sich selber scheint, sondern mit ihrer Energie die Grundlage für Leben auf unseren Planeten ist, so sollen wir Christen auch für unsere Mitmenschen da sein.

Auch im Neuen Testament finden wir eine ähnliche Stelle: Denen, die Gott lieben werden alle Dinge zum Besten dienen (Römer 8,28). Dieses Wort war mir ein besonderer Trost nach meinem schweren Unfall.

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, besuchen Sie mich doch auf unserer Homepage im Internet: www.karinundhugopohl.de , dort steht auf der Seite

'Das Wort' mehr dazu.

HErr, wir danken dir für deine Liebe! Mache uns fähig nicht nur dich, sondern auch alle Menschen zu lieben, auch die, bei denen es uns besonders schwer fällt. Gib, dass aus diesen Gefühlen auch Taten wachsen, die unserer Welt heller und hoffnungsvoller machen!

Amen



Hugo Pohl

Das Wort

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe. Lukas 1, 78

Unser Monatsspruch stammt aus dem Lobgesang des Zacharias. Seine Frau Elisabeth, eine Verwandte der Mutter Jesu, hatte ihm den lang ersehnten Sohn geboren. Er hatte die Hoffnung auf einen Stammhalter schon längst aufgegeben, denn seine Frau war schon alt. Der Engel Gabriel erschien ihm, und kündigte ihm die Geburt eines Sohnes an (V.11). Obwohl er Priester war, traute er Gott in diesem Falle kein Wunder zu (V.18). Gott nimmt ihm sogar die Sprache. Erst als er nach der Geburt schriftlich zustimmt, dass das Kind Johannes heißen soll, wird seine Zunge gelöst, er kann wieder reden und Gott mit Worten loben (V.64). Ich kann mir gut vorstellen, wie es da aus Zacharias heraus bricht: Glück, Freude, Dankbarkeit und Anbetung kann er endlich aussprechen. Gott lässt ihn sogar in die Zukunft schauen, denn er sagt: "Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen, denn du wirst dem Herren vorangehen, dass du seinen Weg bereitest, und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden."(V 76/77) Unter dem Namen "Johannes der Täufer" erfüllte er Gottes Verheißung.

Zacharias ist felsenfest davon überzeugt, dass Gott es gut mit seinem Volk meint. Er erkennt die Liebe und die Zuwendung im Handeln Gottes. "Herzliche Barmherzigkeit", so nennt er die Triebfeder, die hinter dem Tun Gottes steckt. Es ist nicht die strenge Gerechtigkeit. Gerechtigkeit , so las ich einmal, gibt es auch in der Hölle, im Himmel regiert die Barmherzigkeit!

Der Priester Zacharias erkennt, dass die lange Zeit des Wartens vorbei ist. Die Verheißung wird sich erfüllen. Der langersehnte Heiland, Retter und Befreier ist bald da. Das Umherirren im Finstern hat ein Ende. Der Besuch des aufgehenden Lichts aus der Höhe steht bevor!

Für uns ist das alles Vergangenheit. Es liegt mehr als 2000 Jahre zurück! Doch das Kind, das am Heiligen Abend in der Krippe lag, wurde auch für uns Heiland, Retter und Befreier! Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit haben wir die Möglichkeit, uns wieder ganz neu mit ihm einzulassen. Er will uns aus dem Alltagstrott befreien, uns zur Ruhe kommen lassen und unsere Herzen mit Wärme und Liebe füllen. Wir können die Gelegenheit ergreifen, unsere Blicke auf das Wesentliche lenken zu lassen. Weihnachtsfreude will ausstrahlen, andere erreichen, sie froh machen und trösten. Lassen wir doch unsere Fantasie beflügeln! Wagen wir es, neue Wege zu gehen! Lösen wir uns vom Konsumzwang, der Vermarktung des Weihnachtsfestes, vom Einkaufsrummel, und kümmern wir uns um die, die am Rande stehen, die Einsamen, Alten, Kranken, Hoffnungslosen und Abgeschriebenen. Dann wird die Weihnachtsfreude auch in unseren Herzen leuchten.

In diesem Sinne wünschen ich uns allen eine gesegnete Vorweihnachtszeit, friedvolle, gnadenreiche und besinnliche Festtage und Gottes Beistand und Führung, seinen Trost und seine Hilfe in allen Schwierigkeiten. Hugo Pohl

Das Wort

Haltet fest an der Liebe Gottes, und wartet auf das Erbarmen Jesu Christi, unseres Herrn, der euch das ewige Leben schenkt. Judas 21

Ja, Sie haben richtig gelesen:

Unser Monatsspruch steht im Judasbrief! Der Verfasser ist aber nicht der Jünger, der Jesus verraten hat, sondern der Bruder des Jakobus (V 1).

Unser Monatsspruch stellt eine Aufforderung dar. Er empfiehlt uns an der Liebe Gottes fest zu halten. Das soll heißen, dass wir uns ganz und gar auf sie verlassen, und immer mit ihr rechnen sollen. Die Liebe Gottes ist nichts Selbstverständliches, sie ist ein großes Geheimnis. Wir können uns nicht erklären, wieso der gute, allmächtige und unendliche Gott uns sündige, fehlerhafte und so begrenzte Menschen liebt. Aus Liebe hat Gott die Welt geschaffen. In jedem Teil seiner Schöpfung begegnen uns Gedanken Gottes, die von Liebe erfüllt sind. In Liebe wendet sich Gott seinen Geschöpfen und auch uns Menschen zu. Er will uns täglich seine Nähe erleben lassen. Gerade in Zeiten, wenn wir traurig, einsam und verzweifelt sind, ist er mit seinem Trost ganz nah. Er sorgt für uns, viel besser als es menschliche Eltern für ihre Kinder tun können. Er versteht uns besser, als jeder andere Mensch und sogar wir selbst. Gottes Liebe ist grenzenlos. Die menschliche Liebe ist nur eine schwache Kopie ihres göttlichen Gegenstücks, trotzdem lässt sie uns manchmal erahnen welch gewaltige Macht ihr steckt...

Am deutlichsten wird die Liebe Gottes in der Gestalt unseres Heilandes und Erlösers Jesus Christus. Die Liebe zu uns Menschen bringt Gott so weit, dass er sogar seinen Sohn nicht verschont. Er opfert ihn, um unsere Schuld zu tilgen. Judas ermuntert uns, auf Jesu Erbarmen zu warten. Sollen wir hier auf den Jüngsten Tag vertröstet werden? Ist das Leben hier und jetzt vielleicht nur zweit- oder sogar drittrangig? Leben wir hier vielleicht nur in einem " Jammertal ", das wir möglichst schnell verlassen sollten? Ich meine, das ist nicht der Fall. Jesus selbst hat es uns auf dieser Welt vorgelebt worauf es ankommt: auf die Liebe! Diese Liebe richtet sich gleichermaßen auf Gott unseren Schöpfer und unsere Mitmenschen. Sie erschöpft sich nicht nur auf der Gefühlsebene, sondern führt zu konkretem Handeln.

Und am Ende dieses Lebens steht für uns die schönste und größte Verheißung: das ewige Leben! Wenn wir diese Erde verlassen haben, werden wir im himmlischen Vaterhaus Heimat, Frieden und Erfüllung finden. Durch Jesu Sieg über den Tod ist die Trennung von unseren Verstorbenen nicht endgültig. Es gibt die Hoffnung auf ein Wiedersehen.

Ich lade Sie ein, mit in dieses Gebet ein zu stimmen:

" Vater im Himmel, umgib du uns mit deiner Liebe, lass uns auf deine Verheißungen vertrauen und schenke uns Geborgenheit bei dir. Hab Dank, dass wir uns immer auf unsere ewige Heimat in deinem Vaterhaus freuen können! Amen"

Hugo Pohl!



Das Wort

Ich freue mich im Herrn, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott, denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet. Jesaja 61,10 a

Nun beginnen die kürzesten Tage des Jahres. Die Nacht ist lang und es will kaum mehr richtig hell werden. Das kann einem schon auf das Gemüt gehen! Die Stimmung ist getrübt, Freude ist ein Gefühl aus vergangenen Tagen. Manche Leser werden mir Recht geben: Ja, früher, da war alles noch besser! Wir waren jung, gesund und unbeschwert. Jetzt sind wir alt, unser Körper zeigt Verschleißerscheinungen, Schmerzen begleiten uns und wir wissen oft nicht, wie es weitergehen soll!

Auch die politische Lage ist ungewiss: Arbeits- und Ausbildungsplätze gehen verloren, das belastet nicht nur unser Sozialsystem, sondern zerstört auch Lebenspläne. Terrorismus und unbeendete Kriege wie im Irak und Sudan fordern täglich viele Menschenleben!

In dieser Situation hören wir unseren Monatsspruch: Ich freue mich in dem Herrn..! Gerade jetzt wird uns Freude zugesagt. Was ist der Grund dieser Freude? Es geht hier nicht um Äußerlichkeiten, sondern um etwas ganz Zentrales und Wesentliches: Unsere Beziehung zu Gott! Im Buch Jesaja (52+ 53) wird deutlich auf den Messias und Retters hingewiesen. Nur er allein kann die Trennung zwischen uns sündigen Menschen und dem heiligen Gott überwinden. Mit seinem Erscheinen ist uns Gott ganz nah. Er ist da, wenn wir uns einsam fühlen, Schmerzen haben, verzweifeln wollen und nicht mehr ein noch aus wissen. Er ist auch da, selbst wenn wir manchmal an seiner Nähe zweifeln, wenn uns die Last auf den Schultern zu Boden drückt und wir nicht merken, wie er uns trägt! Jesus Christus hat unsere Schuld und Sünde auf sich genommen. Nicht durch unsere Leistung, sondern durch sein Opfer sind wir gerecht und Gott angenehm!

