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habe ich eine neue Sciencefiction Kurzgeschichte veröffentlicht. Ihr Titel ist:

Monster aus dem Weltall19. April 2014


3.12.2017

Letzte Woche sind wir zum Einkaufen gefahren. Als mich Karin und Igor "ausladen" wollten, stell-

ten sie fest, dass sich die Heckklappe nicht öffnen ließ und ich musste mit einer Flex heraus

geschnitten werden.....



Beinbruch

Seit gestern (15.7.2016) ist Hugo mit einem Schienbeinbruch im Krankenhaus.

Der muss genagelt werden.Sehr schlechte Bedingungen für  Querschnitt!

Die Schwestern tun, was sie können, sind sehr engagiert, aber die Rahmenbedingen sind

nicht sehr optimal...

27.7.2016

Hugo ist wieder da, er wurde operiert....

Die Wunden schauen gut aus.


 Die Lungenentzündung                                              

 

Es war am 1. Mai. Seit e eineinigen Tagen hatte ich eine Bronchitis. Bei jedem Atemzug rasselte es heftig. Das war allerdings für mich nichts Neues, denn ich habe schon einige Male so eine Krankheit zuhause auskuriert. Doch diesmal wurde es ganz dramatisch und ich bekam immer weniger Luft. Karin lief den Notarzt an. Der wollte mich sofort ins Krankenhaus einliefern, davon war ich aber nicht begeistert. Aber die Diagnose war eindeutig: schwere Lungenentzündung! Von da an habe ich eine Gedächtnislücke. Karin erzählte mir, dass ich sogar 3 Herzstillstände hatte und mich Igor Woloschinko, mein lieber Freund und langjähriger Assistent immer wieder reanimiert hatte. Ich bin ins Südklinikum eingeliefert worden. Dort lag ich drei Tage im künstlichen Koma. Karin hat mich jeden Tag besucht und viele Freunde und Bekannte haben uns in ihre Fürbitten eingeschlossen und uns so im Gebet getragen. Als ich dann wieder aufgewacht bin, war ich zwar ansprechbar und habe auch normal reagiert, aber auch an diese Zeit kann ich mich kaum mehr erinnern. Dann wurde ich zur Reha nach Erlangen in das Klinikum am Europa Kanal verlegt. Igor hat mich begleitet und war jeden Tag viele Stunden bei mir. Man hatte mir einen Tubus durch den Mund in die Lunge gelegt. Dadurch waren die Stimmbänder ausgeschaltet und ich konnte nicht mehr reden und auch das Schlucken war mir unmöglich. Ich wurde in diesen Wochen durch eine so genannte Astronauten Nahrung ernährt.  Dazu wurde ein Schlauch über die Nase in den Magen geschoben. An diesem Schlauch war der Kunststoffbeutel mit der breiartigen Nahrung angeschlossen. Ununterbrochen bekam ich so die Nahrung oder Wasser in meinem Magen. Schmecken konnte ich davon nichts, ich hatte höchstens ab und zu ein kühles Gefühl im Hals. Igor schnallte mich jeden Tag auf das Stehbett um meinen Kreislauf zu trainieren, die Knochen vor Entkalkung zu bewahren und die Produktion roter Blutkörperchen anzuregen. Er hatte meinen Elektrorollstuhl mitgebracht, so konnten wir auf dem Krankenhausgelände Ausflüge machen. Das Klinikum am Europa Kanal ist wirklich sehr schön angelegt und verfügt auch über einen großen Park in dem sogar eine Herde Ziegen gehalten wird. Es verfügt auch über eine forensische Abteilung. Dort werden Straftäter behandelt. Dieses Gelände ist durch hohe Zäune mit Stacheldraht abgesichert und die Fenster sind vergittert.Die Nächte im Krankenhaus kamen mir manchmal unendlich lang vor. Im Gegensatz zu meinem Zimmerkollegen, Herrn Mannbar, konnte ich schwer einschlafen. War mir das aber doch endlich gelungen, kam der Nachtdienst alle drei Stunden und weckte mich, um mich neu zu lagern. Entweder lag ich auf der linken Schulter, auf dem Rücken oder auf der rechten Schulter. Die Lage auf der Schulter war besonders unangenehm, denn nach kurzer Zeit begann die belastete Stelle zu schmerzen. An einem Finger hatte ich einen Clip, über den die Sauerstoffsättigung in meinem Blut gemessen wurde. War diese Sättigung zu gering, löste die Anlage Alarm aus und ich durfte reinen Sauerstoff einatmen. Unterhalb meines Kehlkopfes war durch ein Loch ein direkter Zugang zu den Bronchien gelegt worden. Durch dieses Loch wurde der Schleim abgesaugt, der mich manchmal stark am Luftholen hinderte. Ab und zu musste ich eine Kochsalzlösung inhalieren. Das Ergebnis war: Es entstand noch mehr und viel flüssigerer Schleim, der dann wieder abgesaugt werden musste. Nach längeren Diskussionen gelang es mir die Schwestern und die Pfleger davon zu überzeugen, dass die Inhalation für mich doch nicht so gut war. Die Kommunikation war auch sehr schwierig, denn solange ich noch nicht sprechen konnte hatte

ich eine Buchstabiertabelle und konnte so durch Kopfnicken Worte erzeugen. Das war aber sehr mühsam. Zum Glück war ich immerhin in der Lage mit meinem Mund Geräusche zu erzeugen und auf mich aufmerksam zu machen. Ich presste die Luft durch die geschlossenen Lippen und es entstand ein Laut, der wie das Trompeten eines jungen Elefanten klang. Meine Therapeutin, Martina Bram, hat mir dann einen Sprechaufsatz an der Kanüle angebracht, der einen Teil der ausgeatmeten Luft an den Stimmbändern vorbei leitet und mich wieder in die Lage versetzte zu reden. In dieser Zeit erhielt ich Besuch von meinen Mitschülern Georg Metzger und Margit Hümmer. Es dauerte noch einige Wochen bis die Kanüle endlich entfernt werden konnte und ich wieder etwas essen durfte. Es war ein wunderbares Gefühl wieder etwas zu schmecken! In der Zeit vorher konnte ich wenigstens ein homöopathisches Medikament, Tuja D 12, im Mund zergehen lassen und so die leichte Süße des Milchzuckers im Mund spüren. Am Anfang gab es nur passierte Sachen. Aber dann war es endlich so weit und ich konnte wieder richtige Mahlzeiten zu mir nehmen. In der Zwischenzeit hatte ich fast verlernt mit meinem Esshilfen umzugehen.  Am Mittwoch, den drittem Juli war es endlich soweit: Ich wurde entlassen und dürfte heim! Igor kam schon um 8:30 Uhr und lud mich und das Gepäck ein. Bald waren wir zuhause. Den Lifter brachte Igor dann am nächsten Tag, denn beim besten Willen nicht mehr mit ins Auto. Jetzt bin ich dabei nicht wieder einzuleben, was mir aber nicht besonders schwer fäl

Schrecken am Nachmittag




Am Freitag, den 25. Januar, hatte mich Karin um 16: 40 Uhr auf das Stehbett geschnallt. Diese Prozedur machen wir dreimal pro Woche; dadurch soll mein Kreislauf trainiert, die Knochen vor der Osteoporose bewahrt und mehr rote Blutkörperchen erzeugt werden.

Sie schaltete den Motor an, der das Bett langsam aufrichten sollte. Zuerst verlief alles völlig normal, doch plötzlich wurde ich mit dem Bett nach vorne katapultiert. Ich hatte Angst, mit dem Kopf auf dem Fensterbrett aufzuschlagen und stieß einen Schrei aus. Karin warf sich dazwischen und drückte das Bett zurück. Nun wussten wir nicht, was wir tun sollten. Um 17:00 Uhr sollte eine Krankenschwester kommen. Karin drückte nun 20 Minuten lang gegen das Bett, bis endlich die Schwester kam und wir unseren hilfsbereiten Nachbarn anrufen konnten. Weil mein Blut in meine Beine abgesackt war, war mein Gesicht ganz bleich und meine





Lippen blau. Wir riefen also die Rettungssanitäter an. Die Feuerwehr musste auch noch verständigt werden, denn es bestand die Gefahr, dass das Bett zurückfällt und unseren Nachbarn beim Ausbau des Motors schwer verletzt. In kürzester Zeit war unser Schlafzimmer voller Menschen und ich war bald wieder in der Horizontalen. Die sympathische

Rettungsassistentin stellte nun fest dass mein Blutdruck wieder ganz normal war: 115 zu 80!

Wir waren froh, dass alles so gut ausgegangen war und dankten unserm Herrn für die Hilfe, die er uns gesandt hatte!

Dass Karin nun Schulterschmerzen hat, ist nicht verwunderlich und es wird wohl einiger Massagen bedürfen, bis auch diese Nachwirkungen verschwunden sind!                                                                     Hugo Pohl


 



MATHILDENHAUS 2011

Mittwoch 29. Juni

 Seit gestern bin ich wieder einmal zur Kurzzeitpflege im Mathildenhaus. Meinen Fernsehapparat hatte Igor schon am Freitag vorher hier deponiert, denn mein umgebauter Golf-Variant hat eben nur ein begrenztes Platzangebot. Als wir ankamen, war heuer mein Zimmer (dasselbe wie letztes Jahr) schon bereit. Auch ein neues Bett stand darin. Leider hat es den Nachteil, dass der Lifter nur dann darunter passt, wenn es ganz hochgefahren wird; Igor war davon nicht gerade begeistert. Die Chefin, Schwester Kathrin und ihr Dackel, Liese, begrüßten uns. Die schon etwas ältere Dackeldame konnte sich offenbar nicht mehr an Igor erinnern und bellte ihn an. Heute hat sie ihn schon viel freundlicher behandelt. . Während Igor das Zimmer einrichtete, lernte ich Karin, die neue Beschäftigungstherapeutin, kennen. Im Wohnzimmer berichtete sie uns das Neueste aus der Zeitung und ließ uns im Sitzen tanzen und singen.

Zum Mittagessen wurden mir Geflügelfleischklößchen oder Wirsingroulden angeboten, ich konnte mich nicht entscheiden und nahm deshalb jeweils eine halbe Portion, die sehr gut geschmeckt hat.Am Nachmittag wurde ich um 14:30 Uhr in den Rollstuhl gesetzt und ich suchte mir einen schattigen Platz im benachbarten Schlosspark. Es war über 30° warm und ich war dankbar für jeden kühlenden Luftzug. Einem kleinen Mädchen, das mit seiner Mutter den großen Bruder vom Gitarrenunterricht in der Musikschule abholen wollte, habe ich drei Luftballons geschenkt.Weil ich, aus Kalorien- und Sparsamkeitsgründen nachmittags nicht am Kuchenessen und Kaffeetrinken teilnehme, habe mir von Regine einen Apfel vierteln lassen ihn und mit großem Genuss verzehrt. Dann habe ich mir wieder ein stilles Plätzchen gesucht, um den Roman " Der Erlöser des Wüstenplaneten " weiterzulesen. Beim Abendessen habe ich mir ein Baron Lobkowitz Bier zu der Wurstplatte genehmigt. Um 19:30 Uhr hievten mich dann Silvio und Christian mit dem Lifter ins Bett. Das verabredete Telefongespräch mit Karin fand um 21:00 Uhr statt. Die Nacht war sehr warm (27° im Zimmer), aber sonst ohne besondere Vorkommnisse..

 

Sonntag, den 2. Juli

 

Gestern Abend um 18:00 Uhr begann das berühmte Schlossparkfest. Nach unserem Abendessen (Kartoffeln, Bratwürste, Rote Bete und Meerrettich) war ich zwei Stunden lang dort und habe mir die Aufführungen der Inlineskater, der Tänzer aus der Tusnelda-Schule und dem Loni Übler-Haus angesehen (Loni = Leonhard, ein Mitglied der Arbeiterwohlfahrt; hat diese Einrichtung in den 50er Jahre als Lehrlingswohnheim gegründet). Der Chef der Inlineskater hat mir zu einem sehr guten Platz und einem Freibier verholfen.

 Gestern Abend wollte ich Karin mit Igors Lautsprechertelefon anrufen, aber leider zeigte sich auf dem Display nur die Meldung: Nur Notruf möglich. Gott sei Dank hat mir Schwester Elke dann das schnurlose Telefon der Station überlassen. Heute früh überprüfte Igor dann das Handy und konnte aber keinen Fehler finden. Eigentlich müsste es dann heute Abend klappen. Für heute Mittag sind Rouladen und Klöße angekündigt, wenn ich daran denke, läuft mir jetzt schon (10:00 Uhr) das Wasser im Munde zusammen!

 

Dienstag, 5. Juli

 Der Sonntag war trüb, verregnet und mehr oder weniger trostlos. In der St. Nikolaus -  St. Ulrich Kirche war kein Gottesdienst, denn um 11:00 Uhr sollte das Gemeindefest beim Business Tower beginnen. Wir blieben jedenfalls im Mathildenhaus.Montag Vormittag waren wir wieder in Röthenbach und haben Karin mit Calgon und Rohrreiniger versorgt. Am Nachmittag sind dann Moni (aus Heidenheim) und Josy (aus der Schweiz) eingetroffen. Nach dem Kaffeetrinken haben wir uns auf die Andacht vorbereitet: Moni notierte den Ablauf

 

Begrüßung

Psalm 23

von guten Mächten 1 - 3

Vertrauen nicht verzweifeln (Zeugnis)

großer Gott wir loben dich 1-4 und 6

 

Fürbitten und Vaterunser

 Großer Gott 7

Wofür können wir Gott hier und jetzt loben?

Moni und Hugo

 

Komm Herr, segne uns

 

Irischer Segen

... mögest du längst im Himmel sein,

wenn der Teufel bemerkt, dass du fort bist!