Wie ein Mantel, so schreibt der Prophet Jesaja, umgibt uns diese Gerechtigkeit. Sie ist nichts anderes als ein Geschenk Gottes - wir brauchen sie nur wie ein Geschenk annehmen. "Die Kleider des Heils hat uns Gott angezogen "(Jesaja 61). Kleider machen Leute, so heißt das Sprichwort. Durch diese Kleider werden wir zu neuen Menschen. Menschen, die das Heil und die Freude nicht ängstlich verstecken. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit erleben wir, wie gut es tut, anderen eine Freude zu machen. Lasst uns die Weihnachtsfreude weitergeben! Der Herr schenke uns offene Augen für die Schwachen, Traurigen, Mutlosen und Enttäuschten. Es gibt noch Hoffnung für unsere Welt: Gott ist Mensch geworden. Er thront nicht mehr nur in fernen Himmelshöhen - nein, er ist ganz nah bei uns! Durch das Kind in der Krippe ist uns der verheißene Erlöser erschienen. Ehre sei Gott und Friede auf Erden!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest! Hugo Pohl



Das Wort

Vertrau ihm, Volk Gottes, zu jeder Zeit! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Denn Gott ist unsere Zuflucht. Psalm 62, 8

Dieser Psalmvers richtet sich an das Volk Gottes und beginnt mit einem Appell: Vertrau ihm! Damals war mit dem Gottesvolk Israel gemeint, doch aus der Offenbarung des Johannes (7,9) wissen wir, dass Menschen aus allen Völkern zur Gemeinschaft Gottes gehören. Auch wir in Röthenbach sind deshalb angesprochen! Vertrauen wird vom Volk Gottes gefordert. Mit dem Vertrauen ist das so eine Sache, nur sehr naive und unerfahrene Menschen verschenken es bedingungslos. Vertrauen muss langsam wachsen, man muss es sich verdienen. Aus immer wieder erlebter Zuverlässigkeit entsteht Vertrauen. Über Jahrhunderte sogar Jahrtausende haben Menschen erlebt, dass Gott vertrauenswürdig ist. Er hat seine Zusagen gehalten, auch wenn die Geduld der Betroffenen oft auf eine harte Probe gestellt wurde. So musste zum Beispiel Simeon fast bis zum Ende seines Lebens warten, bis er Jesus, den verheißenen Messias sehen durfte (Lukas 2,34). Vierzig Jahre war das Volk Israel in der Wüste unterwegs, bis es in das gelobte Land gelangte. Vierzig Jahre dauerte es auch, bis die Bitten der Christen in Deutschland für eine friedliche Wiedervereinigung erhört wurden. Ja, wir dürfen unserem Gott vertrauen, aber auch um Geduld und Gelassenheit bitten. Oft läge es mehr in unserem Naturell zu beten: Herr, schenke mir Geduld, aber bitte sofort!

Der Psalmist kennt die Menschen, deshalb werden wir aufgefordert: Schüttet euer Herz vor ihm aus. Ja, aus unserem Herzen brauchen wir keine Mördergrube machen. Gott kennt zwar alle unsere Gedanken und Gefühle, aber es erleichtert, wenn wir sie vor ihm aussprechen können. In den Psalmen haben Menschen ihr ganzes Gefühlsleben vor Gott ausgebreitet; das soll uns Mut machen zum freimütigen Reden mit unserem Vater im Himmel. Selbst wenn uns die rechten Worte fehlen, dürfen wir sicher sein: Er versteht uns! Er begleitet uns durch das ganze Leben und ist auch und gerade dann bei uns, wenn wir leiden müssen und seine Nähe nicht spüren!

Gott ist unsere Zuflucht. Das hat nicht nur der Verfasser des 62. Psalms erlebt, auch viele Christen in der Vergangenheit und Gegenwart können das bezeugen. Ich darf mich in ihre Schar einreihen: Ohne die Zuflucht bei meinen Vater im Himmel könnte ich mit dem Leben auf dieser Erde nicht fertig werden. Doch so kann ich auch nach 27 Jahren kompletter Querschnittslähmung immer noch Gott loben und für seine Hilfe danken. Auch in den dunkelsten Stunden weiß ich um seine Nähe und konnte sie sogar auch manchmal erleben!

Herr, hab' Dank, dass wir in deiner Hand geborgen sind. Du trägst und leitest uns durch alle Schwierigkeiten dieses Lebens und hast am Ende für alle, die die Erlösung durch Jesus Christus annehmen, einen Platz in deinem ewigen Vaterhaus. Amen

Hugo Pohl



Das Wort

Fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran.

Ps. 62,11

Geht es in dieser Bibelstelle um einen Lottogewinn? Oder handelt es sich um eine unerwartete Erbschaft? Das sind doch wohl Ausnahmen, Reichtum ist doch kein Zufall, er ist oft hart erarbeitet worden! Den wenigsten Menschen ist er einfach in den Schoß gefallen, er hat viel Kraft, Nerven und oft auch die Gesundheit gekostet! Kann man auf das so Geleistete nicht stolz sein? Viele Leute sagen: " Mir schenkt keiner was!" Haben sie damit recht? Man muss nur ein wenig nachdenken. Ist die Gesundheit, die uns befähigt zu arbeiten, nicht auch ein Geschenk? Haben wir uns das Leben und unser Dasein selbst gegeben? Für unsere Begabungen sind wir doch auch nicht selbst verantwortlich. Diese Voraussetzungen für unsere Arbeit kommen von unserem Vater im Himmel. Er wirkt beides: das Wollen und das Vollbringen!

Wenn es uns gut geht, und wir in einem gewissen Wohlstand leben dürfen, dann ist die Ursache kein blinder Zufall! Das Wirken unseres gnädigen und gütigen Gottes hat uns das beschert. Die Dankbarkeit darüber soll aber nicht im Vordergründigen hängen bleiben. Im Gleichnis vom reichen Kornbauern weist Jesus deutlich daraufhin. Er bezeichnet einen Menschen als Narren, wenn er sich nur auf das Materielle verlässt. Lukas 12, 20: "Du Narr! Diese

Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und

wem wird dann gehören, was du angehäuft hast?"

Die besten und reichhaltigsten Speisen können die Seele nicht satt machen!

Allerdings ist mit dem Reichtum auch eine große Verantwortung verbunden. Jesus fordert zum Teilen und Helfen auf. Eigentlich sind wir nur die Verwalter der uns anvertrauten Gaben. Fast täglich erreichen uns Hilferufe aus den Mangelgebieten dieser Erde. Der Herr helfe uns, dass wir nicht nur Augen und Ohren, sondern auch unseren Geldbeutel öffnen!

Vielleicht denken Sie jetzt: mit diesem Bibelwort bin ich bestimmt nicht gemeint! Mit finanziellen Reichtum bin ich nicht gesegnet. Am Ende meines Geldes ist meist immer noch zu viel vom Monat übrig! Doch der Reichtum, den uns Gott schenkt, muss sich nicht nur auf Geld beziehen. Gesundheit, Lebensmut, Freude, Zufriedenheit und Anerkennung sind ebenfalls Geschenke Gottes, mit denen er uns reich segnet! Auch diese Art von Reichtum meint unser Monatsspruch. Wir sollen sie zwar dankbar empfangen, aber nicht unser Herz daran hängen. Wie schwer das ist, macht uns das Buch Hiob deutlich. Dort stimmt der Schwergeprüfte ein Lob an: " Der Herr hat‘s gegeben, der Herr hat's genommen; Name des Herrn sei gelobt!" (Hiob 1,21)

In der kommenden Urlaubs- und Ferienzeit wünsche ich uns allen, dass wir die Geschenke unseres gnädigen und gütigen Gottes dankbar annehmen, uns daran freuen und in seinem Sinne damit umgehen!

Hugo Pohl



Das Wort

Es war zu der Zeit, als Israel noch ein unabhängiges Königreich war, lange vor Christi Geburt. Das römische Weltreich existierte noch nicht. Eine riesige Menschenmenge zieht nach Jerusalem. Im Tempel, den König Salomon gebaut hat, soll ein festlicher Gottesdienst gefeiert werden. Die Menschen singen gemeinsam ein Lied. In hebräischer Sprache ertönen die Worte unseres Monatsspruches:

Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wenn der Herr nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst. (Psalm 127,1)

Viele waren schon wochenlang unterwegs. Mühsal und Gefahren haben sie auf sich genommen im Vertrauen auf die Hilfe und den Beistand ihres Gottes. Dieses Vertrauen auf Gott wird auch hier deutlich: Ohne Gottes Hilfe ist die Arbeit der Bauleute ebenso sinnlos wie der Dienst des Wächters.

Es gibt immer wieder Menschen, die nur auf sich selbst vertrauen und meinen, ganz ohne Gott auszukommen. Mir fällt dazu der Slogan aus der ehemaligen DDR ein: "Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein!" Wie dieser Staat geendet hat, wissen wir alle...

Es gehört beides zusammen: Die Arbeit der Menschen und der Segen Gottes!

Ich bin auch dieses Jahr wieder vier Wochen in der Klinik. Dankbar nehme ich die moderne Medizin an, aber ich weiß auch hier, ohne Gott bemühen sich Schwestern, Pfleger, Therapeuten und Ärzte umsonst. So ist es in jedem Bereich unseres Lebens: Bei der Erziehung, im gesellschaftlichen Miteinander, in der Politik, der Wirtschaft, der Betreuung der Kranken, Behinderten und Alten.

Auch jetzt in der Ferien- und Urlaubszeit machen sich viele Menschen auf den Weg. Sie suchen Erholung, Entspannung und Freude, dem Alltagstrott wollen sie entfliehen. Wie wichtig ist es doch in unserer ruhelosen Zeit, Luft zu schöpfen und zur Ruhe zu kommen, die Gedanken auf das Wesentliche zu richten. Mögen wir alle dazu Gelegenheit finden, egal ob wir verreisen oder zu Hause bleiben!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gesegnete Sommerzeit!

Vater im Himmel, dir vertrauen wir uns an! Begleite uns mit deinem Schutz, segne uns und unsere Lieben! Lass' uns deine Nähe erleben und führe uns zu dem großen Ziel, in dein Reich! Amen.



Hugo Pohl

Das Wort

Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort! Sondern segnet viel mehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbet. 1. Petrus 3,9

Ja, das ist ein Grundübel im menschlichen Verhalten: Es scheint in unserer Natur zu liegen, Böses mit Bösem zu vergelten. Dadurch wird ein teuflischer Kreislauf in Bewegung gesetzt. Mit jeder Reaktion nehmen die negativen Energien zu! Jeder der Kontrahenten fühlt sich im Recht. Sogar die Bibel wird zur Rechtfertigung dieses Verhaltens mit herangezogen: Auge um Auge, Zahn um Zahn (2. Mose 21,24). Doch diese Bibelstelle sollte ja gerade ein Ausufern des Negativen verhindern. Sie drückt aus, dass die Wiedergutmachung angemessen sein muss. Wenn man sich daran halten würde, kann dieser Teufelskreis gar nicht erst entstehen, der in vielen Fällen zur Blutrache führte, ganze Sippen und Völker dezimierte, oder sogar auslöschte.

Unser Monatsspruch schlägt aber noch eine viel bessere und radikalere Lösung vor. An die Stelle der Vergeltung wird das Segnen gesetzt. Dadurch wird unsre Wahrnehmung von Grund auf geändert. Wir sehen den Gegner, der uns angegriffen hat, durch die Augen Gottes. Auch er ist sein geliebtes Geschöpf, für das Hilfe, Gnade, Friede und unendlich viel Liebe bereit steht! Das Alles dürfen wir von Gott empfangen und weitergeben. Dabei geschieht ein großes Wunder: Gottes Gaben werden durch das Weitergeben und Verteilen nicht weniger, sondern mehr! Der Segen, den wir spenden, fällt auf uns zurück, dadurch werden wir selbst Erben von Gottes Segen!

In diesem Monat feiern wir wieder das Osterfest. Unsere Gedanken beschäftigen sich mit dem Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus und mit seiner Auferstehung . Mit diesem Wunder befasst sich das folgende Gedicht:

Ostergedanken

Das größte Wunder ist geschehen,

Dein Tod hat uns den Sieg gebracht.

Wir staunen, können´s nicht verstehen

Das Geheimnis deiner Osternacht.

Durch Leid und Tod führst du zum Licht,

Tust uns sogar den Himmel auf,

Nimmst uns die Angst vorm Weltgericht

Und änderst selbst der Welten Lauf.

Schenk´ uns deinen Ostersegen

Du Sieger über Schuld und Tod,

Begleite uns auf allen Wegen,

Und tröste uns in jeder Not!



In diesem Sinne wünsche ich uns allen den Mut, um den Teufelskreis der Vergeltung zu durchbrechen, und die Fähigkeit den Ostersegen weitergeben zu können. Ein friedvolles und gesegnetes Osterfest.!

Hugo Pohl



D A S W 0 R T

Der Herr ist der Geist, wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit.
2. Korinther 3,17

Im dritten Kapitel des zweiten Korintherbriefes beschäftigt sich der Apostel mit dem jüdischen Gesetz. Eine Unzahl von Vorschriften und verbindlichen Regeln ordnen das Leben eines gläubigen Juden. Vom richtigen Verhalten am Feiertag, bis zur Auswahl und Verwendung der alltäglichen Speisen , war alles genau vorgeschrieben. Ein solches System hat gewiss seine Vorteile: Es gibt Sicherheit, erspart immer wieder neue Überlegungen und Entscheidungen und bildet einen festen Rahmen für das tägliche Leben.

Paulus erkennt aber die Gefahr: eine tödliche Gefahr. Wo der Buchstabe des Gesetzes regiert, da endet das Wachstum. Erstarrung und Stillstand sind die Feinde des Lebens, sie führen zum Tod! Paulus : drückt das so aus: "... der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig." (2. Kor. 3,6)

Unser christliches Leben wird doch nicht von einem so starren Gesetz geregelt, wie das der Juden. Sind wir nicht stolz auf die Errungenschaften der Reformation und auf unsere protestantische Freiheit? Aber überprüfen wir einmal unser Leben, wo wird unsere Alltagsroutine zum Ritual, das uns lähmt und uns erstarren lässt? Wo engen wir uns selbst ein, schreiben uns und anderen das 'richtige' Verhalten vor und verhindern so Wachstum und Leben? Wo siegt unser Streben nach Sicherheit über Wagemut und Fantasie und verhindert so Neuanfänge?

Wenn ich über diese Fragen nachdenke, fallen mir manche Beispiele in meinem Leben ein, wo vieles erstarrt ist, Gesetzlichkeit mein Handeln einschränkt und geistliches Wachstum verhindert wird. Weder gute Vorsätze, noch die Auseinandersetzungen mit meinen Schwächen und Unzulänglichkeiten führen da zum Erfolg. Rückschläge und Niederlagen könnten uns verzweifeln lassen, wenn ER, unser Herr, nicht da wäre.

Sein Geist überwindet Angst, Trägheit und Erstarrung. Er will die Grenzen aufbrechen, die uns in unseren persönlichen "Schneckenhäusern" gefangen halten und uns befreien. ICH WÜNSCHE UNS ALLEN, dass wir täglich neu, seinem Geist in unserem Leben Raum geben und dadurch Abhängigkeiten, Ängste und Unfreiheit

schenken lassen!

 

Hugo Pohl 


Das Wort

Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen. Apostelgeschichte 14, 22 b

Auf seiner Missionsreise durch Kleinasien (heute: Türkei) hatten der Apostel Paulus und Barnabas Wunderbares erlebt. Sie predigten in der Synagoge von Ikonion und viele Juden und Griechen wurden gläubig (Apg.14,1). Längere Zeit nun blieben sie dort und predigten freimütig im Vertrauen auf den Herrn; er legte Zeugnis ab für das Wort seiner Gnade, indem er durch die Hände der Apostel Zeichen und Wunder geschehen ließ (V. 3 Einheitsübersetzung). Doch die Juden und die Heiden bildeten eine unheilige Allianz und wollten die Missionare misshandeln und steinigen. Da half nur noch die Flucht! In Lystra heilte Paulus einen Mann, der von Geburt an nicht gehen konnte. Eine gewaltige Begeisterung brach aus, die Menschen, die dieses Wunder gesehen hatten, hielten die beiden Missionare für Götter und wollten ihnen opfern. Doch Paulus wehrte sich: "Männer, was tut ihr? Auch wir sind nur Menschen, von gleicher Art wie ihr; wir bringen euch das Evangelium, damit ihr euch von diesen nichtigen Götzen zu dem lebendigen Gott bekehrt, der den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen hat und alles, was dazugehört. Er ließ in den vergangenen Zeiten alle Völker ihre Wege gehen. Und doch hat er sich nicht unbezeugt gelassen: Er tat Gutes, gab euch vom Himmel her Regen und fruchtbare Zeiten; mit Nahrung und mit Freude erfüllte er euer Herz." Doch selbst diese Worte können die Menge nicht umstimmen. Von Antiochia und Ikonion aber kommen Juden und wiegeln die Volksmenge auf. Die Stimmung schlägt um! Der Mob steinigt Paulus und schleift ihn zur Stadt hinaus, in der Meinung, er sei tot (V 19). Gott sei Dank hat der Apostel überlebt. Er gibt nicht auf und führt weiterhin den Missionsauftrag Jesu aus: Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes,

und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. (Matthäus 28,19 + 20). Auf Grund all dieser Erfahrungen sagt Paulus zu seinen Brüdern und Schwestern im Herrn: Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen!

Auch unser Lebensweg ist nicht frei von Schwierigkeiten. Manch einer hat auch schon wie Paulus den Tod ins Auge gesehen! Natürlich werden heute die Christen nicht mehr verfolgt, aber es gibt andere Methoden uns an unseren Missionsauftrag zu hindern. Da ist der Zeitgeist: "Was wollt ihr denn mit dieser uralten, verstaubten Religion?" Oder eine falsch verstandene Sicht der Naturwissenschaften: "Die Welt funktioniert auch, ganz ohne Gott!"

Vater im Himmel, gib uns viel Kraft, damit wir alle Bedrängnisse ertragen und durch den Beistand deines Sohnes, Jesus Christus, in dein ewiges Reich gelangen können! Amen

Hugo Pohl


Das Wort

Gott sieht nicht nur auf die Person, sondern in jedem Volk ist Ihm willkommen, wer Ihn fürchtet und tut, was Recht ist. Apg 10, 34.35.