 

 

 Leider war die Andacht sehr kurzfristig angesetzt worden, denn hier in der Kurzzeitpflege sollte eigentlich überhaupt keine Andacht mehr stattfinden; trotzdem hatten sich acht Seelen versammelt. Wir freuten uns alle über diese gesegnete Stunde.Anschließend machte ich einen Ausflug mit Moni und Josy in den Schlosspark. Mit fast leeren Akku (ich hatte beinah vergessen den Rollstuhl laden zu lassen, so hing er nur 15 Minuten am Netz) kamen wir rechtzeitig zum Abendessen hier im Mathildenhaus an. Nach dem Essen mussten meine zwei lieben Damen schon wieder nach Heidenheim aufbrechen, und ich war gezwungen , wie immer an Montagen (und auch am Mittwochen und Freitagen) ein sehr wichtiges Geschäft zu erledigen.

 

Um 21:00 Uhr habe ich dann Karin von diesem schönen, ereignisreichen Tag berichtet. Igors Nokia-Lautsprechertelefon hat wunderbar funktioniert.

 Ich bin dann sehr spät (nach 0:00 Uhr) eingeschlafen.Heute früh hat mich Silvio gewaschen und ich konnte noch vor 8:00 Uhr mit dem Frühstück beginnen. Anschließend war ich mit Igor im Marktkauf. Eigentlich wollte ich mir eine Deutschlandfahne kaufen, leider waren keine vorrätig, so kamen wir mit einem Sommerhemd und einer großen Packung Calgon zurück.Nach dem Mittagessen (auf dem Speiseplan stand: Steak, es entpuppte sich aber als ein Stück Geflügelfleisch!) hatte ich Besuch von meinem Schulfreund Georg Metzger. Ich lag während dieser Zeit im Bett und wir haben uns bis 17:00 Uhr über alles mögliche unterhalten. Georg hat mir auch noch eine Mozart-CD mitgebracht und auf meinen Festplattenrekorder überspielt; leider konnte das Gerät die Titel nicht erkennen, so muss Igor sie halt mit der Hand eingeben. Nach dem Abendessen kam Igor und fuhr mich nach Röthenbach zum ökumenischen Arbeitskreis. Die Sitzung dauerte nur bis 20:45 Uhr und wir hatten noch gute Gespräche über das Thema: Tod und Auferstehung.

 Am Mittwoch, stiegen schon am Vormittag gewaltige Rauchwolken aus dem Vorgarten auf. Nein, es war keine Brandstelle, sondern unser Hausmeister, Georg, Kammermeier, grillte. Auf unserem Speiseplan stand Milchreis mit Aprikosen oder als Alternative: Grilltag (das erklärte die Rauchwolken). Bei der letzten Mitarbeiterfeier hat Herr Beuker viel zu viel Grillgut bestellt, so kamen wir heute in den Genuss guter Sachen: Mittags hatte ich Bratwurst mit Meerrettich und Gurkensalat; abends gab es Bratwurst, Meerrettich und Rote Bete.Heute zum Frühstück habe ich mich gleich erkundigt, ob noch Bratwürste da sind - leider Fehlanzeige, so aß ich eine kleine Frikadelle. Aber auf die Bratwürste werde ich heute  nicht lange warten müssen, denn heute Nachmittag sind wir zum Sommerfest der Charitas nach Röthenbach eingeladen!

 

Donnerstag 7. Juli

 

Am Mittwoch besuchten wir Karin. Sie ließ es sich bei Schmökern auf der Terrasse richtig gut gehen und hatte ihre schicke neue Sonnenbrille auf.

Am Nachmittag ließ ich mich um 13:45 Uhr von Silvio und Thomas mobilisieren. Thomas ist ein Krankenpflegeschüler von Martha Maria; er gab mir heute die sehr wichtige Information, dass Dr. Nützel, ein Urologe, den ich schon aus Bayreuth kenne, in diesem Krankenhaus arbeitet. Da kann ich mich wohl von Dr. Trautner zu ihm überweisen lassen und brauche vielleicht wegen der Urodynamik nicht extra in die Hohe Warte nach Bayreuth zu fahren.

 Kurz nach 14:00 Uhr chauffierte mich Igor zur Charitas. Dekan Angerer begrüßte die Anwesenden und ließ sie "Lobet den Herren" singen und ein Vaterunser beten. Dann wurden kostenlos Getränke verteilt; ich entschied mich für ein helles Bier aus Leinburg. Die Else Güntert begrüßte mich und entschuldigte sich nochmals, dass sie bei Mutschis Beendigung nicht da sein konnte. Ich bedauerte das und sagte, dass wir uns sicher gefreut und sie zum anschließenden Essen eingeladen hätten.Zu den Klängen der Live-Musik (Hackbrett und Akkordeon) worden dann die wunderbaren, von Schwester Gaby gegrillten Bratwürste ausgeteilt; ich genehmigte mir zwei mit Ketschup und Senf und noch ein halbes Helles. Bevor ich zu essen begann, habe ich meinen Kaugummi auf dem Handrücken abgelegt - dann war er auf einmal spurlos verschwunden. Nun kam auch noch Besuch vom benachbarten städtischen Kindergarten. Die Kleinen erfreuten uns mit Gesängen und Tänzen. Gegen 16:00 Uhr fingen die ersten Gäste an aufzubrechen. Diesen Zeitpunkt nutzte ich um mich öffentlich für die Dienste der Charitas zu bedanken und anschließend einen Bayern-Preußen- Witz zu erzählen. Dann brachen auch wir auf und kamen und 16:30 Uhr im Mathildenhaus an. Im Speisesaal wurde gesungen. Das war der monatliche Sing-Nachmittag mit Frau Krügel und Akkordeonbegleitung; mit Begeisterung schloss ich mich an und erzählte in der Pause noch  einmal den gleichen Witz.

Nach dem, mehr symbolischen Abendessen (denn ich war ja eigentlich schon satt, wollte aber die Tabletten nicht pur hinunter würgen) ließ ich mich ins Bett bringen und da tauchte der verschwundene Kaugummi wieder auf: Groß er hatte sich zwischen meiner Hose und dem Roho-Kissen versteckt und nun klebte er auch noch am Liftergurt! Vom Gurt und Kissen konnte man die klebrige Masse einigermaßen gut entfernen. Die Hose muss ich wohl waschen lassen...

 

Samstag bin ich mich Igor im Mathildenhaus geblieben und wir haben nur einen kurzen Ausflug in den Schlosspark auf der anderen Seite der Ziegenstraße gemacht. Nach einem Schachspiel gab es zwei Eintöpfe zur Auswahl: Linseneintopf mit Wiener Würstchen oder Möhren-Kartoffeleintopf mit Rindfleisch. Ich genehmigte mir jemals eine halbe Portion. Als Abendessen hatten wir Heringssalat, Brathering und Salzkartoffeln; ein dunkles Baron Lobkowitz Bier rundete das herrliche Menü ab.

 

Dann kam das Ausscheidungsspiel der Damen WM: Deutschland - Japan. Wurde da vielleicht die Überheblichkeit bestraft? Der Slogan: Dritte Plätze sind nur für Männer...

Jetzt werden unsere Fußballdamen nicht einmal mehr Vierter!

Jedenfalls wünsche ich den Japanerinnen weiterhin viel Erfolg. Als Weltmeister tippe ich aber auf Frankreich.

 

Gerade bin ich vom Gottesdienst zurückgekommen. Unsere Dekanin Ursula Seitz, hat mir einen Gruß an dem Kirchenvorstand in Röthenbach aufgetragen: Den Wochen Spruch: Der Menschensohn ist gekommen zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. Ihr Kommentar dazu war sinngemäß: So sollen wir uns auch aufmachen und das Verlorene suchen, aber nicht vergessen uns vorher finden zu lassen!  

Samstag 16. Juli

 

Am Montag früh, um 8:30 Uhr hatte ich einen Termin beim Dermatologen Dr. Walter. Er betrachtete meinen Kopf und war mit dem Ergebnis seiner Laseroperation sehr zufrieden: Er konnte keine Spuren mehr vom hellem Hautkrebs finden. Anschließend fuhren wir nach Röthenbach weiter.

 Am Dienstag hatte Igor viel zu tun und ich brauchte ihn erst abends um 19:00 Uhr als Chauffeur für die Kirchenvorstandssitzung. Der Vormittag ohne Igor verlief ganz problemlos, denn Fitzi, unsere liebe Praktikantin, half mir nach dem Frühstück beim Rasieren und bei der Haarpflege. Nachmittags blieb ich bis 17:00 Uhr im Bett, trank vorher mehr als einem Liter Flüssigkeit, damit meine Urin ableitenden Organe gut durchgespült werden. Um 18:30 Uhr startete ich mit Igor nach Röthenbach, blauer Himmel verhieß einen schönen Abend. Es sollte die letzte Sitzung vor der Sommerpause werden und traditionsgemäß schließt sich daran ein gemeinsames Essen mit Partnern an. Im Gemeindehaus war in der Halle schon gedeckt. Werner Holzinger und mir war das gar nicht recht, denn wir wollten lieber draußen sitzen. Die Sitzung endete gegen 20:20 Uhr, dann begann der gemütliche Teil des Abends. Fertige Steaks und Bratwürste, sowie Kartoffelsalat und gegrilltes Gemüse (mit viel Öl) waren beim Kerscher bestellt worden. Die Bratwürste waren sehr gut. Als wir dann um 21:00 Uhr Richtung Mathildenhaus starteten hatte sich der Himmel schon bewölkt und bald zuckten auch schon die ersten Blitze. Igor war mit dem Fahrrad da.  Ich habe ihm zuerst meinen Regenumhang angeboten, doch dann wurde aus dem Regen ein Wolkenbruch und er war froh, dass er mit meinem Auto durch das Unwetter fahren konnte. Karin erzählte mir am Telefon, dass unser lieber alter Freund, John (Georg Bleisteiner), ganz überraschend gestorben ist. Bei einer Radtour mit seiner Frau Anna fiel er plötzlich vom Rad und war tot! Das ist schon am Mittwoch vor einer Woche passiert. Am Mittwoch war die Beerdigung; wir schrieben Anna tröstende Worte und mein Gedicht "Tor zur Ewigkeit". Karin bestellte auch noch einen Kranz mit der Aufschrift: Von Karin und Hugo. Das Mittagessen fand heute ausnahmsweise im Distlerhof in Diepesdorf statt. Der Himmel war zwar bewölkt, aber es gab eine herrliche Fernsicht. So setzten wir uns auf die Terrasse und konnten bis Brunn und Nürnberg schauen. Nachdem mich die Bratwürste beim Distlerhof schon zweimal enttäuscht hatten, wagte ich einen letzten Versuch und bestellte diesmal saure Bratwürste. Und ich hatte Glück: Sie schmeckten vorzüglich!Am Donnerstag fuhren wir Karin nach Nürnberg zum Einkaufen und  weil wir viel zu früh dran waren, machten wir noch einen Abstecher beim funkelnagelneuen REWE in der Bahnhofstraße. Ich war begeistert von den breiten Gängen und Karin vom Angebot in den Tiefkühltruhen. Gekauft habe ich mir dann aber nur eine kleine Cabanossi und zwei Flaschen Bier, an der Kasse gab es kostenlos zwei Cowboy- Strohhüte mit Veldensteiner Reklame. Am Abend, als ich mit Karin telefonierte sagte sie: Unser Konto ist leer! Damit wollte sie mich erschrecken, aber ich kenne sie ja und habe es gleich nicht geglaubt. Für das Handy habe ich am Freitag eine Flatrate vereinbart, so muss ich für Anrufe ins Festnetz 9 Euro 90 im Monat zahlen, statt wie bisher 9 Cent pro Minute. Heute hat sich auch noch ein kleines Drama ereignet (Kategorie: Tragödie). Unsere liebe Praktikantin, Fitzi, erlitt einen Zusammenbruch fing an zu weinen und musste den Dienst abbrechen. Der auslösende Faktor war ein winziger Klecks Suppe auf der Hose von Frau Franke, der Fitzi beim Servieren über den Tellerrand geschwappt war und den Frau Franke wie einen Weltuntergang bewertete. Igor versuchte Fitzi zu trösten. Nun ist sie eine Woche lang krank geschrieben und wir alle, vielleicht sogar Frau Franke, hoffen, dass sie bald wiederkommt.

Kathrin, die Chefin, sucht nämlich händeringend nach Personal. Auch bei Zeitarbeitsfirmen wurde schon angefragt.

 Diese Woche wäre bald ein schrecklicher Unfall passiert, ich stand draußen auf dem Vorplatz und hörte ein leises Autogeräusch, das lauter wurde; von hinten näherte sich ein Corsa der Diakonie. Ich schrie, aber das Fahrzeug kam im Schritttempo immer näher, bis es dann die linke Rückseite meines Rollstuhls erfasste und ihn, trotz aktivierter Magnetbremse leicht nach vorne schob. Endlich hatte das die Fahrerin des Wagens bemerkt, blieb stehen und stieg aus." Oh, Sie waren ja in meinem toten Winkel!" Ich erzählte ihr, dass ihr Fahrzeug ja drei Spiegel habe, und sie auch noch ihren Kopf drehen könne. Zum Glück sind wir beide nur sehr erschrocken und es gab keine weiteren Schäden. 

Am Freitag haben wir eine größere Menge Wäsche nach Röthenbach geschafft. Während ich auf meinem Stehbett war, habe ich Igor zum Edeka geschickt, denn es gab vier Flaschen Freibier (Mönchshof Lager) wenn man für über 30 € einkaufte. Er kehrte erfolgreich zurück und ich habe am Abend unserem Schüler Thomas gleich eine Flasche davon geschenkt, auch der Krankenpfleger, Alexander, bekam sein Bier, eine Franken Halbe Pils.

 

Heute wurde ich von Steffi gewaschen und wir haben sehr viel gequatscht. Sie will mir die Harry Potter Filme fünf und sechs ausleihen!