Unser Monatsspruch steht in dem Bericht über den römischen Hauptmann Cornelius. Dieser Offizier war fromm und gottesfürchtig mit seinem ganzen Haus, gab viele Almosen und betete immer zu Gott ( Vers "). Doch eine gewaltige Barriere trennte den römischen Soldaten von der christlichen Gemeinde: Er gehörte zu der feindlichen Besatzungsmacht, den Unterdrückern und Heiden. Um diese schier unüberwindliche Barriere zu beseitigen, geschahen wunderbare ‚Dinge: ein Engel erschien Cornelius, und auch Petrus hatte eine Vision. Doch das größte Wunder war, dass es dem Apostel gelang, sein Vorurteil zu überwinden. Er sah im Feind den zukünftigen Bruder in Christo.

Ich möchte Ihnen Mut machen, wieder einmal in der Bibel zu lesen. Schlagen Sie doch das 10. Kapitel der Apostelgeschichte auf und vertiefen Sie sich in diese 48 Verse. Vielleicht müssen Sie auch das Vorurteil überwinden, dass Bibellesen nicht mehr zeitgemäß ist und sich nicht lohnt...

Mit wem gelingt es Ihnen leichter, sich zu vergleichen: mit dem römischen Hauptmann Cornelius oder dem Apostel Petrus? Sind Sie eher der Außenstehende, der an den Rand gedrängt, sich nach Heimat, Anerkennung, Freundschaft und Integration sehnt, oder das Gemeindemitglied, das ganz genau weiß, wer zu uns passt und mit wem wir nichts zu tun haben wollen ? Wie der Vergleich auch ausgeht, Cornelius und Petrus zeigen uns: Beide Typen müssen aktiv werden, das geht nur, wenn "Offensichtliches" und "Wahrheiten" als Vorurteile erkannt und überwunden werden. Dann gelingt es uns erst, aufeinander zuzugehen, im Gegenüber den Bruder, oder die Schwester zu sehen, die Gott liebt und die er angenommen hat. Wir merken wie sie wirklich sind und suchen uns aus ihrem Reden und Handeln nicht nur das heraus, was die alten Vorurteile verstärkt.

Wie leicht scheitern wir aber, trotz der besten Vorsätze und Einsichten, an unseren menschlichen Schwächen, deshalb bitten wir unseren Herrn:

Vater im Himmel, schenke uns den Mut, aufeinander zuzugehen, gib uns die Kraft, Barrieren und Vorurteile zu überwinden und lass uns einander so annehmen, wie dein Sohn, Jesus Christus, uns angenommen hat! Amen.

Hugo Pohl



DAS WORT

GOTT GEBE EUCH ERLEUCHTETE AUGEN DES HERZENS, DAMIT IHR

ERKENNT, ZU WELCHER HOFFNUNG IHR VON IHM BERUFEN SEID. Epheser 1,18



Die Augen sind unser wichtigstes Sinnesorgan. Ohne sie können wir uns nur sehr schwer in der Welt zurechtfinden. Doch zeigen sie uns längst nicht alles, was wichtig ist; sie täuschen uns manchmal sogar. Wer ist noch nicht auf eine optische Täuschung hereingefallen, oder hat sich durch Taschenspielertricks vom "offensichtlichen Augenschein" narren lassen?

Hinter der schönen Fassade verbergen sich oft Gefahren. Nicht nur König David wurde durch den Anblick einer schönen Frau zum Ehebruch verleitet (2. Sam 11)

Mit den "Augen des Herzens" ist in unserem Monatsspruch also etwas ganz anderes gemeint, als unsere optischen Sinnesorgane. Es geht hier um ein besonderes Geschenk Gottes. Es soll uns helfen mehr zu erkennen - nicht nur das, was vor Augen ist. Die erleuchteten Augen des Herzens befähigen uns hinter die Kulissen der Welt zu blicken. Sie lassen Menschen die Nähe und Hilfe Gottes sehen, wenn die natürlichen Augen nur Krankheit, Not und Elend zeigen. Menschen, die mit dieser Gabe ausgestattet sind, fallen auf. Ihr Verhalten weicht von dem ab, was normal genannt wird. Sie sehen hinter der Hoffnungslosigkeit die Hoffnung auf die Macht Gottes. Solche "verrückten" Christen waren in der Lage , noch kurz vor ihrer Hinrichtung, Lob- und Danklieder zu singen. Das geschah nicht nur vor fast 2000 Jahren in der Arena des Kolosseums in Rom oder in den Konzentrationslagern vor mehr als 50 Jahren, sondern auch in unserer Zeit, wo leider noch immer Christen von totalitären Regimen verfolgt werden.

Welche Hoffnung kann zu solch übermenschlichen Taten befähigen? Wenn Martin Luther im vierten Vers des Liedes "Ein feste Burg ist unser Gott" dichtet: "Nehmen sie den Leib, Gut, Ehre, Kind und Weib lass fahren dahin, sie haben‘s kein Gewinn, das REICH muss uns doch bleiben!" lässt er ahnen, um welche Hoffnung es geht. Das REICH GOTTES ist unsere Hoffnung! Es beginnt hier und jetzt und existiert hinter den Kulissen dieser Welt. Deshalb wünsche ich uns allen erleuchtete Augen des Herzens für den klaren Durchblick!

Hugo Pohl



Gott spricht: Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? Jesaja 43,19aDieser alte Text stammt aus der Zeit der Babylonischen Gefangenschaft. Die Situation war hoffnungslos: Im Jahr 597 vor Christus hatte der König Nebukadnezar II. die Oberschicht Israels nach Babylon verschleppt. Es gab keine Aussicht auf Rettung. Nach menschlichem Ermessen erschien eine Rückkehr nach Jerusalem aussichtslos. Der 137. Psalm schildert die Stimmung unter den Menschen: Wir saßen an den Wassern Babels und weinten.

Gerade in diese Trauer und Verzweiflung hinein, kommt Gottes Zuspruch: Siehe, ich will ein Neues schaffen!

Wir wissen heute, dass die Babylonische Gefangenschaft 70 Jahre gedauert hat und die Gefangenen und ihre Nachkommen wieder nach Jerusalem heimkehren konnten. Wie mag dieser Satz wohl auf die Menschen damals gewirkt haben? Von Befreiung ist ja darin keine Rede, nur von etwas Neuem, das Gott schaffen will. Bei manchen Leuten hat dieses Wort sicher Hoffnung und Zuversicht ausgelöst. Sie haben geglaubt und waren sicher, dass Gott sie nicht vergessen oder verlassen hat.

Auch in der Geschichte unseres Volkes gab es solche Situationen. Noch vor 15 Jahren hätte wohl niemand eine friedliche Wiedervereinigung Deutschlands für möglich gehalten. Auch wenn die Teilung Deutschlands nur 40 Jahre gedauert hat, war ihr überraschendes Ende ebenso ein Wunder Gottes.

Doch nicht nur auf die Politik und die Völkerwelt bezieht sich die Zusage Gottes. Nein, ganz besonders in unserem täglichen Leben zeigt er sich mit seiner Schöpferkraft. Er will uns aus dem alten Trott befreien, schafft neue Perspektiven und Auswege aus hoffnungslosen Situationen. Die Augen will er uns öffnen, damit wir erkennen wo das Neue aufwächst. Vorurteile, festgefahrene Meinungen und Routine machen uns manchmal blind für Neues. Gottes Wunder kann niemand wahrnehmen, der nicht mit ihnen rechnet. Bei solchen Menschen werden dann aus Wundern nur Zufälle. Sie sind mit Blindheit geschlagen und können nicht sehen, wie sich unser Vater im Himmel täglich um uns kümmert. Seine starke Hand schützt uns und fängt uns auf, wenn wir fallen. Er lässt uns auch nicht allein, wenn wir am Ende unseres Lebens von dieser Welt Abschied nehmen müssen.

So wünsche ich nun uns allen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit, in der wir die Nähe unseres mächtigen und gütigen Gottes erleben können. Er schenke uns Ruhe und Besinnlichkeit, dass der Stress und die Hektik des Alltags uns nicht blind für das Wesentliche machen können. Die Weihnachtsfreude fülle unsre Herzen! Sie öffne unsere Augen für unsere Mitmenschen, damit wir auch die in der Dunkelheit und am Rande unsere Gesellschaft nicht übersehen. Die Schöpferkraft unseres Gottes helfe uns ihnen die Liebe des Mensch gewordenen Gottessohnes, unseres Herren Jesus Christus, weiter zu geben!

Hugo Pohl


Das Wort

Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Johannes 14, 6

Unser Monatsspruch ist eines der " Ich-bin-Worte " Jesu. Im vierzehnten Kapitel des Johannes-Evangeliums bereitet Jesus die Jünger auf seinen Abschied von dieser Welt vor. Von der jenseitigen Welt berichtete er. Dort wird er wieder mit seinen Jüngern vereint sein, abschließend sagt er zu ihnen: "Und wo ich hingehe, den Weg wisst ihr."(V 4) Der Jünger Thomas antwortet ihm: " Herr wir wissen nicht, wo du hingehst und kennen auch den Weg nicht. "(Vers 5) Darauf antwortet Jesus mit den Worten unseres Monatsspruchs. Alle Suchenden, Unsicheren, Zweifler, und Fragenden spricht er damit an, will sie trösten und ihnen weiterhelfen. Jesus macht mit diesem Wort den großen Unterschied deutlich: Er ist nicht bloß einer der vielen religiösen Lehrer seiner Zeit. Er ist gleichzeitig vielmehr als das: In seiner Person ist der Weg, die Wahrheit und das ganze Leben verkörpert. Er zeigt uns wo es lang geht. Seine Worte helfen da ebenso wie sein ganzes Leben. Er war Vorbild, wenn es darum geht, Menschen mit Liebe und Verständnis zu begegnen. Mehr noch, er will uns täglich seine Nähe erleben lassen, uns führen und leiten, Kraft, Hoffnung und Zuversicht geben. Unseren ganzen Lebensweg will er bestimmen, dass er ein gutes Ziel findet. Orientierung will er uns geben in der Orientierungslosigkeit unserer pluralistischen Gesellschaft. In unserer Zeit, in der Toleranz mit Gleichgültigkeit verwechselt wird, scheint es kein eindeutiges Ziel mehr zu geben. Es gibt viele Wege und viele Wahrheiten. Jede Religion, Philosophie oder Weltanschauung hat ihre Existenzberechtigung. Der moderne Mensch pickt sich aus dem vielfältigen Angebot das heraus, was ihm am besten gefällt. Es darf vor allem nicht altmodisch, aber ruhig esoterisch oder okkult angehaucht sein. Sekten haben wieder großen Zulauf. Die unwahrscheinlichsten und skurrilsten Behauptungen werden geglaubt. Es gibt Menschen, die bei der Rettung unserer Welt auf Außerirdische vertrauen, die sie nur aus Sciencefiction-Büchern oder Filmen kennen. Die weltweite Gemeinde der UFO-Gläubigen wächst immer mehr. In dieses Durcheinander und diese Verwirrung strahlt das Wort Jesu wie der hellen Schein eines Leuchtturms in finsterer, stürmischer Nacht. Er hilft uns, uns zurechtzufinden in der Ziellosigkeit unserer Zeit. Wir Christen haben den Auftrag, weiter zu sagen, dass Jesus unser Herr für uns Weg, Wahrheit und Leben sein will. Bitten wir ihn, dass er uns seine Nähe erleben lässt, dass er uns Mut, Weisheit und Erkenntnis schenkt.

" Herrn du kennst die Schwierigkeiten in unserem Leben. Du willst uns täglich begleiten, uns Mut, Kraft, Hoffnung und Zuversicht schenken. Stärke du uns, dass wir es wagen anderen Menschen, die unsicher sind und nach der Wahrheit suchen, von dir zu erzählen. Hab Dank, dass du für uns Weg, Wahrheit und Leben sein willst! Amen."

Hugo Pohl 



Das Wort

Jesus Christus spricht: in der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Johannes 16, 33

So lautet die Jahreslosung für das Jahr 1992. Jesus ruft diesen Satz seinen Jüngern zu. Schwere Zeiten liegen vor ihnen: sie werden zerstreut werden (Johannes 16,32); das sich gegenseitige Mutmachen wird nicht mehr möglich sein. Wir kennen die Verfolgungen und Gefahren, die die Kirche in ihren ihrer langen Geschichte mit Gottes Hilfe überstanden hat; und wir wissen, dass gerade diese Zeiten voller Segen und Wachstum waren. Staunen und Lob erfüllen uns, wenn wir hören, wie die Christen in der ehemaligen Sowjetunion seit 1917 die atheistischen Progrome und Bedrohungen überstanden haben. Unserem Vaterland ist eine lange Zeit der Ruhe und des Friedens geschenkt worden. In die Dankbarkeit darüber mischen sich aber auch warnende Stimmen, die vor Lauheit, Gleichgültigkeit und Trägheit warnen...

Zum Beginn eines neuen Jahres richteten sich die Gedanken in die Zukunft. Viele Menschen haben erfahren, wie wenig man doch das Leben berechnen oder vorhersagen kann. Ich musste vor über 13 Jahren sehr schmerzhaften erleben: ein Badeunfall mit daraus folgender Querschnittlähmung warf viele meiner Pläne über den Haufen. Ich kann es deshalb gut nach empfinden, wenn Menschen in unserer unsicheren Welt Angst haben: Angst, dass Krankheiten und Kriege drohen, und dass uns Menschen enttäuschen.

Solche Ängste können lähmen, die Freude am Leben nehmen. Zum Krankheitsbild der Depressionen ist es dann oft nur noch ein kleiner Schritt. Schuld und Trennung von Gott, die die Bibel Sünde nennt, sind wesentliche Ursachen in diesem Teufelskreis. Der Monatsspruch für Januar zeigt einen Ausweg auf: er lautet: Jesus Christus spricht: Ich bin gekommen die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten! ( Markus 2,17) Für alle, die unter Ihrer Schuld leiden, gibt es eine Möglichkeit zu einem neuen Anfang. Vergeben und umkehren sind durch die Kraft unseres Herrn eine Chance zu echter Befreiung. Erst dann hört das ewige Kreisen um das eigene Ich auf. Es entstehen Zeit und Raum für die Sorgen und Nöten der nahen und der fernen Mitmenschen. Hoffnung, Fantasie und Zuversicht werden uns geschenkt. In diesem Sinne wünsche ich uns allen im Vertrauen auf den auferstandenen Gottessohn ein gesegnetes und getrostes neues Jahr!

Hugo Pohl





Das Wort

Haltet fest an der Liebe Gottes, und wartet auf das Erbarmen Jesu Christi, unseres Herrn, der euch das ewige Leben schenkt. Judas 21

Ja, Sie haben richtig gelesen:

Unser Monatsspruch steht im Judasbrief! Der Verfasser ist aber nicht der Jünger, der Jesus verraten hat, sondern der Bruder des Jakobus (V 1).

Unser Monatsspruch stellt eine Aufforderung dar. Er empfiehlt uns an der Liebe Gottes fest zu halten. Das soll heißen, dass wir uns ganz und gar auf sie verlassen, und immer mit ihr rechnen sollen. Die Liebe Gottes ist nichts Selbstverständliches, sie ist ein großes Geheimnis. Wir können uns nicht erklären, wieso der gute, allmächtige und unendliche Gott uns sündige, fehlerhafte und so begrenzte Menschen liebt. Aus Liebe hat Gott die Welt geschaffen. In jedem Teil seiner Schöpfung begegnen uns Gedanken Gottes, die von Liebe erfüllt sind. In Liebe wendet sich Gott seinen Geschöpfen und auch uns Menschen zu. Er will uns täglich seine Nähe erleben lassen. Gerade in Zeiten, wenn wir traurig, einsam und verzweifelt sind, ist er mit seinem Trost ganz nah. Er sorgt für uns, viel besser als es menschliche Eltern für ihre Kinder tun können. Er versteht uns besser, als jeder andere Mensch und sogar wir selbst. Gottes Liebe ist grenzenlos. Die menschliche Liebe ist nur eine schwache Kopie ihres göttlichen Gegenstücks, trotzdem lässt sie uns manchmal erahnen welch gewaltige Macht ihr steckt...

Am deutlichsten wird die Liebe Gottes in der Gestalt unseres Heilandes und Erlösers Jesus Christus. Die Liebe zu uns Menschen bringt Gott so weit, dass er sogar seinen Sohn nicht verschont. Er opfert ihn, um unsere Schuld zu tilgen. Judas ermuntert uns, auf Jesu Erbarmen zu warten. Sollen wir hier auf den Jüngsten Tag vertröstet werden? Ist das Leben hier und jetzt vielleicht nur zweit- oder sogar drittrangig? Leben wir hier vielleicht nur in einem " Jammertal ", das wir möglichst schnell verlassen sollten? Ich meine, das ist nicht der Fall. Jesus selbst hat es uns auf dieser Welt vorgelebt worauf es ankommt: auf die Liebe! Diese Liebe richtet sich gleichermaßen auf Gott unseren Schöpfer und unsere Mitmenschen. Sie erschöpft sich nicht nur auf der Gefühlsebene, sondern führt zu konkretem Handeln.

Und am Ende dieses Lebens steht für uns die schönste und größte Verheißung: das ewige Leben! Wenn wir diese Erde verlassen haben, werden wir im himmlischen Vaterhaus Heimat, Frieden und Erfüllung finden. Durch Jesu Sieg über den Tod ist die Trennung von unseren Verstorbenen nicht endgültig. Es gibt die Hoffnung auf ein Wiedersehen.

Ich lade Sie ein, mit in dieses Gebet ein zu stimmen:

" Vater im Himmel, umgib du uns mit deiner Liebe, lass uns auf deine Verheißungen vertrauen und schenke uns Geborgenheit bei dir. Hab Dank, dass wir uns immer auf unsere ewige Heimat in deinem Vaterhaus freuen können! Amen"

Hugo Pohl,


Das Wort

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe. Lukas 1, 78

Unser Monatsspruch stammt aus dem Lobgesang des Zacharias. Seine Frau Elisabeth, eine Verwandte der Mutter Jesu, hatte ihm den lang ersehnten Sohn geboren. Er hatte die Hoffnung auf einen Stammhalter schon längst aufgegeben, denn seine Frau war schon alt. Der Engel Gabriel erschien ihm, und kündigte ihm die Geburt eines Sohnes an (V.11). Obwohl er Priester war, traute er Gott in diesem Falle kein Wunder zu (V.18). Gott nimmt ihm sogar die Sprache. Erst als er nach der Geburt schriftlich zustimmt, dass das Kind Johannes heißen soll, wird seine Zunge gelöst, er kann wieder reden und Gott mit Worten loben (V.64). Ich kann mir gut vorstellen, wie es da aus Zacharias heraus bricht: Glück, Freude, Dankbarkeit und Anbetung kann er endlich aussprechen. Gott lässt ihn sogar in die Zukunft schauen, denn er sagt: "Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen, denn du wirst dem Herren vorangehen, dass du seinen Weg bereitest, und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden."(V 76/77) Unter dem Namen "Johannes der Täufer" erfüllte er Gottes Verheißung.