 

Sonntag 17. Juli

 

Am Samstag war sonniges, leicht windiges und nicht zu warmes Wetter. Im Kindergarten gegenüber war eine Veranstaltung, die ich mit Igor besuchen und dort einige Fotos machen lassen wollte. Leider war es eine geschlossene Veranstaltung und wir konnten nicht hinein. Am Samstag Nachmittag fuhr ich in den Schlosspark, dann wurde es mir aber zu windig und ich zog mich ins Mathildenhaus, in den Raum der Stille zurück. Zum Abendessen wurden Salzkartoffeln, Quark, Matjes Heringe und Butter gereicht, auf die Butter habe ich verzichtet und mir dafür ein Mönchshof- Bier genehmigt.

Sonntag, 24.7.2011
Heute Morgen starteten wir nach Röthenbach zur Halbelf Kirche. Bei schönem Wetter soll sie auf dem Luitpold Platz in Zusammenarbeit mit der Landeskirchlichen Gemeinschaft stattfinden.

Auf dem Weg nach Röthenbach entdeckten wir am Straßenrand ein Schild, das zum Flohmarkt einlud. Wir entschlossen uns spontan am Obi-Parkplatz vorbei zuschauen. Ich kaufte mir Schachfiguren in einer Holz-Schatulle und ein Weizenbierglas. Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Friedhof, dort besuchten wir das Grab von John Bleisteiner. Am Himmel zogen schwarze Wolken auf und es fielen einige Regentropfen. Der Luitpold Platz war leer, aber bei der Kirche hatten sich schon einige Menschen versammelt. Das Leitungsteam für den Gottesdienst musste eine schwierige Entscheidung fällen und hatte sich für die Kirche entschieden. Willi Hofmann, der Vater unseres Patenkindes, spielte in der Band das Keyboard, Kathrin Osterkamp und noch eine deutlich ältere Dame sangen, Wolfgang Osterkamp schlug das Kajon und ein mir unbekannter Mann spielte die Elektrogitarre. Prediger Herbst hielt die Ansprache zum Thema: Vergeben und vergessen. Um 11:45 Uhr endete der Gottesdienst und wir machten uns auf den Weg zum Mathildenhaus, wo wir noch kurz vor 12:00 Uhr eintrafen - gepriesen seien die freien Straßen am Sonntagvormittag! Zum Mittagessen gab es Jägerbraten.

 

Montag, 25.7. 2011In dieser neuen Woche hatten wir einen Todesfall zu verzeichnen. Herr Neubauer ist verstorben. Weil auch im Hospiz schon eine Leiche lag, wurde er im Raum der Stille aufgebahrt. Ich wollte gerade am Laptop arbeiten, als mich Herr Berger fragte, ob ich Lust auf ein Schachspiel hätte. Wir spielten zwei Partien, aber Herr Berger kam etwas durcheinander, weil er auch für mich ziehen musste, denn ich kann meine Züge nur ansagen. Um 11:00 Uhr kam Igor, der mit seinem Umzug schwer beschäftigt ist. Er zog dann für für mich die Figuren und wir haben uns dann auf ein Remis geeinigt, denn wir wollten das Mittagessen nicht warten lassen. In der Zwischenzeit waren die Angehörigen von Herr Neubauer gekommen und ich fragte ob ich ein Gebet sprechen dürfe. Sie waren damit einverstanden und ich betete: Das Tor zur Ewigkeit. Igor gab ihnen dann noch meinen Artikel: Vertrauen nicht verzweifeln. Auch beim Mittagessen sprach ich Herrn Neubauers Tod an und betete vor dem Tischgebet nocheinmal das Tor zur Ewigkeit.

Am Freitag sagte Frau Franke, dass dieses Gebet ihr gut gefällt und fragte mich, ob sie es bekommen könne. Das Problem ist allerdings, weder Frau Franke, noch nicht haben Handfunktionen und können nichts aufschreiben. Gott sei Dank war die ehrenamtliche Mitarbeiterin vom Besuchsdienst, Frau Krügel, da und schrieb das Gedicht auf. Anschließend kam noch Frau Küfner mit ihrem Akkordeon und wir sangen unsere Volkslieder zur Auflockerung erzählte ich den Witz vom fränkischen Bauer am Bahnhof in Burgfarnbach.

 

Morgen ist wieder ein Freiluft Gottesdienst der Pegnitztal Gemeinden in Behringersdorf im Sophienpark geplant. 
 

 Sonntag 24. 6. 

Am  Sonntag ist nicht gerade das schönste Wetter, um einen Gottesdienst unter freiem Himmel zu feierns war kühl, bewölkt und ab und zu fielen ein paar Tropfen Regen. Am Sophienpark in Behringersdorf war keine Menschenseele. Also fragten wir Passanten nach der Kirche und den geplanten Gottesdienst, aber niemand hatte auch nur die geringste Ahnung. Ich hatte den Kirchenboten nur flüchtig gelesen und bei ' Begegnungsgottesdienst' gedacht, dass alles wieder so läuft wie die letzten Jahre. Dann dämmerte mir langsam, dass heuer eine Änderung geplant war: Der Gottesdienst sollte im Schlosspark in Rückersdorf stattfinden. Also fuhren wir nach Rückersdorf und begannen dort die Suche nach dem Schlosspark und bekamen viele unterschiedliche Auskünfte, die brauchbarste Auskunft bestand in einem kleinen Ortsplan von Rückersdorf. Dann machten wir uns auf die Suche, nach dem Motto: Lerne deine Heimat kennen. Wir waren überrascht wie schön die Häuser und die Gegend um die Ludwigshöhe in Rückersdorf sind und fanden tatsächlich nach längerem Suchen den Schlosspark! Es gab nur einen Schönheitsfehler: Auch hier war kein Gottesdienst! Also fuhren wir zur Rückersdorfer Kirche; dort hatte der Gottesdienst schon längst begonnen, aber an allen Eingängen hinderten mich Stufen an der Weiterfahrt. Deshalb statteten wir Karin einen Kurzbesuch in Röthenbach ab und fuhren dann wieder zurück ins Mathildenhaus.



In dieser Woche hatte ich auch noch die Gelegenheit zu einigen Schachspielen mit Herrn Berger. Obwohl er an Parkinson und Alzheimer leidet, spielt er etwa in meiner Leistungsklasse. Allerdings kommt der leicht durcheinander, wenn er meine Figuren nach Ansage ziehen soll. Deshalb wollten wir uns, als Kathrin, die Chefin, Fitzi, die Praktikantin, für uns abstellte meine Züge auszuführen. Ende der Woche hat uns aber Schwester Grasina sabotiert und wollte sie zu Frau Rupprecht, wegen der Essenseingabe in den Speisesaal abkommandieren. Daraufhin sind wir ihr mit den Schacht-Utensilien in den Speisesaal gefolgt. Fitzi hat diese Doppelaufgabe problemlos gelöst und nicht etwa aus Versehen Frau Rupprecht einen Bauern in den Mund gesteckt, oder der schwarzen Dame ein Gardez mit einem Stück Käsebrot der Dame gardez geboten.Samstag, 30.7.2011

 

Gestern Nachmittag musste ich das erste Mal etwas länger warten, bis ich in den Rollstuhl gesetzt wurde. Eigentlich sollte das noch vor dem Schichtwechsel geschehen, deshalb habe ich um 13:40 Uhr Uhr geklingelt. Um 14:00 Uhr kam dann Schwester Heidi und sagte: Sie müssen leider noch etwas warten, denn jetzt ist Übergabe. Um mich nicht maßlos zu langweilen habe ich einige Titel auf die Jukebox der Festplatte getippt und hatte anschließend leichte Krämpfe in der Kiefermuskulatur. Mein Koala hat mir auch noch die Zeit verkürzt und sich über die schrecklichen Kängurus in Australien beschwert: Riesensprünge können sie ja machen, die eingebildeten Dinger, aber vom Klettern haben sie nicht die geringste Ahnung!

 

Heute Vormittag war ich mit Igor im Marktkauf. Eigentlich wollten wir Martini Rossato kaufen, kamen dann aber mit zwei Bratwürsten und der Vogue und der Madame (Zeitschriften für Karin) heim.

Während heute Mittag alle anderen Gäste Eintopf bekamen, hatte mir Igor die beiden Bratwürste ohne Fett in der Pfanne gebraten. Mein Tischnachbar, der ehemalige Zahnarzt, Dr. Schobart, fragte Sefgi, unsere Küchenfee, als er mich essen sah:" Was hast denn dieser Herr? Das hätte ich auch gerne! "Als er dann aufgeklärt wurde, dass dies ein privates Sonderessen sei, bestellte er sich dann den Linseneintopf mit Würstchen.

Am Nachmittag hatte ich viel Zeit, um  den Band 'der Kreuzzug' aus der Reihe der Wüstenplanet-Bücher zu Ende zu lesen.Zum Abendessen gab es Kartoffeln mit Quark und ausgezeichneten Matjes Heringen.

 

 

Sonntag, 31.7. 2011

 

Heute ist um 10:00 Uhr Gottesdienst in der mögeldorfer St. Ulrich-St. Nikolaus Kirche.

 

Donnerstag, 4.8. 2011

 

Den Gottesdienst am Sonntag hielt eine Dame im Hosenanzug, sie heißt Frau Melzer und sie spricht oft am Mikrophon vorbei; das war für mich besonders ungünstig, denn meine Hörgeräte lagen zuhause im Nachttisch. Umso besser konnte ich die Orgel hören, denn mit diesen Hörhilfen klingt sie manchmal unangenehm laut und schrill.

Nach dem Gottesdienst statteten wir dem Flohmarkt beim Marktkauf einen Besuch ab und ich kaufte eine Kupferplatte mit Albrecht Dürers 'Ritter, Tod und Teufel' und ein Perry Rhodan-Heft. Der Neupreis wäre zwei DM gewesen, die Verkäuferin wollte einen Euro, sie bekam aber nur 0,50 €..!Gestern feierten wir unseren 37. Hochzeitstag. Zuerst war ein Einkaufsbummel im neuen REWE angesagt. Dort traf Karin eine ihrer ehemaligen Schülerinnen, was kein Wunder ist, der mindestens zwei Generationen sind durch ihre pädagogische Schule gegangen. Es begegnete uns auch noch Martin Deinzer, unser neuer dreiviertel Diakon. Dann fuhren wir nach Schwaig in den Pegnitzgrund zum Mittagessen. Das Wetter war schön und wir konnten draußen sitzen, da schmeckte das Bier und die Bratwürste mit Kartoffelsalat besonders gut!

 

Am Donnerstag war unser Klassentreffen in der Satzinger Mühle. Margit Hümmer konnte nur kurz vorbeischauen, denn sie musste noch zu einer Geburtstagsfeier. Dafür war sie aber schon um 17:30 Uhr beim Haupteingang des Mathildenhauses. Wir haben uns über 30 Jahre nicht mehr gesehen, uns

aber in dieser speziellen Situation sofort wieder erkannt. Dann kam Igor und wir fuhren mit dem Auto aus der Tiefgarage ins Pegnitztal. Fast alle Parkplätze waren besetzt und Igor meinte:" Ich wusste nicht, dass Sie so viele Klassenkameraden haben! "

Auf der Brücke stand Ilona, ich winkte, aber sie erkannte uns nicht. Wir bekamen an einen Tisch auf der Terrasse, direkt am alten Wasserrad. Es waren immerhin sieben Leute gekommen: Georg Metzger, Werner Bayerlein, Ilona Wiebers, Ursel Brosig, Margit und das Ehepaar Kessler mit Hund, Roberto.Wir unterhielten uns über die neuesten Entwicklungen aber auch über alte Geschichten aus unserer Schulzeit



MONATSSPRUCH FEBRUAR s.: DAS WORT

MATHILDENHAUS 2010

 

Nun bin ich schon fast wieder zwei Wochen im Mathildenhaus. Am Dienstag, dem 29. Juni wurde Karin in die Schussentalklinik zu einer stationären Behandlung eingewiesen. Um sieben Uhr dreißig startete sie zusammen mit Hans Götz und benötigte von Röthenbach bis zur Autobahnanschlussstelle in Schwaig schon eine dreiviertel Stunde (circa 4 km)! Bis Mittag waren sie dann doch in der Klinik.

 



















Meine Reise war wesentlich kürzer, allerdings musste Igor zweimal fahren, denn für unser großes Fernsehgerät war kein Platz mehr im Auto.

 

Letzten Sonntag wollten wir den Gottesdienst in Mögeldorf besuchen; gewöhnlich findet er um 10:00 Uhr statt. Bloß diesmal nicht: Denn es  gab nur einen ökumenischen Gottesdienst um 11:00 Uhr im Gemeindehaus. Gott sei Dank war aber die Kirche offen und wir (Frau Braune, Igor und ich) konnten eine Andacht halten. Vor wenigen Tagen war ein Gast, der am Mittwoch noch an unseren Tisch gesessen hatte gestorben. Wir haben ihn und seine Familie in unsere Gebete eingeschlossen und dann " Von guten Mächten "gesungen und mit einem irischen Segen abgeschlossen.


Bei unserer Andacht



 Unsere Mutschi besuchen wir immer wieder im Pflegeheim. Jetzt am Samstag haben wir den Besuch mit einem Bratwurstessen Im Grünen Tal verbunden. Wir stellten fest, dass der Pächter dieser Gaststätte gewechselt hatte; es war ein alter Bekannter, nämlich der ehemalige Wirt der Moritzberg-Hütte!


Die Moritzberghütte als Schnitzwerk im Grünen Tal


Bratwürste mit Kraut!

Heute fahren wir nach Röthenbach und wollen den Freiluftgottesdienst der Landeskirchlichen Gemeinschaft besuchen. Ich war der Meinung, der Gottesdienst beginne um 10:00 Uhr. Als wir ankamen 9:45 Uhr, waren erst drei Leute da. Die Band hatte ihre ganze Anlage schon aufgebaut. Dann kam Herr Schmidt, der Vorsitzende der Landeskirchlichen Gemeinschaft und sagte uns, dass der Gottesdienst erst um 10:30 Uhr beginnt. So suchte ich mir einen schattigen Platz, gleich neben meinem Auto am Rand des Ludwigsplatzes.


Ich hatte mir einen Liter kühles Mineralwasser mit Limit und Holundersaft mitgebracht und nutzte die Zeit, das Getränk langsam in mich einfüllen zu lassen. Mittlerweile füllte sich der Platz. Willi Hoffmann, Raimund Salomon und seine Mutter, sowie Horst Graf begrüßten mich persönlich und gaben mir Grüße für Karin mit.



Raimund begrüßt mich.


Dann kam auch die Barbara Quast und wir hatten noch Zeit für eine Unterhaltung.




Herr Herbst hielt die Predigt und die Band legte richtig los. Um 11:30 Uhr brachen wir still und heimlich auf, um die restlichen Minuten des Gottesdienstes nicht zu stören. Wir kamen gerade noch rechtzeitig zum Mittagessen im Mathildenhaus an. Ich aß Haxenfleisch und Spargelsalat. Dann zogen wir uns auf mein Zimmer zurück um unsere Mittagsroutine fortzusetzen. Am Nachmittag stellte ich dann fest, dass auch noch ein Eis auf dem Speiseplan gestanden hatte. So habe ich schon wieder ein paar Kalorien gespart...

 

Montag den, 12.Juli .2010

 

Heute früh hat mich Schwester Petra in Rekordzeit gewaschen und zusammen mit Schwester Kim in den Rollstuhl gesetzt. So konnten wir sehr bald nach Röthenbach fahren. Dort führte ich mein Steh-Programm durch und wir versorgten uns mit allerhand Notwendigem und sogar einem Säulenventilator, denn die Hitze wird immer schlimmer!




Samstag den, 17. Juli 2010

 

Gestern Abend war für mich wieder einmal Abfrührtag, deshalb habe ich mich von der Vormittagsschicht schon um 13:45 Uhr in den Rollstuhl setzen lassen. Abends um 18:00 Uhr kamen dann gleichzeitig zwei Neuzugänge und ich musste lange warten, bis ich dran war...

 

Heute Nacht war ein heftiges Gewitter und es hat doch endlich etwas abgekühlt. Mit Karin habe ich vereinbart, dass wir sie heute um 10:30 Uhr von Mutschis Pflegeheim anrufen. Danach werde ich mir wieder Im Grünen Tal Bratwürste mit Sauerkraut genehmigen.

 

Die Bratwüste und das Kraut haben ausgezeichnet geschmeckt; ein kühles Radler, und gemahlener Kümmel (natürlich nicht im Radler, sondern auf dem Sauerkraut) rundeten das Menü ab.

 

Sonntag den, 18. Juli 2010

 

Ja, endlich hat es deutlich abgekühlt. Heute Nacht lagen die Außentemperaturen bei 17°!

Zum Gottesdienstbesuch in Mögeldorf muss ich heute wohl noch eine Jacke anziehen.

 

Montag den, 19.Juli 2010

 

Der Gottesdienst gestern ist sehr schön geworden. Die junge Pfarrerin, Frau Schäfer, hat mit einer glockenreinen Sopranstimme die Akustik der Nikolaus-Ulrich Kirche sehr gut zur Geltung kommen lassen. Bei der Predigt, in der es um die christliche Kirche ging, musste ich den Standort wechseln, damit ich auch Sichtkontakt zu der kleinen Predigerin auf der Kanzel, steil über mir, hatte.

 Karins Festnetzanschluss ist zurzeit gestört, so dass unsere Kommunikation nur über das Handy möglich ist.

 

Dienstag, den 21. Juli 2010

 

Am Montag Nachmittag, also gestern, hat uns die Dekanin Ursula Seitz eine schöne Andacht im Raum der Stille gehalten. Das Thema war: Der Schirm des Höchsten. Dazu hatte sie tatsächlich einen riesigen Regenschirm mitgebracht...

 

Ich nahm dann noch Grüße an den Kirchenvorstand in Röthenbach mit und die Erlaubnis die nächste Andacht selbst zu halten.

 

Die Sitzung begann am Dienstag um 19:00 Uhr. Bis 17:00 Uhr dehnte ich meinen Mittagsschlaf aus. Dann genehmigte ich mir zum Abendessen einen Salvator um zu verhindern, dass meine Blase zu schnell voll wird.

DER GRILLMEISTER: DIAKION SCHMIDT

 




Nach der Sitzung um 20:15 Uhr begann der gemütliche Teil: Es gab es Salate, Bratwürste und Steaks. Um 21:30 Uhr waren wir dann wieder im Mathildenhaus und Igor brachte mich allein ins Bett!

 

 

Donnerstag, den 23. Juli 2010

Gestern hatte mich Igor zu seinem Wochenend-Grundstück gefahren. Es liegt in Fischbach, versteckt neben der Autobahn. In Langwasser haben wir Alex abgeholt, dabei haben uns auch noch Olga und Marc begrüßt. Auf dem Grundstück hat uns schon Jewgeni Tokarev erwartet. Es war sehr idyllisch: Auf einer Blüten bedeckten Wiese taten sich viele Insekten an dem Nektar gütlich. Im Swimmingpool schwamm eine aufblasbare Piraten-Insel, um die später

Alex und Jewgeni kämpften. Bevor die Bratwürste, Zucchini und Tomaten gegrillt waren, ließ ich mir einige Krüge Bier schmecken. Auf dem Nachhauseweg, so gegen 19:00 Uhr, war ich in sehr guter Stimmung und habe Alexander und Igor das Lied von den beiden Föschen

vorgesungen.

 

Im Mathildenhaus brachte mich Igor wieder zu Bett und wir riefen Karin an, die wir gerade unter der Dusche erwischen. Ich bin dann sofort eingeschlafen und erst um 24 h wieder aufgewacht.

 

Sonntag, den 25. Juli 2010

 

Am Freitag hat es kräftig geregnet. In Nürnberg waren sogar einige Unterführungen überschwemmt. Wir haben unsere Mutschi aber trotzdem besucht und das war gut so:

Als wir kamen, hatte sie schreckliche Bauchschmerzen und die Schwester, die Medikamente verabreichen kann, war nicht erreichbar. Zum Glück konnte ihr Igor den Bauch massieren (der Mutschi - nicht der Schwester), dann bekam sie endlich ihre Abführtropfen (die Mutschi) und es wurde gleich besser.

 

Heute am Sonntag scheint endlich wieder die Sonne, in der Nacht war es allerdings 11° kalt! Ich freue mich schon auf den Pegnitzgrund-Begegnungsgottesdienst im Sophienpark in Behringersdorf.

 

Aus allen fünf Pegnitzgrund-Gemeinden waren Leute vertreten; sogar aus Lauf waren einige gekommen und natürlich ich aus Mögeldorf und Igor aus Langwasser! Der behringersdorfer Pfarrer ließ alle Gruppen mit einem Halleluja begrüßen. Danach gab es ein Anspiel über Daniel in der Löwengrube. Pfarrer Tauber und zwei Pfarrerinnen traten auf, Pfarrer Tauber als König Darius I.!





 

Donnerstag, den 29. Juli 2010

 

Gestern beim Abendessen hatte ich ein seltsames Erlebnis:

 

Auf meinen Teller lag ein Brot mit Streichkäse und ein Fleischklößchen mit Meerrettich und Ketchup. Steffen fragte mich, ob ich dazu Senfgurken esse. Ich stimmte zu und er brachte mir die Senfgurken. Ich lud mir eine größere Menge auf den Löffel und steckte sie in den Mund. Da kam die Überraschung: Es waren keine Senfgurken sondern Apfelkompott! Ich konnte meine Überraschung nur durch einen Schrei ausdrücken. Anschließend wurde die Verwechslung aufgeklärt.

 

Heute haben wir wieder einmal Mutschi besucht, eine Banane gefüttert und sie mit Karin verbunden. Das sind immer die einzigen Momente in denen sich Mutter und Tochter sprechen können. Je länger die Trennung dauert, desto größer wird die Sehnsucht auf ein Wiedersehen - am 11. August ist es endlich soweit!

 

Samstag, 31. Juli 2010
Gestern lag ich gerade zum kurzen Mittagsschlaf im Bett, auf einmal sah ich durch die offene Zimmertür auf den Gang zwei bekannte Frauen: Unsere Nachbarin Sigrid Kraußer und ihre Schwester Sylvia Stauber. Sie kamen sogar in mein Zimmer und erzählten mir, dass Sigrid für ihren Partner Gerhard, der an einer fortschreitenden, vererbten Lähmung leidet, eine Einweisung in die Kurzzeitpflege beantragt.

Heute ist ein sonniger Tag; die Morgentemperaturen lagen unter 12°C lagen. Wir fahren wieder zur Mutschi ins Pflegeheim Waldfrieden und anschließend werde ich im Grünen Tal mir zwei Bratwürste mit Kraut genehmigen!

 

Sonntag, den 1. August 2010

 

Das Mittagessen war wunderbar. Leider hatten wir den gemahlenen Kümmel vergessen (ich brauche das um Blähungen vorzubeugen), doch die nette Wirtin stellte mir eine Menge Kümmelkörner zur Verfügung.

 Zum Abendessen gab es Salzkartoffeln mit Quark und Brathering in Aspik. Anschließend schaute ich mir mit Frau Egersdörfer, ihren Sohn Matthias und dessen Frau die Aufzeichnung des bayerischen Kabarettpreises an. Ihn wurde in Aschaffenburg der Preis für den kabarettistischen Senkrechtstarter verliehen.

Den Rest des Abends verbrachte ich mit meinem Buch " Der Psi-Faktor" von Catherine Asaro draußen vor dem Mathildenhaus im Schatten. Es war eine wunderschöne Abendstimmung, doch leider wurde nach dem Gebetsläuten von der Nikolaus-Ulrich-Kirche um 19:00 Uhr der automatische Türöffner wieder einmal abgeschaltet. Ich wartete, bis eine Besuchergruppe das Haus verließ und begab mich in die Kurzzeitpflege.

 

Ich sah mir dann vom Bett aus, die Europameisterschaften in Barcelona an. Ich war kurz eingenickt, als ich plötzlich eine große Frau neben meinem Bett stehen sah. Es war unsere liebe Frau Sommer aus Schwaig, die leider sehr verwirrt ist und immer wieder ihr Zimmer nicht findet. Ich konnte sie aber dann doch davon überzeugen, dass das mein Zimmer war und beschrieb ihr den Weg zu ihrem Zimmer.

 Heute ist wunderbares Wetter! Igor ist mit dem Fahrrad gekommen und zum Frühstück hatte ich außer Kaba, Wurst- und Käsebrot, sowie die Morgentabletten ein mit Meerrettich und Ketschup bestrichenes, hart gekochtes Ei! Den Gottesdienst am Vormittag hielt Pfarrer Hauck. Frau Braune wollte nicht mitkommen, denn sie wartete auf Besuch, der dann aber doch nicht kam.

Mittwoch, den 4. August 2010

 

Auch heute ist wieder wunderbares Wetter, was man allerdings von den Tagen davor nicht sagen konnte.

 

Schon der Montag war ziemlich verregnet. An diesem Tag wollte ich ja um 15:45 Uhr eine Andacht im Raum der Stille hallten. Willi Hoffmann, der Vater unseres Patenkindes, wollte mit seiner Gitarre kommen und unsere Lieder begleiten.Schon am Sonntag haben wir deshalb aus der Kirche vier Gesangbücher in Großdruck besorgt. Als Igor damit die Kirche verlassen wollte, kam der Meßner mit ausgestrecktem Zeigefinger auf ihn zu, wie wenn er ihn damit durchbohren wollte. Natürlich hatte ich vorher dem Pfarrer um Erlaubnis gefragt, nur der hatte die Information wohl nicht weitergegeben...

Ich entschloss mich, nicht das Auto zu nehmen, sondern mit dem Rollstuhl über die sehr unangenehme Kopfsteinpflasterstrecke zu holpern. Dummerweise ist der Zugang zur mögldorfer Nikolaus-Ulrich-Kirche immer noch nicht Rollstuhl gerecht - zwei Stufen blockieren einen kurzen einfachen Weg. Der Umweg war sehr unangenehm. Ich musste zwei Pausen einlegen und Igor tränkte mich mit einer Mischung aus Mineralwasser, und Holundersaft und Limit. Ichbekam dann gewaltige Bauchschmerzen und Schweißausbrüche. Möglicherweise war an diesem Zustand auch die Reduzierung meines Spastik-Medikaments schuld. Gott sei Dank sind die Symptome nach der Einnahme von einigen Kautabletten bald wieder verschwunden.

 Am Montag Nachmittag war ich gerade eingeschlafen, als mich Schwester Susanne weckte. Am schnurlosen Telefon war mein Schulfreund, Georg Metzger. Er wollte mich um 14:00 Uhr besuchen. Ich wartete unten an der Eingangstür, als plötzlich ein Wolkenbruch begann. Ein Ehepaar versuchte im Inneren des Mathildenhauses Schutz zu finden. Sie machten allerdings den Fehler, dass sie zwar den Türöffner betätigten, sich aber dann in den Schwenkbereich stellten und so die Türe blockierten. Ich versuchte ihnen durch Gebrüll und Zeichen, denn der Regen prasselte entsetzlich, verstehen zu geben, dass sie von der Tür zurücktreten sollten. Endlich hatten sie es begriffen und waren im Haus! Da öffnete sich die Tür gleich wieder und ein patschnasser Georg Metzger im Motorradanzug betrat das Mathildenhaus. Er war so nass, dass er sich nirgends hinsetzen wollte, ohne ein dickes Handtuch unterzulegen. Trotzdem haben wir uns dann noch ganz gut unterhalten. Bevor die Andacht begann, verabschiedete sich Georg und Willy erschien mit seiner Gitarre. Leider waren nur sechs bis sieben Damen von der Kurzzeitpflege gekommen. Ich erzählte von meinem Unfall und wie mir mein Glaube geholfen hat weiter zu leben. Wir sangen die beiden Lieder: Von guten Mächten und Ins Wasser fällt ein Stein. Wir hatten eine gesegnete halbe Stunde und ich glaube, dass der Herr uns alle durch sein Wort gestärkt hat.