Zacharias ist felsenfest davon überzeugt, dass Gott es gut mit seinem Volk meint. Er erkennt die Liebe und die Zuwendung im Handeln Gottes. "Herzliche Barmherzigkeit", so nennt er die Triebfeder, die hinter dem Tun Gottes steckt. Es ist nicht die strenge Gerechtigkeit. Gerechtigkeit , so las ich einmal, gibt es auch in der Hölle, im Himmel regiert die Barmherzigkeit!

Der Priester Zacharias erkennt, dass die lange Zeit des Wartens vorbei ist. Die Verheißung wird sich erfüllen. Der langersehnte Heiland, Retter und Befreier ist bald da. Das Umherirren im Finstern hat ein Ende. Der Besuch des aufgehenden Lichts aus der Höhe steht bevor!

Für uns ist das alles Vergangenheit. Es liegt mehr als 2000 Jahre zurück! Doch das Kind, das am Heiligen Abend in der Krippe lag, wurde auch für uns Heiland, Retter und Befreier! Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit haben wir die Möglichkeit, uns wieder ganz neu mit ihm einzulassen. Er will uns aus dem Alltagstrott befreien, uns zur Ruhe kommen lassen und unsere Herzen mit Wärme und Liebe füllen. Wir können die Gelegenheit ergreifen, unsere Blicke auf das Wesentliche lenken zu lassen. Weihnachtsfreude will ausstrahlen, andere erreichen, sie froh machen und trösten. Lassen wir doch unsere Fantasie beflügeln! Wagen wir es, neue Wege zu gehen! Lösen wir uns vom Konsumzwang, der Vermarktung des Weihnachtsfestes, vom Einkaufsrummel, und kümmern wir uns um die, die am Rande stehen, die Einsamen, Alten, Kranken, Hoffnungslosen und Abgeschriebenen. Dann wird die Weihnachtsfreude auch in unseren Herzen leuchten.

In diesem Sinne wünschen ich uns allen eine gesegnete Vorweihnachtszeit, friedvolle, gnadenreiche und besinnliche Festtage und Gottes Beistand und Führung, seinen Trost und seine Hilfe in allen Schwierigkeiten. Hugo Pohl




DAS WORT

Jesus Christus spricht: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für

seine Ernte auszusenden. Lukas 10, 2

Die Ernte ist groß! So war das zur Zeit Jesu. Dem ganzen Volk Israel musste die Botschaft verkündet werden: Die Prophezeihungen haben sich erfüllt, das Himmelreich ist mitten unter euch, der langersehnte Messias ist da! Für diese große Aufgabe reichen die zwölf Jünger nicht mehr aus. Jesus sendet 72 Boten paarweise vor sich her, so lesen wir es im 10. Kapitel des Lukasevangeliums. Keine Einzelkämpfer sind die Herolde des "neuen Königs", sondern Menschen mit einem Partner. Jesus kennt die Menschen gut. Er weiß wie wichtig ein Freund und Partner ist. Wenn man ganz unten ist, die Zweifel immer mächtiger werden, wer kann dann besser helfen als ein Partner, der uns kennt und versteht? Vielleicht fehlen in unserer Zeit die Zweierbeziehungen, die das Reich Gottes zum Ziel haben?

Manch einer fühlt sich in einer größeren Gruppe verloren, übergangen oder an den Rand gedrängt. Signale, die er aussendet, werden überhört; die Rufe nach Hilfe und Beistand verhallen. Resignation ist oft die Folge. Das einmal als richtig und wichtig erkannte Ziel: Mithelfen beim Aufbau von Gottes Reich, gerät aus dem Blickfeld, anderes wird wichtiger - ein Arbeiter hat mitten in der "Erntezeit" gekündigt.

Auch in unserer Zeit gilt das Wort: Die Ernte ist groß! Damit ist nicht nur, wie es früher hieß, die "Heidenmission" gemeint. Christliche Traditionen und Inhalte gehen immer mehr verloren. Meine Frau erzählte mir, dass von ihren Schulanfängern ein ständig wachsender Teil den Namen JESUS gar nicht kennt! .Dass die Erntearbeit in unserem christlichen Vaterland nicht leicht ist, hat ein ehemaliger Missionar erfahren. Er war wieder als Gemeindepfarrer in Deutschland eingesetzt und wurde gefragt, ob er sich jetzt nicht erholen könne. Seine Antwort war: "Nein, denn Christen bekehren ist eine Heidenarbeit!"

Wenn wir einsam, verzweifelt und kraftlos sind, dürfen wir unseren Vater im Himmel bitten, dass er uns die Augen öffnet, damit wir den Partner erkennen, den er uns gesandt hat. In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gute "Erntearbeit!"

Hugo Pohl



Das Wort

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Lukas 24,5

Drei Frauen, Maria, Maria Magdalena und Johanna, stehen am Ostermorgen vor Jesu Grab. Sie wollen ihm einen letzten Liebesdienst erweisen. Sein Leichnam soll mit wohlriechenden Ölen behandelt werden.(V.1)

Doch das Grab, eine Felsenhöhle, ist leer!

Statt Jesus treffen die Drei zwei Männer in glänzenden Gewändern.(V.4) Die stellen ihnen die Frage: "Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? " Die Frauen haben doch das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz hautnah miterlebt. Über seinen Tod gab es keinen Zweifel!

Die beiden Männer erinnern die Drei an das, was Jesus gesagt hatte: "Der Menschensohn muss überantwortet werden in die Hände der Sünder und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen."(V. 7)

Sie waren ja immer mit dabei gewesen, hatten jedes Wort Jesu aus aller nächster Nähe gehört. Sie hatten ihm vertraut und geglaubt. Doch Leid und Schmerz hatten ihren Glauben verdunkelt. Das, was sie für wirklich hielten, hatte sie in die Enge getrieben. Da schien kein Platz mehr für einen Ausweg zu sein. Eine ganze Welt war mit Jesu Tod zusammengebrochen.

Doch nun reichte nur ein Satz! Es fiel ihnen wie Schuppen von den Augen. Natürlich: Jesus hat Recht! Gott selbst hat eingegriffen: Ein gewaltiges Wunder ist geschehen! Der Tod hat seine Macht verloren! Er wurde besiegt, Jesus lebt! Der Lebende ist nicht bei den Toten! Dieses Erlebnis verändert alles.

Aus Niedergeschlagenheit und Trauer werden Begeisterung und Freude. Sie müssen es weiter sagen: Der Herr lebt! So wurden sie zu den ersten Apostelinnen!

Auch für uns, die wir mehr als 2000 Jahre nach Christi Geburt leben, will er täglich da sein! Das Geheimnis seiner Auferstehung bleibt unergründlich. All unser Wissen über Naturwissenschaft stößt hier an Grenzen. Doch der Glaube wagt den Sprung über die Grenze des Todes! Wir können täglich erleben, dass Jesus bei uns ist. Er will unsere Augen und Ohren öffnen, damit wir merken: Er ist uns nahe, gerade im Leid und im Schmerz. Ich glaube und hoffe, dass er mich auch an der Grenze zwischen Tod und Leben nicht allein lässt. Er wird mich auffangen, in seine Liebe einhüllen und sicher in die ewige Heimat zu seinem Vater bringen.

Dieser Glaube gibt Kraft, Hoffnung und Zuversicht! Alles, was uns hier auf dieser Welt geschehen kann, trifft uns nicht schutzlos und einsam, denn er umgibt uns und steht uns bei! Er will uns auch den Mut schenken, von diesem Wunder zu berichten.

Ich wünsche uns allen eine gesegnete Osterzeit. Mögen wir die Nähe und den Trost unseres lebendigen Herrn erleben und es wagen, davon zu erzählen.



Das größte Wunder ist geschehen,

Dein Tod hat uns den Sieg gebracht!

Wir staunen, können’s nicht verstehen,

Das Geheimnis deiner Osternacht!

Durch Leid und Tod führst du zum Licht,

Tust uns sogar den Himmel auf,

Nimmst uns die Angst vorm Weltgericht

Und änderst selbst der Welten Lauf!

Schenk‘ uns deinen Ostersegen,

Du Sieger über Schuld und Tod.

Schütze uns auf allen Wegen

Und tröste uns in jeder Not!

Amen

Hugo Pohl


Das Wort

So steht's geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen

von den Toten am dritten Tage und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern.. Lukas 24, 46-47

Das Leiden, der Tod und die Auferstehung unseres Herrn, Jesus Christus, sind das Fundament unseres Glaubens. Davon wird nicht nur im Neuen Testament berichtet. Wir finden auch schon bei den Propheten des Volkes Israel manche Hinweise. Obwohl den Jüngern diese Schriften bekannt waren, hatten sie andere Vorstellungen: Ihr Herr war der verheißene Messias, er sollte ein großes mächtiges Reich aufrichten. Es ging sogar so weit, dass sie sich darüber stritten, wer wohl zur Linken und Rechten Jesu sitzen würde... (Mt 20,21+23)

Leid und Tod passten überhaupt nicht in diese Gedankenwelt.