Donnerstag, den 5. August 2010

 

Heute haben wir ein denkwürdiges Datum: Genau vor 32 Jahren hatte ich meinen Badeunfall und seit dem bin ich querschnittsgelähmt. Ich werde mich heute Nachmittag um 17:00 Uhr daran erinnern und meinem Vater im Himmel danken, dass er mich damals gerettet hat!

 

Gestern Abend, so gegen 19:00 Uhr, rief mich Karin über mein Handy an. Der Klingelton 'Nehmt Abschied Brüder' ertönte aus dem zweiten Schubfach des Schränkchens, Pfleger Ulli und Schwester Daniela waren Gott sei Dank im Zimmer und konnten die Verbindung herstellen. Karin wollte mit ihrer Gruppe einen kleinen Ausflug in ein Lokal machen und deshalb unseren 21:00 Uhr Anruf verschieben.

 Heute früh waren wir wieder bei Mutschi, gaben ihr eine Orange und ließen sie mit Karin am Telefon sprechen. Beide und natürlich auch ich zählen schon die Stunden, bis Karin am Dienstag wieder nach Hause kommt...

Sonntag, den 8. August 2010

 

Heute wollen wir wieder den Gottesdienst in der mögldorfer Kirche besuchen. Im Augenblick ist Igor immer noch mit meinem Auto und unserem riesigen Grundig-Fernseher nach Röthenbach unterwegs, denn morgen bin ich auch an Bord und dann wird es für das TV-Gerät zu eng!

 

Montag, den 9. August 2010

 

Igor kam gestern noch rechtzeitig zurück, um den Gottesdienst in der mögldorfer Kirche zu besuchen. Es war ein Abendmahlgottesdienst und mit Igors Hilfe konnte ich sogar die Stufe vor dem Altarraum überwinden. Zum ersten Mal habe ich dort das Abendmahl im Kreise der Gemeinde gefeiert nicht wie sonst, abseits vor der Stufe.

 Heute früh haben wir eingekauft um für Karin den Kühlschrank zu füllen, damit sie sich gleich stärken kann, wenn sie morgen Mittag heim kommt.

Auch unser Festplattenrecorder ist wieder zuhause im Schlafzimmer installiert. Das Fernsehgerät im Wohnzimmer werden wir nun später einrichten müssen, denn ich hatte hier um 10:45 Uhr einen Termin bei unserer Beschäftigungstherapeutin Regina. Ich habe ihrer Gruppe die Losung von heute und die Auslegung dazu vorgelesen.

Dienstag, den 10. August 2010

 

Heute kommt Karin nachhause! Wir besuchen trotzdem unsere Mutschi. Von dort riefen wir Karin auf Ihrem Handy an. Es war 10:00 Uhr und sie wartete immer noch auf Willy. Er hatte sich in der Fußgängerzone verlaufen und niemand konnte ihm sagen, wo die Schussentalklinik ist. Karin holte ihn dann dort ab (ein Glück, dass es Handys gibt!) und sie starteten mit Karins wunderschönen neuen Polo nach Röthenbach, das sie dann gegen 13:00 Uhr erreichten.Ich hatte mir hier heute einen Festnetz Anschluss einrichten lassen, damit mich Karin abends um 21:00 Uhr anrufen kann. Das Telefon klingelte aber schon kurz nach 13:00 Uhr - leider hatte ich keine Chance die Lautsprechertaste zu drücken und bis dann endlich eine Schwester kam, gab das Telefon natürlich keinen Laut mehr von sich...

Samstag, den 15. August 2010

 

Am Donnerstag war Frau Krügel vom freiwilligen  Besuchsdienst da und ich lud sie und Frau Lorenz, eine Patientin zu einem guten Glas Wein ein. Es war ein ungarischer Rotwein, blaufränkisch, Jahrgang 1996! Nachdem wir uns gestärkt hatten, spielten wir eine Runde Mensch ärger dich nicht! Es beteiligte sich auch noch die blinde Frau Meisel und nach über einer Stunde hatte sie tatsächlich gewonnen!

 Der Freitag war, wie der größte Teil der Woche, ziemlich verregnet. Mich stört schlechtes Wetter hier eigentlich überhaupt nicht, denn ich habe eine Menge Literatur mitgebracht. Unser Krankenpfleger Uli hat mir von Ray Bradbury die Familiengeschichten geliehen und ich habe sie tatsächlich ausgelesen.

Heute ist immerhin trockenes Wetter vorhergesagt. Wir haben unsere Mutschi besucht, aber sie war sehr müde und erzählte uns, dass sie von einer Fliege belästigt würde. Sie wedelte mit der Hand vor dem Gesicht, aber wir konnten nichts erkennen und glaubten schon, sie würde sich das nur einbilden. Doch dann sah ich, dass tatsächlich eine winzige Fruchtfliege immer wieder um Mutschis Gesicht kreiste. Gott sei Dank konnte sie Igor nach einigen Bemühungen endlich erledigen und so meine liebe Schwiegermutter von diesem Quälgeist befreien.

Mittags im Mathildenhaus gab es Kartoffelsuppe mit Wiener Würstchen und einen Linseneintopf. Als Abendessen hatten wir roten Heringssalat und Salzkartoffeln.

 Nach dem Abendessen stand ich unten, vor dem Eingang des evangelischen Prodekanats und genoss die milden Temperaturen und die friedliche Abendstimmung mit dem Abendläuten von der Kirche. Plötzlich hörte ich über mir einen Knall und einen Schrei. Ich blickte nach oben und sah, dass auf dem Balkon Herr Neun mit seinem Rollstuhl umgekippt war und auf dem Boden lag! Mit Höchstgeschwindigkeit fuhr ich auf die Station und gab Alarm. Die drei Schwestern, Daniela, Susanne und Rosie setzten den alten, einbeinigen Herrn wieder in seinen Stuhl. Zum Glück hatte er sich nicht schwer verletzt.

Sonntag, den 15. August 2010

 

Heute früh erzählte mir Schwester Elke, dass Herr Neun schon dreimal aus seinem Stuhl gefallen sei und sie sich am Montag um einen Rollstuhl mit Kipp-Sicherung kümmern werde.

 

Gestern Abend kam ein neuer Gast an: Frau Gutmann aus Schwaig. Vor vielen Jahren war sie Seminarleiterin und hat Karin mitausgebildet. Obwohl es ihr heute nicht besonders gut geht, will Frau Gutmann anschließend mit uns in die Kirche fahren.Leider ist doch nichts aus ihrem Kirchenbesuch geworden. Als wir zu ihrem Zimmer kamen, war sie immer noch in ihrem Hausanzug und suchte nach einem Schuhlöffel. Später stellte es sich heraus, dass Frau Gutmann nicht mit der Lehrerin identisch ist, wie Karin ausgebildet. Unsere Frau Gutmann ist Musiklehrerin. An ihrer Statt nahmen wir Frau Buchberger mit. Frau Fritsch und Frau Braune waren auch da, sie wurden von Frau Braunes Tochter und ihrem Schwiegersohn begleitet. Pfarrer Hauck hielt den Gottesdienst und taufte ein neues Mitglied der Gemeinde. Als wir die Kirche verließen, fing es an zu regnen. Igor brachte erst Frau Buchberger trocken im Auto unter und holte mich anschließend mit dem Regenschirm an Kirchenportal ab.

Mittwoch, den 18. August 2010


 Heute besuchten wir Sieglinde in Katzwang. Wenn uns der Chef-Pfleger, Alexander, mit dem Mittagstabletten nicht 10 Minuten aufgehalten hätte, wären wir schon um 9:00 Uhr in der Greuther Straße gewesen. Es war ziemlich kalt und windig, deshalb haben wir unseren Ausflug ins fränkische Seeland verschoben und sind mit Sieglinde nach Limbach, zu ihrer Schwägerin Anni gefahren. Ich hatte glücklicherweise meinen Fußsack, die Handschuhe und die Mütze mitnehmen lassen, denn auf der Terrasse war es nur 12° warm. Es kam auch noch Liesel, die Schwester, Annis mit ihrem Mann, Erwin. Er erzählte uns, dass Volker Hildebrandt, ein Bekannter von uns, den ich 40 Jahre nicht gesehen habe, wieder in Katzwang ist. Er ist der Sohn unseres ehemaligen Hausarztes. Meine Mutter hat in diesem Haushalt gearbeitet und ich habe von Volker immer wieder, gut erhaltene Kleidungsstücke, geerbt. Wunderbarste war eine schwarze Jeans mit goldenen Nähten und einem goldenen Gürtel - eine absolute Rarität in den fünfziger Jahren! Alle Jungen aus der Nachbarschaft fragten mich: Bekomme ich die Hose, wenn sie dir nicht mehr passt? Wer dann der Glückliche war, weiß ich heute nicht mehr. Glückliche war, weiß ich heute nicht mehr.

Mir war jedenfalls sofort klar: Wir müssen versuchen Volker zu treffen. Er hatte sich am Roten Bühl in Katzwang ein Haus gemietet und lebt dort mit seiner 96 jährigen Mutter, die bis vor kurzem noch in Hawaii war.

 

Jedenfalls gelang es mir mit Volker kurz zu reden. Auch er schien sich zu freuen, dass er mich endlich wieder einmal gesehen hat.

Nach dem Mittagessen im Schützenheim lieferten wir Sieglinde in der Ortsmitte ab und fuhren ins Mathildenhaus. Ich machte eine Stunde Mittagsruhe und Igor holte seinen reparierten Computer bei Wladimir ab. Dann fuhren wir in den Seepark, eine Seniorenwohnanlage der Diakonie. Sie ist ganz neu und ich wollte sie mir schon lange einmal ansehen. Der Aufzug und die Heizungsanlagen haben mich enttäuscht. Die Anlage verfügt über keine Fußbodenheizung und der Aufzug ist eng und ich kann ihn selbst nicht bedienen, weil die Köpfe ungünstig angebracht sind.

 

Um 16:00 Uhr begann dort im so genannten Casino eine Musikveranstaltung der Sopranistin Viola Robakowski. Die junge Dame trug eine Stunde lang recht lebhaft Chansons vor. Ein Gymnasiallehrer begleitete sie am Flügel.

 

Im Mathildenhaus angekommen hatte ich noch meinen Abfrührtag vor mir und war ziemlich müde. Um 21:00 Uhr berichtete ich Karin von diesem ereignisreichen Tag und bin

anschließend sofort eingeschlafen! 

Sonntag, den 22. August 2010 

Seit Karin wieder zuhause ist, habe ich mir hier für 1,50 € pro Tag einen Festnetzanschluss einrichten lassen. So kann mich Karin über unsere Flatrate anrufen. Wir telefonieren ungefähr eine halbe Stunde am Tag. Mit dem Handy kostete mich das 3 € und Karin musste auch noch für ihre Festnetzmiete ebenfalls 1,50 € bezahlen. So lasse ich mir kurz vor 21:00 Uhr mein Lautsprechertelefon auf den Bauch stellen und Karin ruft dann pünktlich um 21:00 Uhr an. Bisher hat das immer wunderbar geklappt, aber an den letzten beiden Abenden bin ich eingeschlafen und wurde durch den schrillen Klingelton des Telefons aus meinen Träumen gerissen. Vor Schreck habe ich dann mit meinem Stäbchen auf sämtliche Tasten der Fernbedienung des Fernsehers gedrückt, bis ich erst merkte, dass gar kein Telefon vor mir stand. Mit Zähnen und Klauen und vielen Tricks aktivierte ich dann die Glocke. Gestern kam ziemlich schnell die Nachtschwester, aber vorgestern mussten wir 7 Minuten warten.

Hoffentlich bin ich heute etwas wacher. 

Heute freue ich mich schon auf den Gottesdienst mit unserer Dekanin, Ursula Seitz.

 

Wir haben wieder Frau Buchberger in unserem Auto mitgenommen. Die Dekanin predigte über die Bekehrung des Paulus. Bei der Liturgie kam ihre klare Sopranstimme gut zur Geltung. Nach der Predigt flüsterte mir Igor zu: Getränk vergessen! Damit meine Nieren und die ableitenden Harnsysteme gut durchgespült werden muss ich viel und regelmäßig trinken. Deshalb hatte Igor einen Liter Mineralwasser mit Holundersaft und Limit vorbereitet. Er stand jetzt allerdings in meinem Zimmer im Mathildenhaus. Deswegen machten wir uns schon beim Beginn des Orgel Nachspiels auf dem Heimweg.

Montag 22. August 

 Heute lernten wir den neuen Zivi, Tim, kennen. Um 9:00 Uhr trafen wir uns mit ihm zuhause in Röthenbach. Ich schickte Igor zum Einkaufen und Tim leistete mir beim Stehen Gesellschaft; außerdem versah er einige Lieder auf den Festplattenrecorder mit Namen.

 

Auch ein Großteil meines Gepäcks ist schon in Röthenbach gelandet.

 

Dienstag 24. August - Abreisetag!

 

Um 7:40 Uhr war ich im Speisesaal und die liebe Küchenfee, Sylvia, hatte das Frühstück schon vorbereitet. Um 8:05 Uhr sah ich dann Igor in seinem SEAT Alhambra vorfahren. Ich verabschiedete mich von allen möglichen Personen und Igor begann mit der Plackerei (Packerei), er musste dazu mein Bett zerlegen, um alle Lagerungsteile, die uns gehörten, mitzunehmen.

 

Um 9:30 Uhr waren wir dann schon wieder zuhause - acht Wochen Mathildenhaus sind wieder einmal Vergangenheit…

 

 Hugo Pohl

 


steht im Abschnitt Hobbys.

Der Kommentar zum Juni-Monatspruch steht im Abschnitt

Das Wort.















Der Monatspruch für Oktober 2009 steht bei DAS WORT.


 Dienstag 30.6.2009
 

Heute beginnen meine acht Wochen "Kurzzeitpflege" im Mathildenhaus in Mögeldorf.

Mein, zum Behindertentransport umgebauter, Golf 3 Variant ist schwer beladen:
Fernsehgerät, DVD-Recorder, ein großer Koffer, Kissen und Schaumstoff zur Lagerung, Ladegerät für den Elektrorollstuhl, Universalbrett für den Rollstuhl, Esshilfen, Rasierapparat,
Bücher, Bier und Zitronelimonade sowie Schnaps (natürlich nur aus therapeutischen Gründen: durch einen kräftigen Schluck Alkohol kann ich meine Blasenfunktion verlangsamen).
Gleich nach dem Start fiel mein Blick auf die Tankuhr: Der Zeiger war schon ganz links im roten Bereich! Igor meinte zwar, das reicht bis Mögeldorf, aber ich wollte sichergehen und wir steuerten die nächsteTankstelle an und füllten den Tank (1,28 €/Liter).

Bald hatten wir unser Ziel erreicht: Ziegestraße 30. Mein Zimmer hatte die Nummer 112, aber leider war es noch besetzt. Eine ältere Dame mit einem Streckgips am Bein wartete noch auf dem Transport durch das Rote Kreuz. Endlich räumte sie das Zimmer und Igor konnte beginnen mein Bett auf die Lagerung vorzubereiten.

 

Als Begrüßungsmittagessen gab es Grillschnecken und Sauerkraut. Unter der Bezeichnung     ' Grillschnecken' verbargen sich spiralförmig gewickelte Bratwürste. Nun wollte Igor mich mit dem hauseigenen Elektrolifter wieder ins Bett befördern, 20 cm über dem Bett gab aber dieses technische Wunderwerk leider endgültig seinen Geist auf. Durch geschicktem Krafteinsatz gelang es Igor mich doch noch unversehrt im Bett zu landen. Die Pflegedienstleiterin Sabine sagte uns für den Nachmittag ein Ersatzgerät zu und Igor fuhr heim nach Langwasser. Um 16:30 Uhr immer noch kein Lifter da. Ich schickte einen Hilferuf an Igor und dieses Goldstück brachte mir aus Röthenbach meinen uralten Mega Lifter! So konnte ich doch noch das Abendessen in Sitzen im Speisesaal einnehmen!


 

Auf diesen Ersatz-Lifter habe ich dann drei Tage warten müssen.
                                   
 


Freitag 10.7.2009

 

Ja, ich habe mich schon sehr gut eingelebt! Das war ja auch nicht schwer, denn ich bin ja schon zum vierten Mal hier in diesem sehr schönen, modernen Kurzzeitpflegehaus. Mathilde und Dr. Gustav Drechsler haben durch eine Stiftung vor 10 Jahren den Grundstein dafür gelegt. Jeden Morgen kommt Igor und hilft dem Personal. Er weiht sie auch in die Geheimnisse meiner speziellen Pflege, besonders in das Kondomieren mit dem doppelseitigen Klebeband, ein. Gestern Abend hat er mich nach Röthenbach zum ökumenischen Arbeitskreis gefahren, um 21:25 Uhr sind wir wieder hier angekommen. 

 


Der katholische Dekan begrüßt mich vor dem evangelischen Gemeindehaus zum ökumenischen Arbeitskreis.

 



Astrid, die Schwester aus dem Nachtdienst wollte uns helfen, aber Igor hat sie gleich wieder zu den anderen Patienten geschickt!

Seit Montag, dem 4.7. habe ich meinen Laptop hier und bin online. Obwohl meine Computerzeiten hier nur sehr kurz sind, freue ich mich doch, dass ich surfen kann!

 

Am Sonntag will die Landeskirchliche Gemeinschaft in Röthenbach um 10:00 Uhr einen Gottesdienst auf dem Ludwigs Platz abhalten, wenn unser Herr schönes Wetter schenkt, lasse ich mich vom Igor hinfahren; als Alternative bleibt uns noch der Gottesdienst in Schwaig in der Thomas-Kirche.

 


 
Freiluft-Gottesdienst der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Röthenbach

Kuni Salomon

 

 

 


Samstag 11.7.2009

 

Heute hat mich Igor schon um 7:00 Uhr begrüßt! Er hat heute von 9:30 Uhr bis circa 11:00 Uhr einen anderen Termin und wollte deshalb eine Stunde eher kommen und das war auch gut so, denn meine Darmperistaltik hatte eine so genannte  'Überraschung' geliefert. So kam ich
trotzdem als einer der ersten zum Frühstück. Unsere liebe Küchenfee, Frau Elke Badersbach, hatte schon alles vorbereitet: Wurst- und Käsebrot sowie ein halber Liter Kaba. Anschließend spielten wir eine Partie Schach - mir gelang am Ende überraschend dann doch noch der Sieg (Igor hatte vor über vier Jahren noch überhaupt keine Ahnung vom Schachspielen; seine heutigen Künste auf diesem Gebiet gehen allein auf mein 'pädagogisches Genie' zurück.

 

Anschließend erklangen im Speisesaal 'die Melodien, die man nie vergisst' von einer CD, die ich vor drei Jahren mitgebracht habe. Vor allem unsere liebe Frau Tröger (Jahrgang 1919) ist von diesen Liedern aus ihrer Jugend (Man müsste Klavier spielen können, Veronika der Lenz ist da, usw.) ganz und gar begeistert und sind immer kräftig mit. Jetzt sitze ich am Computer, habe das Wort aus dem Galater Brief Kapitel fünf in das Forum 'Christsein heute' gestellt. Ich springe da immer ein, wenn Pete verhindert ist. Heute war er nur spät dran. Als ich nämlich dann die Seite öffnete, stand am Ende der letzten Seite derselbe Text von Pete und am Anfang der neuen Seite mein Text (Pete war eine Minute schneller gewesen).

 

An unserem Tisch im Speisesaal sitzt ein junger Mann, Martin Helmer. Bei einem Autounfall erlitt er schwere Kopfverletzungen und ist seitdem geistig behindert und spastisch gelähmt; er kann zwar laufen, aber nur, wenn ihn jemand an den Händen hält. Sein Kurzzeitgedächtnis scheint auch sehr gelitten zu haben, denn vor dem Mittagessen war er immer wieder: "Wann gibt es Essen?" Das Mathildenhaus stellt hier für uns alkoholfreies Bier zur Verfügung; das sagte ich einmal zu einer Schwester:" Gießen Sie doch bitte Martin ein Bier ein." Daraufhin hat er mindestens zwanzigmal zu mir gesagt: "Danke für das Bier!"

 

 


Martin Helmer

 


Samstag 18.7.2009

 


Heute Abend hat mich überraschend Willi Hoffman besucht und erzählte mir, dass seine ältere Tochter, Birgit, das zweite Mal heiratet. Die Hochzeit findet an diesem Wochenende statt.

 

 

Sonntag 19.7.2009

 

Heute hatte Herr Schneider seinen sechsundneunzigsten Geburtstag. Schon beim Frühstück trug ich ihm mein Geburtstagsgedicht vor.

 


Die Tischnachbarinnen von Herrn Schneider, Frau Heimbrecht (er nannte sie: Das Mädchen mit den großen Augen) und Frau Ott (derselbe Jahrgang wie Herr Schneider aber leider sehr schwerhörig)

 


Um 10:00 Uhr hielt die Frau Dekanin, Ursula Seitz, einen so genannten Literaturgottesdienst in der St. Nikolaus und St. Ulrich Kirche. Ich habe die schwer gehbehinderte Frau Deumeland miteingeladen. Ihren Gehwagen konnten wir aber nicht ins Auto einladen, so musste Igor sie führen. In der Tiefgarage stolperte sie über ihre eigenen Füße, aber noch bevor sie überhaupt in Bodennähe kam, hatte Igor sich schon sicher aufgefangen. Der Gottesdienst hat uns dreien sehr gut gefallen, nur die Orgel-Stücke (Bach) waren etwas lang. Vor dem Gottesdienst regnete es in Strömen und wir wurden leicht angefeuchtet, bevor wir nach dem Aussteigen aus dem Auto das schützende Dach der Kirche erreichten.

 

Donnerstag 23.7.2009

 

Gestern hatte ich Besuch von Monika aus Heidenheim. Sie kam um 10:19 Uhr am Südausgang des Hauptbahnhofs in Nürnberg an. Wir holten sie dort ab und fuhren sie gleich zum Tiergarten obwohl einige Tropfen Sprühregen fielen, entschlossen wir uns diese herrliche Anlage zu besuchen. Es blieb Gott sei Dank trocken und wir waren froh, dass einige Wolken die Sonne im Zaum hielten. Der absolute Höhepunkt waren die drei Eisbären: Vera, ihre Tochter,Flocke und deren Freund aus Russland, Rasputin. Während der Russe Schimmkünste übte, spielte sich Flocke intensiv im Wasser mit einem Tuch und Vera hatte einen gelten Plasikball, der schon deutliche Spuren von ihrem Raubtiergebiss aufwies. In der Waldschenke ließ sich Monika eine Salatplatte und ich mir meine Nürnberger Rostbratwürste schmecken!


 

Dann holte Igor seinen Sohn Alex mit meinem Auto von der Schule ab. Um 13:50 Uhr fuhr er dann Moni und mich ins Mathildenhaus zum Kaffeetrinken. Wir schickten mit dem Laptop von dort noch Grüße ins Kaffee von Christsein heute. Dann musste Moni und schon wieder verlassen.

 

Donnerstag 23.7.2009

 

Heute haben wir Mutschi wieder einmal im Pflegeheim in Röthenbach bei Altdorf besucht und ihr einen Vanillepudding mitgebracht. Auch Herr Ylipulli, unser Stoffelch wollte uns unbedingt begleiten; was Frau Kelch besonders freute, denn sie dürfte auch mit ihm spielen.

 

Sonntag 26.7.2009

 

Das Wochenende ist nun auch schon wieder beinahe vorbei. Am Freitag bekamen wir hier einen neuen Gast, den Herrn Engelhardt. Es sieht für sein Alter noch sehr jung aus, ich wollte gar nicht glauben, dass er schon 72 ist. Nach einem Schlaganfall kann er nun mit einem Spazierstock laufen und auch sprachliche Ausfälle sind nicht mehr festzustellen. Seit er hier ist, wird kaum mehr im Speisesaal geschwiegen. Abwechselnd erzählten wir uns Witze, oder unterhalten uns über Gott und die Welt. Leider ist er Atheist, toleriert er meine Gebete bei den Mahlzeiten.

 

Samstagabend spielten wir im Speisesaal die CD " unvergessene Melodien " und Frau Tröger sang zusammen mit Herrn Engelhardt sehr lautstark jenes Lied mit, dass Herr Baumes das Feld räumte.

 

Heute habe ich mit Igor den Begegnungsgottesdienst der Pegnitztalgemeinden im Sophienpark in Behringersdorf besucht; nach einer kleinen Irrfahrt über  Fuß-und Radwege haben Behinderte tatsächlich gefunden und waren 5 Minuten vor Beginn anwesend. Dekan Butz und Dekanin Seitz leiteten den Gottesdienst und hielten die Predigt. Um 11:45 Uhr gab ich Igor das Aufbruchsignal. Wir trafen um 12:05 Uhr im Mathildenhaus ein - um diese Zeit hatten sonst schon immer alle die Suppe gegessen - und alle Gäste saßen hungrig an ihren Tischen...

 

Pegnitztal-Gottesdienst im behringersdorfer Sophienpark

 

 

 




Pfarrer Glatz als Laie verkleidet.

 

 

 

 



Pfarrer Tauber ließ von den Kindern das Brot zum Abendmahl vermehren...


 Ein Pfarrer, zwei Dekane (Voraus Seitz und Herr Butz vom Dekanat Nürnberg Süd)

 

Dienstag 28.7.2009

 

Heute wollte ich eigentlich im Mathildenhaus bleiben, aber Igor hatte ein Sonderangebot bei REWE entdeckt und deshalb beschloss ich dort einzukaufen. Leider waren nur noch zwei Artikel von diesem Angebot vorhanden. Die Verkäuferin machte uns aber Hoffnung, dass möglicherweise morgen noch eine Lieferung kommt.

 

Am Montag hatten wir uns in Röthenbach mit unserem Computer-Mann, Wladimir Narinski, verabredet. Er sollte den Internet Explorer 8 auf unserem Computer richtig installieren. Mich hatte Igor wie üblich ans Stehbett geschnallt und war zum Aldi und Franky gefahren, ohne jedoch zu vergessen Wladimir in die Bedienung des Stehbett einzuweisen. Dann ist mir etwas ganz ungewöhnliches passiert: Ich bin im Stehen eingeschlafen! Als ich aufwachte, sah ich vor mir das große Thermometer und eine Grafik, meinte aber im Mathildenhaus zu sein. Es dauerte einige Zeit, bis ich meine fünf Sinne wieder soweit beisammen hatte, dass ich wusste was los war und das Bett absenken konnte. Dann kam auch noch Wladimir und fragte, ob er auf irgendeinen Knopf drücken solle...

 

Donnerstag 29.7.2009

 

Heute war ein ganz besonderer Tag für unsere liebe Frau Tröger: Ihr Mann wurde endlich aus dem Krankenhaus entlassen und kann hier in der Kurzzeitpflege an. Sie saß gerade beim Gedächtnistraining mit Petra, als die Nachricht kam; da konnten sie keine 10 Pferde mehr halten - sie musste sofort hinaus und ihn begrüßen. Leider muss er noch das Bett hüten, aber so können sie sich wenigstens das Zimmer teilen und miteinander reden. Igor hat die Begrüßung gleich mit unseren Fotoapparat dokumentiert.

 

 

 


Frau Tröger, bei der Bären Ausstellung im Hospiz

 

 



Zum Mittagessen gab es heute 'süße Ofenschlupfer' und als Alternative Kesselgulasch mit Gurkensalat!