In unserem Monatsspruch heißt es: "... dass gepredigt wird Buße... "

Das Wort "Buße" hat viele Bedeutungen. Wir kennen zum Beispiel eine Geld-Buße, als Strafe für ein Vergehen. Hier meint Buße einfach nur Umkehr. Immer mehr Menschen erkennen, dass wir nicht auf dem richtigen Wege sind. Die Entwicklungen auf der ganzen Welt zeigen das immer deutlicher: Immer größerer Reichtum einiger Weniger steht dem wachsenden Elend der Massen gegenüber; Staatsmänner und Politiker sind nicht in der Lage die unheilvolle Entwicklung aufzuhalten. Der Mammon (das Geld) regiert die Welt - es geht fast nur noch um Profit, ohne Rücksicht auf Natur und Menschen. Auch im privaten Bereich ist oft die erste Frage: " Was springt dabei für mich heraus? " Ob das, was getan werden soll gut oder richtig ist, interessiert viel weniger. Immer mehr rücksichtslose Egoisten setzen ihre Ellbogen ein und drängen die Schwachen ins Abseits. Ich will jetzt auf keinen Fall nur über die Anderen reden - nein, auch ich bin in der Gefahr meinen Nächsten zu übersehen, statt ihm zu helfen. Deshalb kann ich nur meinen Vater im Himmel bitten: Herr, prüfe mich, ob ich auf bösem Wege bin und leite mich auf ewigem Wege (Psalm 139,24).

Ich habe es erlebt, dass in unserem Glauben die Kraft und die Macht des Auferstandenen spürbar wird. Besonders in schwierigen, fast ausweglosen Situationen fühle ich mich von seiner Liebe getragen. Nur dadurch konnte ich bisher über 26 Jahre kompletter Querschnittslähmung überstehen.

Ich wünsche nun uns allen eine besinnliche zweite Hälfte der Passionszeit so wie ein gesegnetes Osterfest und bitte Sie, mit mir in das folgende Gebet einzustimmen:

Das größte Wunder ist geschehen:

Dein Tod hat uns den Sieg gebracht!

Wir staunen, können's nicht verstehen

Das Geheimnis deiner Osternacht.

Durch Leid und Tod führst du zum Licht,

Tust uns sogar dem Himmel auf,

Nimmst uns die Angst vorm Weltgericht

Und änderst selbst der Welten Lauf.

Schenk' uns deinen Ostersegen,

Du Sieger über Schuld und Tod,

Begleite uns auf allen Wegen

Und tröste uns in jeder Not! AMEN Hugo Pohl



Das Wort

Jesus Christus spricht: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Mt. 18,20



Eine herrliche Verheißung ruft uns Jesus mit diesem Monatsspruch zu. Er selbst will mitten unter uns sein, wenn wir uns in seinem Namen versammeln. Dabei kommt es nicht auf große Zahlen an. Natürlich geht von Massen- veranstaltungen, wie beim Kirchentag in Hamburg, eine besondere Faszination aus. Ein Fußballstadion voller Menschen, die Gottesdienst feiern, das Ein- tauchen in die Menge der Gleichgesinnten, das Mitschwimmen auf den Wogen der Begeisterung und das Lob Gottes zusammen mit Tausenden von Schwestern und Brüdern, das tut unseren Seelen gut.

Wenn wir jedoch erleben müssen, wie das Häuflein der Getreuen in den Sonntagsgottesdiensten immer kleiner wird, werden wir leicht mutlos. Fragen drängen sich auf: Geht es mit dem Christentum zu Ende? Ist unser Glaube nur noch ein Überbleibsel aus der Vergangenheit? Haben wir Christen in all den, sich überstürzenden Veränderungen, überhaupt noch eine Zukunft? Die Antwort heißt: Ja! Denn wir brauchen nicht an unserer Kraft und Mutlosigkeit zu verzweifeln, darauf kommt es nicht an, er, der Herr ist mitten unter uns! Er thront nicht über seinen Untertanen. Nein! Er beugt sich herab, richtet die Gefallenen und Erschöpften auf und erquickt die Mühseligen und Beladenen. Er will Augen öffnen, damit sie die Not des Bruders und der Schwester sehen, will Hände und Herzen bereit machen zum Beten, Segnen und Handeln. Auch heute baut er seine Gemeinde, der die Verheißung gilt: Selbst die Pforten der Hölle werden sie nicht überwinden! Ist mit der Versammlung in Jesu Namen eigentlich nur der Gottesdienst am Sonntag in der Kirche gemeint? Das würde doch Jesu Zusage zu sehr einschränken! Jesu Nähe kann doch sicher nicht von der Anwesenheit eines ordinierten Pfarrers, eines Messners oder eines Organisten abhängen. Auch ist keine Rede von einem bestimmten Gebäude. Es geht wirklich nur um das Zusammensein von Christen in Jesu Namen. Das kann eine Posaunenchor- oder Kirchenchorprobe ebenso sein, wie Hauskreis oder eine Kirchenvorstandssitzung. Selbst beim Abend- oder Tischgebet ist Jesus unser Gast. Der Blickwinkel, unter denen wir unsere Mitmenschen erkennen, ändert sich, wenn wir Sie als Schwestern und Brüder im Herrn sehen. Ich wünsche uns allen eine gute Zeit, in der wir zusammen mit anderen die Nähe unseres Herrn Jesus Christus erleben!

Hugo Pohl


Das Wort

Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter, der mancherlei Gnade Gottes. 1. Petrus 4,10

Unser Monatsspruch ist ein Aufruf an die Gemeinde:

Dienet einander! Wir jammern,, dass immer weniger Menschen zur Mitarbeit in unserer Gemeinde bereit sind. Es fehlen Leute, die beim Besuchsdienst mitmachen, die den Kirchenboten austragen, den Kirchengarten aufräumen, beim Kirchenputz helfen oder Verantwortung übernehmen und in der Jugendarbeit mitwirken wollen. Ein typisches Kennzeichen unserer Zeit? Auch die Christen vor vielen Jahrhunderten scheinen schon diese Probleme gehabt zu haben, sonst wäre dieser Aufruf im Petrusbrief nicht nötig gewesen. Obwohl die Menschen damals nicht in einer Demokratie, sondern im Römischen Weltreich lebten, und sie nicht auf technische Annehmlichkeiten im Alltag und bei der Freizeitgestaltung zurückgreifen konnten, gab es auch damals die Bequemlichkeit nach dem Motto: Laß es doch mal die anderen machen! Das führte dann, genau wie bei uns heute, dazu, dass immer weniger Mitarbeiter immer mehr machen mußten. Sie fühlten sich bald überlastet und ausgebrannt. Nicht eine kleine Gruppe soll alles machen, sondern wir alle dürfen und sollen unsere besonderen Gaben mit einbringen. Dass es in der christlichen Gemeinde nicht um ein Machtgerangel gehen soll, hat uns Jesus an vielen im Neuen Testament klar gemacht. Es fällt uns oft schwer, die Gaben, die Gott uns gibt, als gleichwertig und gleich wichtig zu sehen. der Vergleich zwischen Körpergliedern und Gemeindegliedern macht deutlich, dass jeder auf die anderen angewiesen ist. (Eph 4,16) Das Lutherdeutsch im letzten Abschnitt des Monatsspruchs ist schwer verständlich. "...als die guten Haushalter, der mancherlei Gnade Gottes" soll bedeuten: Unser Wissen und unsere Fähigkeiten hat uns Gott nicht zum Privatvergnügen anvertraut, sondern um sie im Dienste unserer Mitmenschen in die Gemeinde einzubringen! In diesem Sinne wünsche ich uns allen Gottes Segen und den Mut, uns mit unseren Gaben am Gemeindeleben zu beteiligen! Hugo Pohl 



Das Wort

Hoffnung lässt nicht zu Schanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

Römer 5, 5
In unserem Monatsspruch wird etwas behauptet, das unserer Alltagserfahrung widerspricht: Hoffnung lässt nicht zu Schanden werden!

Wir erleben doch täglich das Gegenteil: Schönes Wetter wird erhofft, der Regenschirm bleibt zu Hause – es regnet! Wir kaufen schöne, leichte Sommerkleidung, die Hoffnung auf Hitze erfüllt sich nicht – der Sommer bleibt kühl. Die Wahrhaftigkeit eines uns nahe stehenden Menschen erscheint uns unumstößlich – unsere Hoffnung wird enttäuscht!

Diese Beispiele ließen sich noch lange fortsetzen; nicht umsonst gibt es das Sprichwort: HOFFEN UND HARREN MACHT MANCHEN ZUM NARREN!

Das Wort Hoffnung, wie es der Apostel Paulus in Römer 5, 5 verwendet, bedeutet offensichtlich etwas anderes als in unserer Umgangssprache. Diese Hoffnung und der christliche Glaube sind genauso wenig voneinander zu trennen wie die beiden Seiten einer Münze. Der erste Vers im elften Kapitel des Hebräerbriefes macht das deutlich: "Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht." Wenn ich glaube, dass Gott mich liebt und mir nahe ist, dann kann nichts und niemand diese Hoffnung zu Schanden werden lassen. Nicht das ewige Glück, immer währende Gesundheit und dauernder Erfolg ist uns verheißen, sondern Gottes Beistand und Trost in allen Lebenslagen. Darauf weist uns auch die Jahreslosung für 1999 hin: "Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." Matthäus 28, 20. Unsere menschliche Sprache ist nicht besonders gut geeignet, diese Zusammenhänge zu verdeutlichen. Das Bild von der Münze für Hoffnung und Glauben müsste durch einen anderen Begriff ersetzt werden: der Dreiklang. Der Grundton dieses Dreiklangs ist die Liebe. Der Apostel Paulus schreibt dazu im 13. Kapitel des ersten Korintherbriefes: "Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen." So steht es auch in unserem Monatsspruch: "...denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist."