 

Freitag 31.7. 2009

 

Heute haben die Ferien begonnen! Viele Schüler, die in der Heilg-Kreuz-Kirche den Jahresabschlussgottesdienst besucht hatten, begegneten uns auf ihrem Heimweg.

 

Wir haben versucht im Netto-Discount für Karin einen Gordons Dry Gin zu bekommen, leider: Fehlanzeige. Immerhin konnte Igor 3 Familienpackungen Airwaves-Kaugummi kaufen. Wladimir Narinski hat Karins neuen Laptop heute in Gang gesetzt.

 

Ein feines Fischfilet in Dillsoße war heute mein Mittagessen. Als süßen Nachtisch hat Igor heute die feinen Schoko-Waffeln von der Norma verteilt - natürlich haben wir heute schon Nachschub besorgt und auch Schwester-Futter für das Pflegeheim Waldfrieden in Röthenbach bei Altdorf.

 

Dienstag 4.8.2009

 

Am Samstag Abend saß ich unten vor dem Eingang und las im Buch  'Der Fluch der Anne Boleyn', als ich plötzlich lautes Gelächter aus dem Aufenthaltsraum des Hospizes vernahm. Ich konnte mich nicht mehr richtig auf mein Buch konzentrieren und beschloss, leider erst nach einer halben Stunde, mal nachzusehen. Es war ziemlich heiß und schwül, deswegen wurde die Tür geöffnet und ich sah die Kabarettistin und Bassistin Lissy Aumeyer live! Eine Patientin, Mia Hirsch, hatte am Mittwoch Geburtstag gehabt (52) und meinte: "Das ist eine geschlossene Veranstaltung.“ Aber Lissy ließ mich trotzdem herein und ich konnte noch 5 Minuten einer Flamenco Parodie bewundern. Das gab es auch noch Sekt und ich trug meinen beiden Geburtstagsgedicht vor. Als sich Lissy und ihr Mann (er war für die Musikbegleitung am CD-Spieler verantwortlich) verabschiedeten, drückte sie mir noch einen Kuss auf die Wange und sagte: "Wenn sich die Männer nicht wehren können, gefällt mir das am besten! "

Am Sonntag war ich mit Igor in der mögldorfer Kirche; Pfarrer Hauck predigte über:" Ihr seid das Salz der Erde.“

 

Dienstag 4.8.2009

 

Heute wollten wir unseren 35. Hochzeitstag feiern. Wir hatten ein Mittagessen im Distlerhof in Diepersdorf am Moritzberg geplant, daraus wurde aber eine mittlere Odyssee: Um 10:00 Uhr fuhren wir hier Mathildenhaus ab. Starteten wir den Computer und luden viele Bilder auf eine externe Festplatte. Karin hatte sich schon in Schale geworfen: Sie trug ein blaues Basler-Oberteil und blauen Hosen (natürlich Royal blau). An ihren Ringfinger steckte außer dem Ehering noch der berühmte Galadriel-Ring (Weißgold und Brillant). Am Distlerhof waren viele fleißige Leute beschäftigt. Gestern hatten wir extra noch im Internet nachgesehen und festgestellt, dass der Tag am Montag ist. Wir machten einige Fotos und betraten die Eingangshalle; dort wurde noch geputzt und uns mitgeteilt, dass der Distlerhof diese Woche geschlossen hat - es wäre wirklich nicht schlecht, wenn jemand die Internetseite aktualisieren würde...



 

Der Distlerhof als Baustelle

 

 

 



Blick vom Moritzberg nach Nürnberg

 

 


Wir beschlossen also runter ins Dorf zur nächsten großen Wirtshaus zu fahren. Prima: Der riesige Parkplatz war ganz leer. Aber schade: Heute war Ruhetag!

Dann fuhr uns Igor zur Wirtschaft Löhner, wir beide leben im Auto und Karin studierte die Speisekarte; sie war für ein Hochzeitstagsessen doch nicht geeignet. Ich schlug dann Schwaig als nächstes Ziel vor. Auf dem Weg nach Schwaig fiel dann die Bemerkung: Es ist nur gut, dass Rainer nicht dabei ist…

Nun kam das Happyend: Das Pegnitz-Tal Restaurant war geöffnet und wir konnten unter Sonnenschirmen Platz nehmen! Ich Igor und ich bestellten sich Bratwürste mit Sauerkraut beziehungsweise Kartoffelsalat; Karin bekam ein gegrilltes Zanderfliet. Um 11:45 Uhr warnte uns der Gastwirt: Nun wird es laut werden. Fünfunddreißig, zum Teil noch, sehr kleine Fußballspieler kamen zum Mittagessen! Die kleinsten von ihnen staunten Bauklötze, als ich mit meinem Rollstuhl wegfuhr und fragten: Bist du ein Zauberer? Ich erklärte ihnen dann, dass der Elektro-Stuhl über eine Joysticksteuerung verfügt, die 1969 für das Mondfahrzeug entwickelt worden ist.

 

Die kleinen Fußballspieler

 

 

 



Das Studium der Speisekarte

 

 

 

     



Zweimal Bratwürste mit Kraut oder Kartoffelsalat und Zanderfielet 

 

 


Nachdem wir Karin zuhause abgeliefert hatten, fuhren wir mit eingeschalteter Klimaanlage ins Mathildenhaus, 12:30 Uhr eintrafen.

 

Mittwoch 5.8.2009

 

Heute vor 31 Jahren, genau um diese Zeit (16:00 Uhr), war ich noch nicht querschnittsgelähmt, eine Stunde später ist es dann passiert: Der Kopfsprung vom Sprungbrett in den Badeteich und die Luxasationsfraktur zwischen dem vierten und fünften Halswirbel. Diese Gedanken gehen mir jetzt gerade durch den Kopf und ich bin froh hier Mathildenhaus zu sitzen und mit meinem Laptop zu arbeiten, anstatt vor 31 Jahren als Wasserleiche geendet zu haben.

 

Karin ist heute wieder durch uns mit vielen feinen Speisen versorgt worden: Zum Beispiel: Serranoschinken, Weichkäse, Schrimps und Tomaten.

 

Sonntag 9.8.2009

 

Gestern haben mich die hohen Benzinpreise und das wunderschöne Wetter dazu bewogen eine Spazierfahrt durch den Pegnitzgrund zu machen. Igor hat das Ganze mit meinem Fotoapparat dokumentiert. 

 

Herr oder Frau Distelfalter auf der Futterpflanze

 

 



Eine Malvenblüte


Im Pegnitzgrund

 

 

 


Satzinger Mühle

 

 

 


Wörder See

 

 


Leider haben die Gehsteige hier nur sehr selten abgeflachte Kanten und so musste ich am Ende unserer Rundreise noch einmal einen Kilometer zurückfahren, denn nur so konnte ich die Straßenseite wechseln.

 

Im Schlosspark schenkten wir einem sehr jungen Mann einen Luftballon, auf die Igor auch noch ein Gesicht malte.

 

 

 


Heute Vormittag waren wir im Gottesdienst; Pfarrer Hauck vertrat die erkrankte Pfarrerin Andrea Schaefer. Er predigte über den klugen Haushalter. Ich habe wieder auf das Auto verzichtet und musste nicht dafür über ein furchtbares Kopfsteinpflaster quälen. Die Abkürzung über den Friedhof eine Kirche ist leider auch durch zwei Stufen für mich nicht zu fahren.

 

Donnerstag 13.8.2009

 

Montag nachmittag war wieder Andacht im Raum der Stille. Die Pfarrerin z.A. Andrea Schaefer war kurzfristig krank geworden und wurde von Pfarrer Hauck vertreten, er brachte mir die CD 'Von guten Mächten wunderbar geborgen' mit.

 

Meinem Zimmer die beiden Ölgemälden von Alexander Hofmann

 

 

 

Heute wäre meine liebe Medi 102 Jahre alt geworden! Gestern habe ich ein Paar gestrickte Socken angezogen, die sie noch selbst gestrickt hatte und noch nie im Gebrauch gewesen sind, ja, sie hat mich wirklich sehr gut versorgt!

 

Am Dienstag haben wir Taxi für Karin gespielt: Wir holten sie um 9:00 Uhr in Röthenbach ab machten einen kleinen Kurzaufenthalt in Mathildenhaus (Karin war noch nie dort gewesen), zeigten ihr die Tiefgarage, mein Zimmer, den Speisesaal, die Küche, die im Raum der Stille und das Wohnzimmer. Speisesaal mit Blick auf die Küche und den Schlosspark

 

 

Heute haben wir wieder Mutschi im Heim 'Waldfrieden' und ihr eine Banane gebracht und die alte, verblühte Orchideen mitgenommen.

 

Am Nachmittag war wieder unsere große Volkslieder-Gesangsstunde. Mit großer Begeisterung sangen wir unsere alten Lieder und Frau Büttner begleitete uns auf ihrem Akkordeon. Es gab Kaffee mit Vanilleeis und am Schluss seien wir sogar: Von guten Mächten wunderbar geborgen.

 

Freitag 14. 08. 2009

 

Heute Morgen war Schwester Connys letzter Tag. Sie beendet sie ihre Ausbildung als Schwesternschülerin und hat sogar in diesen Tagen gelernt das Kondomurinal mit Klebestreifen richtig zu verwenden.

 

 

 

 

 

Die Schwester Conny, Manja und Lidia

 

 

      Dann ließ ich mir von Igor mein Portmonee zeigen und wir beiden waren entsetzt, denn es

fehlten circa 65 €! Ich konnte es kaum glauben: Hier war seit vier Jahren mir das erste Mal Geld gestohlen worden. Auch Karin meinte erst, wir würden Witze machen.

 

Seit gestern klappt hier auch etwas mit dem Internet nicht: Ich habe keine Möglichkeit mehr, meinen Namen und das Kennwort einzugeben, deshalb kann ich nicht mehr surfen.


 

Donnerstag 20.8.2009

 

Ja, Langeweile habe ich hier wirklich nicht! Erst heute komme ich wieder dazu von den letzten Tagen zu berichten:

 

Auch am Sonntag bin ich wieder über das Kopfsteinpflaster -  mit Todesverachtung, den Schmerzen in den Armen trotzend, entgegen der Fahrtrichtung der Einbahnstraße - in die St. Nikolaus und St. Ulrich - Kirche zum Gottesdienst gefahren. Um 11:00 Uhr haben wir

uns blitzartig nach dem Segen und noch vor dem gefürchteten Orgelnachspiel aus der Kirche geflüchtet.

 

Am Montag Nachmittag hatte ich schon um 14:30 Uhr geläutet und gemeldet, dass ich gern aufstünde, aber meine Geduld wurde auf eine lange Probe gestellt und Alexander Metrin setzte mich erst um 15:50 Uhr in den Rollstuhl! Die Andacht mit der Dekanin hatte schon begonnen...

 

Das habe ich dann der Chefin gemeldet und wurde am Dienstag und Mittwoch schon vor 14:00 Uhr mobilisiert. Mittwoch war allerdings nicht Alexander, sondern Roman Gluch in der Nachmittagschicht, er staunte nicht schlecht, dass ich schon den Rollstuhl saß und mobilisierte mich wieder pünktlich.

 

Frau Hopf (AWO)



Heute haben wir unsere liebe Mutschi besucht. Sie hatte gut geschlafen und sagte immer wieder: Mir geht es gut! Das ist doch sehr erfreulich. Wir hatten auch eine sehr süße und weiche Banane für sie dabei, die sie sich mit Begeisterung von Igor sukzessive in den Mund stecken ließ.

 

Sonntag 23.8.2009

 

Heute ist Tempelmarkt beim Aldi in der Lauf am Holz Straße. Ich wollte mir eigentlich  nur einen Glas- und Keramik- Bierkrug kaufen, aber ich entdeckte dann eine fast neuwertige Ausgabe von "Tintenherz" und noch einige andere Bücher und kitschigen Kleinkram (Weihnachtsschmuck). Als wir unsere Schätze ins Auto luden, war ich um 10 € ärmer, aber glücklich!

 

Bis zum Gottesdienst hatten wir noch eine halbe Stunde Zeit, also setzte ich mich in die Sonne und begann das neue Buch von Cornelia Funke zu lesen. Bis jetzt gefällt es mir sehr gut.


 



Dienstag 25.8.2009

 

Nun bin ich schon wieder zuhause.

Gestern hatten wir schon den Laptop in Röthenbach in Sicherheit gebracht (Diebstahl!). Aber ich werde nachmittags sowieso nicht zum Surfen gekommen. Beim Mittagessen sagte mir nämlich Schwester Sabine: Die Dekanin hat angerufen und gesagt, dass heute Nachmittag die Andacht ausfällt. Oder können Sie vielleicht einspringen?

Das kam dann doch etwas plötzlich, aber ich habe ja schon in den letzten Jahren einige Andachten in Mathildenhaus gehalten; nur diesmal war es eben recht kurzfristig und ich hatte außer einem Gesangbuch und einem neuen Testament keine weiteren Hilfsmittel.

 

Als Text entschloss ich mich für den dreiundzwanzigstem Psalm, da konnte ich sogar auf das neue Testament verzichten. Das Thema war: Geborgenheit bei Jesus. Nach der Begrüßung sangen wir: Großer Gott wir loben dich. Als zweites Lied hatte ich  ' Von guten Mächten wunderbar geborgen' ausgewählt und erzählte über mein Leben und ließ diese Geborgenheit erfahren habe. Der Raum der Stille war mit 12 Leuten sehr voll und viele Teilnehmer bedanken sich hinterher, nur unsere Frau Ott hatte mich akustisch schlecht verstanden, weil sie in der hintersten Ecke saß und schlecht hört...

 

Heute früh saß sie schon wieder vor 8:00 Uhr mit dem Buch Tintenherz beim Frühstück. Igor kam kurz nach 8:00 Uhr und begann äußerst gewissenhaft unsere ganzen Habseligkeiten einzupacken. Bis er fertig war, war es schon 9:30 Uhr geworden der hatte auch tatsächlich fast alles miteingepackt. Nur nur eine äußerst freche Schaumgummiuntrlage hatte sich unter dem Überzug versteckt und Igor musste noch einmal starten, um dieses wichtige Utensil für mein Bett abzuholen.

 

Trotzdem fand er danach noch Zeit das Begrüßungsessen für uns drei (Karin Rainer und mich) zuzubereiten: Bratwürste, Sauerkraut und Salat!

 

Ja, die acht Wochen sind wirklich fast wie im Fluge vergangen, es war eine schöne Zeit, aber trotzdem freue ich mich wieder zuhause zu sein!

 

Hugo Pohl





Gemeindehaus 16.12. 08:  Geburtstagsständchen des  evangelischen Posaunenchores


Am Samstag, dem 20. Dezember habe ich meinen 60. Geburtstag gefeiert. Wir waren 17 Leute im Nebenzimmer des Stadthallenrestaurants: Meine Frau Karin und mein Schwager Rainer, die Ex-Zivis, Heiko und Martin mit ihren Partnerinnen, ehemalige Mitglieder des Jugendbibelkreises, Hartmut, Erich und Jürgen, meine beiden Jugendfreunde aus Katzwang, Gerhard und Herbert mit ihren Frauen und die Eltern unseres Patenkindes, Willi und Inge. Als Letzte trafen Gerhard und Renate um 18:15 Uhr  ein; Karin hatte Renate schon sehr lange nicht gesehen und sie beinah nicht wieder erkannt. Nach einem ausgiebigen Abendessen packte Willi meine alte, neu besaitete Gitarre aus und wir sangen mit Begeisterung die alten Lieder aus dem EC-Jugendbund und dem Jugendbibelkreis; die Liederbücher 'Mund-Orgel' und       'Sein Ruhm Unsere Freude' hatte ich mitgenommen, auch das fast 50 Jahre alte Fahrtenliederbuch war mit dabei. Um 20:45 Uhr musste ich mich wegen einer Druckstelle verabschieden, werde diese schöne Feier aber sicher noch sehr lange in Erinnerung behalten!

Karin,, Agi, Martn, Heiko & Melanie

Willi und Inge; Herbert und Gerhardt mit Frauen

 Rainer, Jürgen, Hartmut und Erich






Foto: Willi Hofmmann

Mit Begeisterung hörte ich am Samstaq christliche Popsongs und Spirituals der GRUPPE 'PROFIL':Bei den Klängen von 'O HAPPY DAY' konnte ich deutlich die Freude spüren, die uns durchdringt, wenn alle Sünden durch Jesus abgewaschen snd.. Eine der Sängerinnen ist die Tochter unserer Geschwister im HERRN, Helga und Karl Beyler.  

HOMEPAGE VON PROFIL:

www.ec-profil.de

 



Unsere Wohnküche;Hintergrund: Frau BADERSBACH & Schwester ROSALINDA; Foto: I. W.

Im Juli war ich 4 Wochen im Mathildenhaus in  Mögeldorf (Nürnberg). Das Heim ist sehr modern und gut geführt und ich genieße noch den zusätzlichen Luxus, dass mein Assistent, Igor Woloschinko, jeden Vormittag zu mir kommt und mich dann mit dem Auto nach Röthenbach in meinen Gymnastikraum und an den Computer fährt. Die Dame rechts im Bild oben heißt Frau Steiner. Sie ist fast vollständig blind und haderte sehr mit ihrem Schicksal. An einem Sonntag haben wir sie mit in den Gottesdienst genommen außer uns kamen nur noch zwei Leute. Dann stellten wir fest, dass ausgerechnet an diesem Tag, der Gottesdienst erst um 11:00 Uhr im Gemeindehaus und nicht in der Kirche stattfindet. Ich fühlte mich berufen eine kleine Andacht zu halten. Wir beteten, sangen " Von guten Mächten wunderbar geborgen " und unterhielten uns ganz zwanglos über unser Glaubensleben. Wie im Flug verging die nächste Dreiviertelstunde. So haben wir uns nicht über den ausgefallenen Gottesdienst geärgert, sondern uns über diese Gemeinschaft unter Christen gefreut.


Frau Steiner und ich / Foto:  Igor Woloschiko


Besuch bei Mutschi im Krankenhaus in Lauf  (Foto: Igor Woloschinko)

25. Mai 2007

Meine Schwiegermutter ist seit August 2005 nach einem Schlaganfall in einem Pflegeheim in Röthenbach bei Altdorf (15 Kilometer von uns entfernt). Im Frühjahr ging es ihr sehr schlecht, sie hatte überhaupt keinen Appetit und kein Interesse und wollte nur noch sterben. Ins Krankenhaus wollte sie auf keinen Fall (bis auf ein Nachlassen des Gedächtnises ist sie im vollen Besitz ihrer geistigen Kräfte). Nachdem sie Blut gebrochen hatte, merkte ihr Arzt, Dr. Munkert, dass sie ein Magengeschwür hat. Seit er die Bakterien behandelt geht es ihr wesentlich besser. Leider hatte sie  sehr niedrigen Blutdruck. Im Mai war es so schlimm, dass sie nicht mehr ansprechbar war. Schweren Herzens hat mein Schwager, Rainer, der Verlegung in das Krankenhaus nach Lauf zugestimmt.Dort konnte aber keine körperliche Ursache für ihre Beschwerden gefunden werden. Die Ärzte gehen davon aus, dass sie einfach nur zu viel Blutdruck senkende Medikamente verordnet bekommen hat. Nach einer Woche wurde sie wieder entlassen und war richtig glücklich wieder in ihrer gewohnten Umgebung zu sein. Ihr Kommentar: "Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich froh bin wieder hier im Heim zu sein und mich da sogar fast wie zu Hause fühle!"


Seit letzten Samstag hat sie leider nach einem Unfall bei der Krankengymnastik (der Therapeut hat sie vorwärts mit dem Rollstuhl durch die Türe geschoben und der Fuß blieb am Türrahmen hägen) einen geschwollen Knöchel, der ihr Schmerzen bereitet.

Samstag, 31. März der Monatsspruch für April steht bei:

Das Wort!



 Freitag, 30. März (Karins Geburtstag)

die Feierlichkeiten hielten sich in ganz engen Grenzen.



Sonntag 18. Februar

Heute habe ich mit meinem Assistenten, Igor Woloschinko, unseren Servicegottesdienst besucht. Es  spielte unsere Band. Einige Kinder waren maskiert. Und unser Pfarrer predigte in Reimen, was mit einem kräftigen Applaus belohnt wurde... Er hatte sich das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg ausgesucht und es mit den Kindern und Konfirmanden vorgespielt.

Die Arbeit im Kirchenvorstand ist auch wieder angelaufen. Und schon in der dritten Sitzung (letzte Woche) ging es hoch her. Interna werde ich natürlich nicht ausplaudern...

Meine liebe Schwiegermutter macht uns zur Zeit Sorgen. Ihre geistigen Fähigkeiten und vor allem ihre Lebenswillen haben beträchtlich nachgelassen. Seit anderthalb Jahren muss sie leider in einem Pflegeheim versorgt werden und im Moment leidet sie unter einem hartnäckigen Durchfall.


Wir sind dankbar für eure Fürbitten!


Karin und Hugo






In unserer sehr schönen, aber auch sehr kalten Heiligkreuzkirche erlebten wir unseren Einführungsgottesdienst in das Amt der Kirchenvorsteher für die nächsten sechs Jahre.

Wir legten unser Kirchenvorsteher-Gelöbnis ab:

Wollt ihr das Amt von Kirchenvorstehern und Kirchenvorsteherinnen in dieser Gemeinde führen gemäß dem Evangelium von Jesus Christus, wie es in der Heiligen Schrift bezeugt ist, und seid ihr bereit, Verantwortung zu übernehmen für den Gottesdienst, die diakonischen und missionarische Aufgaben sowie für Lehre, Leben und Ordnung der Kirche, so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.

Professor Hardenberg spielte die Orgel, Kirchenchor und Posaunen trugen zur adventlichen Gestaltung dieses Gottesdienstes bei.

Nach dem gemeinsamen Abendmahl hatte ich eiskalten Ohren und ließ mir von meinem Assistenten Igor Woloschinko meine Pelzmütze aufsetzen, obwohl ja Männer im Gottesdienst eigentlich immer barhäuptig sein müssen...

Denkt bitte in euren Fürbitten an mich und dieses Amt, damit ich die Weisheit bekomme es im Sinne unseres auferstandenen HErrn zu führen!


Heute haben wir die letzten beiden Kirchenvorsteher berufen. Es sind die Frau Legl-Waigel und der Herr Holzinger. Zusammen sind wir nun sechs Frauen und sechs Männer. Am ersten Advent Sonntag,, dem 3. Dezember werden wir feierlich in einem Gottesdienst in unserer schönen, aber leider sehr kalten Heilig Kreuz Kirche ins Amt eingeführt und gesegnet. Denkt bitte im Gebet an mich.


Ja, es ist soweit: Alle evangelisch-lutherischen Gemeinden in Bayern wählen ihre Kirchenvorsteher. Auch ich habe wieder für dieses Amt kandidiert. Seit 1976 bin ich Mitglied unseres röthenbacher Kirchenvorstandes. Damals lebte ich erst zwei Jahre hier und war noch gar nicht bekannt. Ich bekam sehr wenige Stimmen, aber meine Kollegen meinten, auch ein Neubürger solle mit im neuen Kirchenvorstand sein, deshalb haben sie mich in dieses Gremium berufen. Sechs Jahre später, bei der .nächsten Wahl, wurde ich mit großer Mehrheit gewählt. Mein Unfall und vor allem, wie ich damit umgegangen bin, haben mich wohl sehr populär gemacht. Seitdem bin ich immer wieder gewählt worden. Wie wird das wohl heuer werden?

Hier richtet sich mein Blick nach oben. Ich glaube, das Wichtigste in unserem Leben ist die Verbindung mit unserem HErrn im Himmel, der uns aber auch immer hier auf Erden begleitet und trägt! Foto:  Igor Woloschinko

Hier seht ihr mich in unserem schönen Gemeindeshaus 
vor einem Familiengottesdienst Foto:Igor Woloschinko

Am Sonntag, den 22. Oktober hatten wir bis 22 Uhr 30 noch nichts über das Wahlergebnis erfahren. Die Wahllokale sind um 17 Uhr geschlossen worden. Immer mehr musste ich annehmen, dass .ich diesmal nicht gewählt worden bin. Naja, ich hatte aber auch überhaupt keinen Wahlkampf gemacht und war in den letzten Wochen (auch wegen meiner Bronchitis) nicht oft in der Gemeinde aufgetaucht. Als ich mich schon an dem Gedanken gewöhnt hatte, dass ich diesmal nicht im Kirchenvorstand bin und versuchte mir ein " Ja "für diesen Weg meines Herrn abzuringen, klingelte das Telefon und Pfarrer Krajewski gratulierte mir zur Wahl!

Am Dienstag treffen sich die acht gewählten Kandidaten und die beiden Pfarrer und berufen noch zwei weitere Kirchenvorsteher.




.Jedes Jahr verbringe ich vier Wochen in Bayreuth in der Spezialklinik Hohe Warte. Heuer ist mein Aufenthalt in Bayreuth  leider nicht ganz so verlaufen, wie ich mir das gewünscht hätte. Immer mehr Kliniken haben Probleme mit so genannten multiresitenten Keimen. Deshalb wurde gleich am ersten Tag ein Abstrich gemacht und ich war negativ. Dann kam ein neuer Patient der positiv getestet wurde. Deshalb wurde der Test bei mir wiederholt, leider mit dem Ergebnis: positiv! Deshalb musste ich isoliert werden. In meinem Fall bedeutete das, dass in mein Zimmer noch drei andere MRSA-Patienten gelegt wurden. Der Keim selber wurde unter diesen Umständen nicht behandelt und ich durfte nicht mehr an Gemeinschaftsveranstaltungen (auch den Gottesdiensten) teilnehmen. So hatte ich aber die Möglichkeit umso intensiver Kontakt mit meinen Zimmerkameraden zu halten. Leider war mit Gerhard, einem 40 jährigen MS-Patienten kein Kontakt mehr möglich, denn er war fast blind und konnte nicht mehr reden. Man wusste also nicht, ob man verstanden worden war. Umso besser konnte ich mit Hans (57) und Herbert (70) sprechen. Herbert war ein Patient, der sich an den Lendenwirbeln hatte operieren lassen und zwei Tage nach, mit nur sehr geringen Lähmungserscheinungen, entlassen worden ist!

Hans ist schon seit einem Jahrzehnt querschnittsgelähmt und hat außerdem noch Parkinson! Aber auch er weiß, dass ihm Gott die Kraft schenkt, die er braucht um sein Schicksal zu meistern.
In der Kurzzeitpflege wurde ich zum Glück nicht isoliert, nur die Schwestern mussten verstärkt auf Hygiene achten. Nach drei Wochen wurde wieder getestet und mit Gottes Hilfe war ich den Keim los! 


MRSA-Pflege in der Hohen Warte

im Vordergrund mein linker Fuß und Pfleger Werner; Hintergrund: Patient Hans

Meine Zimmertür im Mathildenhaus

Besuch von Regu aus Zürich (Forumsmitglied bei Christsein heute) im Mathildenhaus.



Karin und Hugo in einer Sommernacht 1982



Deshalb gilt:


Preiß or Bayer ?



It's nice to be a Preiß,

And it's higher to be a Bayer,

But doubtlessly the highest rank

Is to be a Middlefrank!


Modified by Hugo Pohl


Rechts der Zivi Oliver Pohl und links mein Nachbar Josef Ender, wir drei feiern hier das Sommerfest der Caritas-Sozialstation. 

(Foto: Igor Woloschinko Sommer 2005)





 
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