In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass wir dieses Geschenk des Heiligen Geistes annehmen. Es wird uns in unserem Alltag begleiten und uns nicht zu Schanden werden lassen. Dieser Dreiklang aus Glaube, Liebe und Hoffnung soll unser Leben zu einem Loblied für unseren auferstandenen Herrn machen!

Hugo Pohl

 

 

  


von Heidemarie Lehnert,
der Frau eines Pfarrers,
Georg Lehnert,
der mit mir
seit meiner Jugend
in Katzwang
befreundet ist

.

 PSALM 91...Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt'

und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, .der spricht zu dem Herrn:

Meine Zuversicht und meine Burg,

mein Gott, auf den ich hoffe.

Denn er errettet dich vom Strick des Jägers

und von der verderblichen Pest.Er wird dich mit seinen Fittichen decken,

und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.

Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,

daß du nicht erschrecken mußt vor dem Grauen der Nacht,vor de:n Pfeilen, die des Tages fliegen,

vor der Pest, die im Finstern schleicht,

vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.

Denn der Herr ist deine Zuversicht,

der Höchste ist deine Zuflucht.Es wird dir kein Übel begegnen,

und !teine Plage wird sich deinem Hause nahen.

Denn er hat seinen Engeln befohlen,

daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen,daß sie dich auf den Händen tragen

und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

Über Löwen und Ottern wirst du gehen

und junge Löwen und Drachen niedertreten.})Er liebt mich, darum will ich ihn erretten;

er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen.

Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei

ihm in der Not,

ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.Ich will ihn sättig~n mit langem Leben

und will ihm zeigen mein Heil.«rier Seuche, die am Miqag Verderben bringt.(Ps  ..""". Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzet und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibetIst der herausgenommen aus den Gefahren dieser Welt, von Angst, und Haß und. Not befreit?

Auf eine Insel fernab der Gefahren unsrer Zeit g~stellt, erhaben über Sorge, Trauer, Neid und Streit?Nein, wen Gott der Schirmherr selbst umgibt

der wagt Vertrauen mitten in Gefahren.

Er weiß sich von des Höchsten Macht geliebt

und Gott wird seine Seele selbst in Trümmern noch bewahren,Der spricht zu dem Herrn.Mit dir reden, mich in deinen Willen fügen kenn ich ihn denn und will ich was du willst?

Du bist da, du sorgst für mich, das Herr soll mir genügen. Nicht meine Wünsche sondern deinen Segen du an mir erfüllst.Wie oft bestimmt die Uhr den Ablauf meines Lebens. Bleibt da noch Ruhe, Zeit mit dir Herr Jesu Christ? Mein Tun und Denken hier ist nicht vergebens, wenn du mich lehrst was für mich wichtig ist.Meine Sei du mir eine Burg, in der ich sicher und geborgen.

Sei du mein Hort, bei dem sich klären meine Sorgen, damit die Zuversicht mir meine Wege gangbar macht.. Laß mich aus deiner Stille schöpfen neue Kraft.Aus meiner Sicht befind ich mich in Zwängen,

die mir. begrenzen meinen Raum und meine Zeit.

Mag mich Vßrantwortung und Sorge auch bedrängen, ich hoff auf dich, schenk du mir Ruhe und Gelassenheit.Denn er errettet dich vom Strick des Jäaers und von der verderblichen Pest.Du leidest mit, oh Gott, wenn Menschen weinen, stehst an der Seite derer, denen Unrecht hier geschieht. In deiner Liebe willst du alle Menschen einen,

du bietest Wege an, damit der Friede blüht.Damit ein Wort, und mancher Blick nicht so verletzend trifft und keiner eine Falle mehr dem andern legt.. Damit Gedanken friedlich und nicht voller Gift,hast du als Angebot uns deinen Willen vorgelegt.Er wird dich mit seinen Fittichen decken

und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.Mitten im rauhen Alltag, wenn der Sturm um mich fegt bist du da. wenn dunkle Wolken jagen über den Horizont meines Lebens. Wenn Ratlosigkeit mir die Sicht raubt bist du nah,

weil du weißt was ich brauch, sind nie meine Gebete vergebens.Was du Herr zuläßt, warum laß ich es nicht zu? Wenn Gott weiß, warum lehn ich mich noch auf? Wann der Mächtige eingreift, weißt es denn du? Vielleicht macht er Morgen die Türe schon auf. Dann hast du wieder Land in Sicht

und Hoffnung stärkt dein Leben.

Darum fürchte dich nicht,

Gott wird was qu brauchst dir geben.Seine Wahrheit ist Schirm und Schild.Was ist Wahrheit, bei allen Wahrheiten, überall und hier am Ort? Sind Werte wichtig, treten wir fOr sie noch ein?

Haben wir für unsre Kinder noch ein klares Wort?

Wenn jede Meinung zählt, was ist dann Trug, was Schein?Vor Terror, vor den Katastrophen Oberfällt uns längst das Grauen.. Diese Welt ist nicht der Himmel, das hast du uns nicht zugesagt. Deine Wahrheit steht fOr Treue und Verläßlichkeit.

Du bist selbst Schirm und Schild, für jeden Menschen der es wagt, dir zu vertrauen, an dich zu glauben mit Beharrlichkeit.Denn der Herr ist deine Zuversicht

der Höchste Ist deine Zuflucht.

Es wird dir kein Übel begegnenund keine Plage wird deinem Hause nahen. .,Wenn alles wankt, wenn nichts mehr trägt, wer ist dann noch bei mir?

Wenn all Stützen weg"gefegt,

wer stützt und hält mich hier?Wie viele Menschen bieten Heil und können es nicht halten.

Bleib du oh Gott mein Halt, mein Teil, laß deine GOte walten.:Denn

daß sie dich behOten auf allen deinen Wegen.er hat seinen Enqeln befohlen.Engel sind Weg begleiter, sie fOhren ans Ziel, Engel stOtzen, wenn Statiken wanken.

Engel stärken, zu bejahen was Gott will,

Engel. geben Kraft, trotz allem zu danken.

Engel sind Boten, unerwartet, unverdient,

der Engel der Treue, Gott bleibt niemals aus.

Der Engel der schOtzt und im Schweren mir dient, Gott schickt seine Engel mich zu leiten nach Haus.Daß sie dich auf Händen tragenist das denn wahr, fragen manche ergrimmt, gibt es nicht Armut und Elend genug?Wer hat auf den Märkten die Preise bestimmt; . beruht hier nicht vieles auf Lug und auf Trug?Was heißt es denn, auf Händen getragen? Wo bist du Gott, wenn uns was passiert? Verletzungen haben wir alle zu tragen, hat immer der Hilflose die Hilfe kassiert?Wenn du es zuläßt, was uns hier geschehen, so bist du dennoch jedem.ganz nah.

Du läßt deine Hilfe noch immer geschehen, oft bist du durch uns für andere da.Zeig mir meinen Auftrag, den du für mich hast, send mich als Boten zu denen hinaus

die viel zu schwer tragen an all ihrer Last, zeig mir die Stadt, die Straße das Haus.Über Löwen und Ottern wirst du gehen und iunge Löwen und Drachen niedertreten.Gewaltige und listige Feinde,

der sichtbaren und unsichtbaren Welt, ist ausgesetzt deine Gemeind.e, auch dann wenn sie zu dir sich hält.Du machst uns stark, trotz allem Bösen;,

aus deiner Hand fallen wir nicht :raus.

Du kamst herab, um uns hier zu erlösen

und führst deine Kinder ganz sicher nach Haus.Er liebt mich. darum will ich ihn erretten:

er kennt meinen Namen. darum will ich ihn schützen.Gottes Zusage gilt denen, die ihn lieben, die ihm Lob, Preis und Dank erbrachten. In seiner Obhut sind geblieben,

die seinen Namen ehren und achten.Denn denen die Gott lieben,

die seinem Namen vertraun,

müssen alle Dinge zum Besten dienen,die werden einst Gott selber schaun.Er liebt mich. darum will ich ihn erretten:

er kennt meinen Namen. darum will ich ihn schUtzen.Gottes Zusage gilt denen, die ihn lieben, die ihm Lob, Preis und Dank erbrachten. In seiner Obhut sind geblieben,

die seinen Namen ehren und achten.Denn denen die Gott lieben,

die seinem Namen vertraun,

müssen alle Dinge zum Besten dienen,die werden einst Gott selber schaun.Er ruft mich an. darum will ich ihn erhören:

ich bin bei ihm in der Not.ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen. .Du bist mir nah Herr, das möchte ich niemals vergessen, du gibst mir mein tägliches Brot.

Kann ich denn deine Hilfe ermessen

und danke ich dir auch mein Gott?Ich ruf dich afT, oh Herr, erhöre, längst bin ich dir, Gott, bekannt. Ich bin dein Kind, welch hohe Ehre, Nach deinem Namen bin ich genannt.Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil.Der Augenblick ist mir gegeben,

ihn hast du, Gott, mir anvertraut.

In deiner Hand Herr ruht mein Leben, gesättigt ist, wer dir vertraut.Dir will ein neues Lied ich singen, hältst mir die Treue Tag für Tag. Dir will mein Dankopfer ich bringen, du stehst zu mir, was kommen mag.und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.Bist du denn da, wenn Hunderttausende ertrinken? Worauf solln wir in unsrer Not denn bauen, wenn wir in Not und Schlamm und Graun versinken?daß du nicht erschrecken mußt vor dem Grauen der Nacht.Zuversicht und meine Burg. mein Gott auf den ich hoffe.91, 1-6. 9-16)

                                                                                                                 Copyright by Heidemarie Lehnert



 
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